Angekommen in der BBL

Die Hamburg Towers sind ein Basketball-Bundesligist. Und damit genug der Gewöhnlichkeiten, die professionelle Sportvereine auszeichnen. In Wilhelmsburg, der Heimat der Türme, ist die Idee, Leistungssport mit Sozialarbeit zu verbinden. Oder exakter formuliert: Den Leistungssport auf die Sozialarbeit aufzubauen.

Dieses Ziel verfolgten die Gründer Marvin Willoughby und Jan Fischer, als sie 2006 den Verein Sport ohne Grenzen ins Leben riefen – Kindern und Jugendlichen durch Sport Werte wie Fairness, Respekt und Toleranz zu vermitteln. Das Angebot wurde mit enorm positiver Resonanz angenommen. Die Hallen füllten sich stetig, und bald wurde der Ruf der Jugendlichen nach einer organisierten Basketballmannschaft laut. Die Geburtsstunde der Piraten Hamburg, die seit 2009 in der U16-Bundesliga und ab 2011 zusätzlich in der U19-Bundesliga antraten – heute treten beide Mannschaften ebenfalls unter dem Namen Hamburg Towers an. Bis heute haben beide Teams jedes Jahr die Playoffs erreicht. Aber wohin mit den ambitionierten Spielern, wenn sie zu alt für die Junioren sind? Ganz einfach: in den Profibereich. Als Leuchtturm entstanden so 2013 die Hamburg Towers. Am hellsten leuchtete dieser, als Willoughby stellvertretend für Sport ohne Grenzen 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

Seit 2014 gilt die Inselparkhalle als Heimat der Hamburg Towers. Für die 2013 anlässlich der Internationalen Gartenschau errichtete Blumenausstellungshalle erhielten die Towers den Zuschlag für die Nachnutzung als Sport- und Eventhalle. Die noch heute als edel-optics.de Arena bekannte Spielstätte wurde nach einem 10-monatigen Umbau fertiggestellt und im Oktober 2014 mit einem Heimsieg gegen Leverkusen (74:64) eingeweiht.

In den professionellen Spielbetrieb sind die Hamburg Towers dank einer Wildcard für die Saison 2014/15 in der 2. Basketball Bundesliga ProA gestartet. Seitdem zeichnete den Kader die hohe Anzahl an Akteuren aus dem eigenen Nachwuchs aus. Ein weiteres Markenzeichen: Die 3400 Plätze fassende edel-optics.de Arena im Wilhelmsburger Inselpark ist nahezu immer ausverkauft. Zwei Teilnahmen an den Playoffs, die jeweils im Viertelfinale endeten, folgten zwei weniger erfolgreiche Spielzeiten, die bereits vor Beginn der Aufstiegsrunde vorbei waren. Ehe 2018/19 dem Youngstar Justus Hollatz der große Wurf gelang: der entscheidende Dreier zur Meisterschaft und damit verbunden der Aufstieg in die easyCredit Basketball Bundesliga. Nach einer ersten Spielzeit, die bedingt durch die Corona-Pandemie ein vorzeitiges Ende fand, starteten die Hamburg Towers gleich mit einem weiteren Meilenstein in die zweite BBL-Saison der Vereinsgeschichte. Unter Pedro Calles gelang dem Team am 08.11.2020 der erste Heimsieg in der Basketball Bundesliga.

Die zunehmende Professionalisierung ist mitnichten das Ende des sozialen Engagements. Im Gegenteil: Aufgrund der gestiegenen Strahlkraft lässt sich nun noch mehr in die gemeinnützigen Projekte investieren. Eines davon ist der Aufbau eines Vereinssportzentrums im Herzen Wilhelmsburgs, das derzeit gebaut wird, und allen Anwohnern die Möglichkeit bieten soll, Sport zu treiben.

Mit Sport Gutes tun: Hamburg Towers