26.04.2019

Towers vor dem Aus

Towers vor dem Aus

Die Hamburg Towers stehen mit dem Rücken zur Wand. Nach der 63:84 (51:69, 31:45, 19:22)-Niederlage bei den NINERS Chemnitz liegt der Hauptrundenvierte mit 1:2 in der Halbfinal-Serie hinten. Eine weitere Pleite würde das vorzeitige Ende der Saison und einen geplatzten Aufstiegstraum bedeuten. Im dritten Aufeinandertreffen mit Chemnitz wurde die bislang schwächste Leistung erbracht.

Wenig überraschend setzte Towers-Headcoach Mike Taylor auf das erfolgreiche Team der zweiten Partie und begann mit Cha Cha Zazai, Malik Müller, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese. Vor Augen von Bundestrainer Henrik Rödl, Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und 2998 weiteren Zuschauern entwickelte sich vom Tip-Off an ein intensives Duell. In diesem bulldozerte sich Müller auf der einen Seite geschickt zum Korb, während auf der andere ausgerechnet Center Georg Voigtmann etwas unerwartet von der Dreierlinie Gefahr ausstrahlte. Das funktionierte allerdings auch bei Hamburg: Den 4:10-Rückstand (3. Minute) konterten Müller und Beech aus 6,75 Metern zum 10:10 (5.). Da die Gastgeber etwas sorgsamer mit dem Spielgerät umgingen, behaupteten sie über den Großteil des Viertels eine knappe Führung. Interessanterweise probierte Taylor früh eine relativ kleingewachsene Bank-Aufstellung mit drei Guards (Justus Hollatz, Scootie Guyton, Tevonn Walker), einem Stretch-Forward (Max Montana) sowie einem etatmäßigen Big Man (Justin Raffington) aus. Sie hielt den Rückstand bis zum Viertelende konstant (19:22).

Den Niners gelang es regelmäßiger, direkt zum Korb durchzubrechen. Zwar hielt sich die Trefferquote in Grenzen, doch den Norddeutschen gelang es nicht, Kapital daraus zu schlagen. Auch die Zonen-Verteidigung funktionierte nur teilweise, weswegen Taylor in einer Timeout umstrukturierte (24:28/14.). Die Frage nach dem Effekt davon wurde kurze Zeit später beantwortet, als knapp 3000 Kehlen in der erneut einschüchternden Richard-Hartmann-Halle „Chemnitz“-Sprechchöre anstimmten. Bis auf 35:24 (17.) setzte sich der Hauptrundenerste ab, ehe es die nächste Auszeit gab. Eine kritische Phase für die Towers. Bevor Montana zwei Freiwürfe zum 26:37 (18.) traf, hatte das Team von Rodrigo Pastore einen 11:0-Lauf komplettiert. Das schlechtmöglichste Resultat war die direkte Antwort darauf: ein Vier-Punkt-Spiel von Malte Ziegenhagen. Der Schaden wurde zur Pause nur geringfügig eingedämmt (31:45).

Dass die Halbzeitpause aufgrund des Ausfalls der Anzeigetafel um wenige Minuten verlängert werden musste, störte den Rhythmus der Hausherren keineswegs. Sie hatten die Partie und vor allem die talentiertesten Individualspieler der Wilhelmsburger im Griff. Zu allem Übel gerieten Freese und Beech auch noch in Foulschwierigkeiten. Doch wie aus dem Nichts kam Barham. Mit einem Dreier und drei Freiwürfen drückte er den Rückstand wieder in den einstelligen Bereich (39:48/23.). Durch mangelhaftes Reboundverhalten misslang es allerdings, die Niners ernsthaft unter Druck zu setzen. Das Werk des starken Walkers verpuffte. Ziegenhagen ließ seine Mannschaft enteilen. Mit 51:69 aus Sicht der Gäste ging es in den finalen Abschnitt.

Der brachte zunächst einen verfrühten Feierabend für den ausgefoulten Beech und wenig später die erste 20-Punkte-Führung der Sachsen (72:51/33.). Ansonsten lässt sich zum Schlussviertel sagen, dass die Towers stets bemüht waren und das Ergebnis der entsprechend umschriebenen Zeugnisnote entspracht. Über die Trefferquote von 32 Prozent aus dem Feld konnte nicht mal das gesagt werden.

„Glückwunsch an Chemnitz zum verdienten Sieg. Wir waren heute mal wieder nicht physisch genug, besonders im zweiten Viertel hat die Energie gefehlt, die meisten 50:50-Bälle sind an den Gegner gegangen. Dazu war unsere Offensive unproduktiv, einige Schlüsselspieler hatten einen schlechten Tag, was aber auch an der hervorragenden Niners-Defense lag. Dennoch glaube ich weiter an meine Jungs, wir werden Sonntag bereit sein“, versicherte Taylor.

Hamburg Towers: Guyton, Zazai (1 Punkt/5 Assists), Beech (5), Walker (12), Montana (10/9 Rebounds), Kovacevic, Kindzeka, Müller (10), Freese (3), Hollatz (3), Raffington (6), Barham (13).

Nun gilt es für die Towers, ein enttäuschendes vorzeitiges Saisonende daheim abzuwenden. Spiel vier wird am Sonntag, 28. April, in Hamburg ausgetragen. Tip-Off in der edel-optics.de Arena ist um 17 Uhr. Die Eintrittskarten waren am vergangenen Mittwoch bereits nach 14 Minuten restlos ausverkauft. Jedoch wird das Match auch auf www.airtango.live übertragen. Durchs Programm führen Moderatorin Annie Brandt, die Kommentatoren Lars Mahrendorf und Fabian Tschakert sowie Regisseur Isaac Duah Hoffmann.

Saison 19/20 für Towers vorzeitig beendet