07.04.2021

Towers mit siebtem Streich in Vechta

Die Hamburg Towers führen fast 32 Minuten und sichern sich mit dem 82:88-Auswärtssieg bei RASTA Vechta den siebten Erfolg in Serie. Am Samstag (18 Uhr) steht bereits die nächste Partie in Berlin an.

Wenn’s läuft, dann läuft’s – getreu dem Motto ‚Never change a winning team‘ schickte der an die Seitenlinie zurückgekehrte Pedro Calles die gleiche Starting Five wie bereits bei den drei Siegen gegen die großen B’s auf das Parkett. Doch den Towers fehlte zu Beginn die zuletzt gezeigte Entschlossenheit. Das wussten die Gastgeber auszunutzen und kämpften sich angeführt von Young, der in der ersten Halbzeit 14 Punkte auflegte, in Front. Eine Auszeit von Head Coach Calles brachte den nötigen Fokus. Mit einem 13:2-Lauf übernahmen die Hamburger die Führung und beendeten das erste Viertel mit einem zweistelligen Vorsprung (16:26). Mit langsam in Fahrt kommender Defensive trieben die Towers die RASTA-Fehlerquote mit Start des zweiten Viertels in die Höhe. Da die Hamburger jedoch zahlreiche Chancen – vor allem an der Dreier- (4/15, 27%) und Freiwurflinie (9/14, 64%) – ungenutzt ließen, gelang es nicht, den Vorsprung auszubauen. Stattdessen führte Sosa, mit zehn Punkten in weniger als drei Minuten, Vechtas Schlussspurt an. Bei den Towers hielt Maik Kotsar mit sechs Punkten in Folge – 12 Zähler hatte er bis zur Halbzeit gesammelt – dagegen. Nach zwei Freiwürfen von Kameron Taylor – ebenfalls mit 12 Punkten in der ersten Hälfte – ging es beim Stand von 41:49 in die Pause.

Mit 22 Punkten avancierte Maik Kotsar erneut zum Topscorer und stellte seine BBL-Bestlesitung ein. | Foto: Christian Becker

Nach dem Seitenwechsel agierten die Towers nicht nur defensiv entschlossen, sondern zeigten sich auch offensiv konsequent. Gekrönt von einem Hollatz-Freiwurf führten Maik Kotsar, am Ende mit 22 Punkten Towers-Topscorer, und Terry Allen die Hamburger in dreieinhalb Minuten zu einer 17-Punkte-Führung – der höchsten im gesamten Spiel. Doch der deutliche Vorsprung hielt nicht, da die Konstanz in der Verteidigung fehlte. So gelang es Vechta zum Ende des dritten Viertels bis auf zehn Punkte zu verkürzen (63:73). Da sich zu Beginn des Schlussabschnittes Treffer und Fehlwürfe bei beiden Teams abwechselten, schafften es die Towers nicht, sich vorentscheidend abzusetzen. Stattdessen mühten sich die Hamburger, Vechta an einer Aufholjagd zu hindern. Paradebeispiel für den nimmermüden Einsatz war einmal mehr Max DiLeo, der jedem Ball hinterher hechtete – zur Not auch über Werbebanden und vor die Füße von Magenta Sport Kommentator Daniel Pinschower. So blieb es beim Zehn-Punkte-Vorsprung, ehe Vechta in der Schlussminute mit Stop-the-Clock-Verteidigung alles auf eine Karte setzte und die letzten fünf Punkte des Abends erzielte. Am 82:88-Erfolg der Towers änderte das jedoch nichts mehr.

Max DiLeo vor der Partie im Gespräch mit RASTA-Coach Derrick Allen. | Foto: Christian Becker

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

Pedro Calles: „Ich denke, wir haben heute nicht unser bestes Spiel in der Defensive gemacht. Aber ich möchte meinen Spielern gratulieren, dass sie trotzdem einen Weg gefunden haben, einen Sieg aus Vechta mitzunehmen. Unsere Defensive war nicht gut, vor allem die beiden Guards Sosa und Young haben uns Probleme bereitet. Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Spiel besser beenden. Ich wünsche RASTA Vechta noch viel Erfolg für den Rest der Saison.“

Max DiLeo: „Wenn ich auf die letzten Spiele zurückschaue, dann fühlt es sich schon gut an. Es ist auf jeden Fall etwas, das man haben will. Aber vor uns liegt ein Spiel, dessen Ausgang wir nicht kennen. Deswegen müssen wir jetzt in den nächsten Tagen darauf hinarbeiten. Das ist das was zählt. Die absolvierten Spiele zählen dann nicht mehr. Das Ende der Saison wird ziemlich verrückt. In der Regel haben wir zwei Spiele die Woche, es wäre als spielen wir in einem internationalen Wettbewerb. Es ist eine gute Erfahrung. Heute war es ein besonderes Spiel. Es war komisch, wieder hier in der Halle zu sein, die Mitarbeiter des Klubs wiederzusehen. Es hat mich gefreut, bei der Anreise ein wenig von der Stadt zu sehen. Es war also kein alltägliches Spiel. Ein bisschen habe ich das hier vermisst. Aber mit dem Start des Spiels habe ich nicht mehr drüber nachgedacht. Vielleicht war es auch ein bisschen glücklich, dass keine Fans hier waren, denn sonst wäre es wohl schwerer für mich gewesen. Es schmerzt ein wenig, Vechta am unteren Tabellenende zu sehen. Sie haben noch ein paar Spiele und ich denke, Coach Derrick Allen wird sein Team darauf richtig einstellen. Er ist er seit kurzem hier und ich bin gespannt, was er im Saisonendspurt mit dem Team noch erreichen kann.“

Das Spiel im Detail:

Der erste Treffer von Kameron Taylor sollte sinnbildlich für die Towers-Offensive in den Anfangsminuten stehen – der Ball kreiste erst zweimal auf dem Ring, bevor er sich entschied, durch die Reuse zu fallen (2:3, 2.). Auch die Hamburger kreisten im Angriff zunächst mehrfach um das Ziel, wirkten aber ebenso nicht vollends entschlossen. So ging Vechta nach zwei erfolgreichen Distanztreffern in Führung (9:6, 5.). Und auch in der Defensive fehlte die letzte Entschlossenheit, was die Gastgeber mit zwei einfachen Abschlüssen am Ring ebenfalls ausnutzten (14:13, 8.). Pedro Calles war zur rechten Zeit mit einer Auszeit zur Stelle. Und fortan stimmte der Fokus, ein 13:2-Lauf war die folgerichtige Konsequenz. Den Schlusspunkt des ersten Viertels setzte Youngstar Justus Hollatz und brachte seine Towers nach zehn Minuten mit 16:26 in Front.

Mit Start des zweiten Abschnittes fand dann auch die Hamburger Defensive langsam ihren Rhythmus und trieb Vechtas Fehlerquote in die Höhe. Punkte gab es vornehmlich von der Freiwurflinie – und zwar auf beiden Seiten (20:29, 13.). Wenn es die Towers jedoch verpassten, dass Spiel der Gastgeber entscheidend zu verlangsamen, zeigten die ehemaligen Teamkollegen von Max DiLeo ihre Qualität und schlossen prompt auf (27:31, 14.). Doch Terry Allen, Bryce Taylor und TJ Shorts präsentierten sich erfolgreich als Spielverderber und stellten zügig den zweistelligen Vorsprung wieder her (27:37, 15.). Dass die Führung nicht weiter wuchs, lag an der noch ausbaufähigen Chancenverwertung. Mit sechs Punkten in Folge, darunter ein Fastbreak-Dunk nach Ballgewinn, legte Maik Kotsar auf dem Towers-Punktekonto nach. Doch auch Vechta, von zehn schnellen Zählern durch Sosa beflügelt, brachte auf dem Weg in die Halbzeitpause Punkt um Punkt auf die Anzeigetafel. Die Schlusssequenz der ersten Hälfte gehörte Kameron Taylor – nach zwei erfolgreichen Freiwürfen ging es mit 41:49 in die Kabinen.

Mit 14 Punkten, 6 Rebounds und 5 Assists zeigte Kameron Taylor erneut eine starke Allround-Leistung. | Foto: Christian Becker

Nach der Pause starteten die Towers druckvoll und konsequent. Zwei Dreier von Terry Allen und sechs Punkte in Folge von Maik Kotsar waren die folgerichtige Belohnung für eine deutliche Steigerung in der Defensive. (45:62, 23.). Was aber fehlte, war die Konstanz. Denn trotz zwischenzeitlichem Monsterblock von Kameron Taylor gelang es Vechta Lücken in der Towers-Defensive zu finden – zwei Dunks und ein Dreier der RASTAner später war die Führung wieder in den einstelligen Bereich geschmolzen (56:64, 27.). TJ Shorts brachte mehr Tempo ins Towers-Spiel, offensiv wie defensiv, und führte sein Team mit sechs schnellen Punkten – die letzten beiden nach einem Steal – zur Rückkehr zum zweistelligen Punktepolster (58:72, 29.). Bis zum Ende des dritten Viertels gelang es Vechta abermals etwas zu verkürzen – mit einer Zehn-Punkte-Führung (63:73) ging es in die letzten zehn Minuten.

Im Schlussabschnitt wechselten sich zunächst Treffer und Fehlwürfe bei beiden Teams munter ab – weiter absetzen konnten sich die Towers trotz Dreier von Zac Cuthbertson und Justus Hollatz also nicht (68:79, 32.). Auch ein Dreier von Jordan Swing und ein anschließender Ballgewinn reichten nicht, um möglicherweise vorzeitig eine Entscheidung zu erzwingen. Stattdessen verkürzte Herkenhoff aus der Distanz auf neun Punkte, ehe Maik Kotsar mit zwei weiteren Zählern seinen BBL-Bestwert von 22 Punkten einstellte (73:84, 35.). Das Punktepolster pendelte, wie schon seit dem Ende des ersten Viertels, weiter um die Zehn-Punkte-Marke. Trotz des kontinuierlichen Vorsprungs ließ es sich Max DiLeo nicht nehmen, knapp drei Minuten vor dem Ende einem schier aussichtslosen Loose-Ball hinterher zu hechten – inklusive Sprung über die Werbebande vor die Füße von Magenta Sport Kommentator Daniel Pinschower. Drei Minuten vergingen, ehe Terry Allen weitere Towers-Zähler glückten, doch bis auf einen Freiwurf fiel auch bei Vechta in der Zwischenzeit nichts (77:88, 39.). Mit fünf Punkten und Stop-the-Clock zögerte Vechta das Ende zwar etwas heraus, konnte letztendlich den 82:88-Auswärtserfolg der Towers und damit den siebten Sieg in Serie nicht mehr verhindern.

Towers-Statistiken: Shorts (13 Punkte, 5 Ass.), Swing (3), DiLeo, Rich, K. Taylor (14, 6 Reb. 5 Ass.), Kotsar (22, 9 Reb.), Hollatz (8, 6 Reb.), Allen (19, 6 Reb.), Ogunsipe (4), Cuthbertson (4), B. Taylor (1)

Fr 23. April 21

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Do 29. April 21

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So 02. Mai 21

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Di 04. Mai 21

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