17.01.2021

Towers in München ausgebremst

Unglücklich deutlich verlieren die Hamburg Towers nach vierzig kämpferischen Minuten gegen sehr routinierte und tempobestimmende FC Bayern München Basketballer mit 85:71.

Letztes Jahr trennten beide Teams 56 Punkte – am 13. Spieltag der Saison 20/21 begegneten sich die Hamburg Towers und der FC Bayern München als Tabellennachbarn. Magenta Sport Kommentator Michael Körner erwartete daher eine vielversprechende Partie – und sollte damit phasenweise Recht behalten. In ihren weißen Heimtrikots starteten die Towers in den Nord-Süd-Gipfel und konnten den ersten Spielabschnitt ausgeglichen gestalten. Nachdem Bryce und Kameron Taylor frühzeitig bereits jeweils zwei Fouls auf ihrem Konto hatten (9:8, 6.), sorgte das Guard-Duo um TJ Shorts und Jordan Swing zwischenzeitlich gar für eine Führung (15:16, 9.). Dennoch schafften es die Hamburger nicht, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Stattdessen verlangsamten die Münchener das Tempo deutlich. So prägten Läufe beider Teams das zweite Viertel. Mit einem erfolgreichen Mitteldistanzwurf verkürzte Kameron Taylor auf 38:35 (18.). Zu oft standen sich die Towers selbst im Weg und schenkten durch eigene Fehler das Momentum wieder her. So verbuchten die Hausherren den letzten Run vor der Halbzeit für sich und gingen beim Stand von 48:37 in die Kabine. Und auch nach der Pause drosselten die Münchener das Tempo weiter. Fast vier Minuten dauerte es, bis Kapitän Bryce Taylor für die Hamburger erfolgreich war (53:39, 24.). Doch es war der Startschuss für eine kleine Aufholjagd. Nachdem TJ Shorts zunächst den Halbzeit-Rückstand wiederherstellte (58:47, 28.), drückten in der Folge Johannes Richter, Justus Hollatz und wieder Shorts aufs Tempo und machten das Punktepolster einstellig (62:54, 30.). Profitieren konnten die Towers davon zunächst nicht. Ein viertelübergreifender 9:0-Run des FC Bayern München sorgte wieder für ein deutliches Soll (71:54, 32.). Doch angeführt von Jordan Swing schafften es die Hamburger erneut den Rückstand zu verkürzen (76:67, 38.). Die Towers waren drauf und dran für eine überaus heiße Schlussphase zu sorgen. Doch stattdessen blieben die Hausherren cool und brachten die Partie mit zwei Dreiern von Flaccadori routiniert zu Ende.

Justus Hollatz auf dem Weg zum Korb. | Foto: Tom Kohler

Kurzer Schnack nach dem Spiel:

Pedro Calles: „Gratulation an Bayern München. Sie haben ihren Gameplan heute sehr solide umgesetzt. Es war eines unserer Ziele das zu unterbinden, allerdings haben wir das nicht geschafft. Hinzu kommt, dass wir jedes Mal, wenn uns ein Lauf gelungen ist, Bayern München mit eigenen Fehlern einfache Körbe erlaubt haben. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber die Münchener haben ihre Vorteile weiterhin ausgespielt. So hatten wir in der letzten Minute keine Chance mehr auf den Sieg.“

Marvin Ogunsipe: „Ich glaube, wir sind alle hierhergekommen, um um den Sieg zu spielen. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Aber wir konnten unseren Gameplan leider nicht so umsetzen, wie wir uns das vorgestellt haben. München ist eine starke Mannschaft, wenn nicht sogar die stärkste in Deutschland und eine der stärksten in Europa. Da ist es keine Schande zu verlieren, aber dennoch sind wir enttäuscht. Es war der Plan, mit mehr Energie herauszukommen gegen München, die ein hartes Programm unter der Woche hatten. Wieso das nicht funktioniert hat, das müssen wir jetzt analysieren. Ich denke, wir hatten nicht nur schlechte Sachen in diesem Spiel, wir haben einige Dinge auch sehr gut umgesetzt. Darauf können wir aufbauen und nach einer guten Trainingswoche gegen Frankfurt zeigen, was wir machen wollten – und das ist gewinnen.“

Justus Hollatz: „Ich denke, wir haben uns heute ein bisschen selbst im Weg gestanden. Wir haben es immer wieder geschafft heranzukommen, dann aber Fehler gemacht, von denen Bayern profitiert hat. Da ist es dann schwer gegen eine Mannschaft wie München nochmal heranzukommen. Dennoch haben wir die kompletten vierzig Minuten gekämpft, letztendlich hat es aber nicht gereicht.“

Das Spiel im Detail:

Der Auftakt des Nord-Süd-Gipfels verlief zunächst ausgeglichen. Mit einem Treffer aus der Mitteldistanz und einem starken Drive erzielte Kameron Taylor die ersten Punkte für die Towers (5:4, 2.). Auch in der Defensive packten die Hamburger von Beginn an zu, allerdings auf Kosten von zwei schnellen Fouls bei Namensvetter Bryce Taylor. Die Verteidigung der Münchener zeigte ebenfalls nur wenig Lücken. Nachdem Maik Kotsar im Zusammenspiel mit Kameron Taylor erfolgreich abgeschlossen hatte, kassierte der Vorlagengeber auf der Gegenseite ebenfalls sein zweites Foul (9:8, 6.). Postwendend schickte Head Coach Calles TJ Shorts und Jordan Swing auf das Parkett. Und das Guard-Duo führte die Towers zur ersten Führung – Shorts fand Swing frei an der Dreierlinie (15:16, 9.). Wieder im Zusammenspiel mit TJ Shorts glich Jordan Swing mit einem Distanztreffer aus, ehe Münchens Reynolds den ersten Abschnitt spektakulär mit einem Dunk beendete (21:19, 10.).

Viel Energie hatte Pedro Calles vor dem Spiel von seinem Team gefordert. Doch zum Auftakt des zweiten Viertels starteten die Hausherren energiegeladener. Nach einem 5:0-Run nahm der Spanier die Auszeit (26:19, 12.). Auf die Unterbrechung antworteten die Hamburger ebenfalls mit einem Lauf, ein Dreier von Max DiLeo sorgte wieder für den Anschluss (26:24, 13.). Mit einer erneuten Serie gingen die Münchener erstmalig zweistellig in Führung, ehe Maik Kotsar mit einem dynamischen Zug die nächsten Hamburger Punkte erzielte. Ein Drei-Punkt-Spiel von Terry Allen und ein Fastbreak-Abschluss durch TJ Shorts vollendeten einen Hamburger 7:0-Run, den der FC Bayern mit einer Auszeit quittierte (36:31, 16.). Mit vier Punkten in Serie konnten die Towers sogar weiter verkürzen, doch ein durch unnötige Hamburger Fehler entstandener weiterer Run der Münchener stellte das Punktepolster wieder her (44:35, 19.). Mit einer Auszeit sortierte Calles das Spiel seiner Mannschaft erneut, ein letzter Run vor der Halbzeit blieb allerdings aus. Beim Stand von 48:37 ging es in die Pause.

Jordan Swing findet die Lücke gegen Jalen Reynolds. | Foto: Hans Rauchensteiner

Statt Vollgas-Basketball drosselten die Münchener das Tempo nach dem Seitenwechsel deutlich. Die Hamburger Versuche zu Beginn der zweiten Spielhälfte fanden das Ziel nicht. Da sich aber auch die Gastgeber offensiv schwertaten, wuchs der Rückstand nur minimal an. Nach fast vier gespielten Minuten schickte Bryce Taylor Gegenspieler Zipser mit einem Anklebreaker auf die Bretter und vollendete aus der Mitteldistanz (53:39, 24.). Erneut Bryce Taylor, diesmal aus der Distanz, und TJ Shorts mit fünf Punkten in Folge stellten den Halbzeit-Rückstand wieder her (58:47, 28.). Nachdem Reynolds trotz Foul von Johannes Richter den Korbleger verwandelt hatte, antwortete der Hamburger Neuzugang mit einem Distanztreffer auf der Gegenseite. Erst Justus Hollatz mit einem Fastbreak-Dunk und im Folgeangriff TJ Shorts mit einem schnellen Drive machten den Rückstand wieder einstellig (62:54, 30.) – der Schlusspunkt vor dem letzten Viertel gehörte Babb, der einen Mitteldistanzwurf zum 64:54 verwandelte.

Körperlich stärker und zu Teilen am Rande der Legalität setzte sich Seeley gleich doppelt im Duell mit TJ Shorts durch. Ein Block von Reynolds gegen Maik Kotsar und Punkte des Münchener Centers auf der Gegenseite finalisierten einen 7:0-Lauf der Hausherren zum Start in den Schlussabschnitt (71:54, 32.). Kameron Taylor, im dritten Nachfassen, leitete einen kleinen Hamburger Lauf ein – erst Swing im Eins-gegen-Eins, dann im Fastbreak nach Anspiel von Kameron Taylor – der die Gastgeber zur Auszeit zwang (73:60, 34.). Mit einem schnellen Dreier verkürzte Jordan Swing abermals, mit individueller Klasse hielten die Hausherren aber dagegen (76:63, 36.). Doch die Towers ließen sich nicht abschütteln, drückten durch Swing und Johannes Richter den Vorsprung wieder in den einstelligen Bereich (76:67, 38.). Nach weiteren vier schnellen Punkten startete die finale Minute mit lediglich sieben Punkten Rückstand. Ein gelassen herausgespielter Dreier von Flaccadori beendete jedoch auch die letzten Hoffnungen auf die Sensation. Mit einem weiteren Dreier setzte der Italiener in Reihen der Hausherren den 85:71-Schlusspunkt.

Towers-Statistiken: Shorts (16 Punkte, 6 Ass.), Swing (15), DiLeo (3), Taylor K. (8, 7 Reb., 5 Ass.), Kotsar (6), Richter (5), Hollatz (2), Allen (8, 7 Reb.), Ogunsipe, Cuthbertson, Taylor B. (8)

So 07. März 21

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Sa 13. März 21

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Mi 17. März 21

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