08.04.2021

Towers fahren nach Berlin, um zu gewinnen

Am Samstag (18 Uhr) treffen die Hamburg Towers nur rund zwei Wochen nach dem überraschenden 90:75-Heimsieg erneut auf ALBA BERLIN. Die Partie aus der Hauptstadt überträgt Magenta Sport live ab 17.45 Uhr.

Eine der schillerndsten Hamburger Persönlichkeiten, mit Zweitwohnsitz in Berlin, sang 1983 vom Sonderzug nach Pankow. Mehr als 38 Jahre später geht es am Samstag für das, nach zuletzt sieben Erfolgen in Serie, wohl derzeit bestaufgelegte Hamburger Sportteam in die Hauptstadt – allerdings nur mit einer regulären Verbindung der Deutschen Bahn. Dennoch könnte sich das Auswärtsspiel der Hamburg Towers bei ALBA BERLIN als ebenso große Herausforderung erweisen, wie seinerzeit ein Gastauftritt von Udo Lindenberg in der damaligen DDR. Das erste Duell dieser Saison gewannen die Towers in Hamburg überraschend deutlich mit 90:75. „Ich denke, die Partie am Samstag wird sich schon vom Hinspiel unterscheiden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Berlin zwei Mal in Folge gegen denselben Gegner einen schlechten Abend erwischen wird“, so die Erwartungen von Head Coach Pedro Calles.

Pedro Calles bereitet seine Towers auf ein Berliner Team in Topform vor. | Foto: MSSP

Die überaus kurze, aber wohl ebenso prägnante Einschätzung von Berlins Head Coach Aito Garcia Reneses vor rund zweieinhalb Wochen zum Spiel seiner Mannschaft: „Wir haben heute schlecht gespielt“. Ursache dafür waren einerseits die Berliner Dreierquote (32%), weil es die Towers schafften, ALBA deutlich unter ihrem Saisonschnitt (38,2%) zu halten, und das Reboundduell (33 Hamburg / 29 Berlin) – zwei Kategorien, in denen die Hauptstädter sonst zu den Topteams im Ligavergleich zählen. Gleich zu Spielbeginn erzwang die aggressive Hamburger Defensive – mit 9,0 Steals pro Partie weiterhin Ligaspitze – fünf Ballverluste, offensiv nutzten die Towers konsequent ihre Möglichkeiten und legten damit den Grundstein für den Erfolg. Gleiches Prinzip gilt auch für Samstag. „Wir müssen bereit sein und die Chancen nutzen, die uns geboten werden. Wir fahren nach Berlin und wollen gewinnen“, so Calles‘ Planungen für den anstehenden Trip.

Berlin richtet Fokus auf BBL

Am Donnerstagabend bestreiten die Berliner ihr finales EuroLeague-Spiel. Anders als München, die als erstes deutsches Team die Playoffs im höchsten europäischen Wettbewerb erreichten, kann sich ALBA anschließend ausschließlich auf den nationalen Spielbetrieb aus Liga und Pokal – am 17./18. April findet der Magenta Sport BBL Pokal statt – konzentrieren. „Demnach gehe ich davon aus, dass wir Berlin am Samstag in Top-Form erleben werden“, so Pedro Calles. Entsprechend bereitet der Hamburger Head Coach sein Team auch auf Peyton Siva und Maodo Lo vor, die im Hinspiel nicht dabei waren.

Berlin verlor bisher lediglich ein Spiel in heimischer Halle. | Foto: Camera4

Mit nur 16 Vorlagen im ersten Aufeinandertreffen musste sich Berlin mit der geringsten Ausbeute in dieser Saison begnügen, wohl auch, weil die beiden etablierten Aufbauspieler fehlten. Beide Guards zählen zu den besten Vorlagengebern im Team von Aito Garcia Reneses. Vor allem der Ausfall von Siva, der fast ein Drittel aller BBL-Partien bisher verpasste, schmerzte. „Peyton Siva ist schon lange in Berlin und hat das System voll verinnerlicht. Als Spielmacher, vor allem mit seinen Pass- und Scoringqualitäten, ist er in der Lage seine Mitspieler und das Team besser zu machen“, so Calles‘ Einschätzung des seit 2016 in Berlin aktiven US-Amerikaners.

Selbstbewusst gegen die Großen

Schmerzhaft war auch die erste Begegnung mit Berlins 2,21-Riese Christ Koumadje, der selbst Hamburgs Center Maik Kotsar, immerhin 2,11 Meter groß, zur Aussage verleitete: „Ich habe mich richtig klein gefühlt. Mit seiner Zonenpräsenz veränderte er nach seiner Einwechslung sofort das Spiel. „Er ist defensiv sehr effektiv in Ringnähe. Daher müssen wir für ihn ein paar Anpassungen vornehmen. Aber wir dürfen uns nicht nur darauf versteifen, dass Maik ihn attackieren kann. Es geht darum Wege zu finden, wie wir gemeinsam Berlin attackieren können, wenn Koumadje auf dem Feld steht“, so Pedro Calles über den Einfluss des Berliner Centers.

Terry Allen nimmt es in der Defensive mit Berlins Ben Lammers auf. | Foto: MSSP

Profiteur des Match-Ups mit Koumadje war im ersten Duell Terry Allen, der an die Dreierlinie auswich und sich so genügend Platz verschaffte. „Sobald ich frei war, haben mich meine Mitspieler gefunden“, resümiert der Flügelspieler, der mit sechs verwandelten Dreiern eine neue persönliche Bestleistung aufstellte. „Ich nehme zahlreiche Würfe im Training und versuche meinen Wurf weiter zu perfektionieren. In jedem Spiel versuche ich daher meine Würfe mit viel Selbstbewusstsein zu nehmen – jeder Treffer baut mein Selbstbewusstsein noch weiter auf“. Mit dem Vertrauen in die eigenen Stärken könnten die Towers am Samstag das erste Team seit zwei Jahren sein, dass Berlin in beiden Hauptrundenspielen besiegt.

Terry Allen im Gespräch mit Magenta Sport. | Foto: Isaac Duah

Kurzer Schnack vor dem Spiel:

Pedro Calles: „Am Samstag treffen wir wieder auf ein EuroLeague-Team, dass heute ihre internationale Saison beendet. Sie werden ihren Fokus also nur noch auf die BBL richten, demnach gehe ich davon aus, dass wir Berlin am Samstag in Top-Form erleben werden. Möglicherweise sind auch Peyton Siva und Maodo Lo wieder dabei. Peyton Siva ist ein großartiger Spieler. Er ist schon lange in Berlin und hat das System voll verinnerlicht. Als Spielmacher, vor allem mit seinen Pass- und Scoringqualitäten, ist er in der Lage seine Mitspieler und das Team besser zu machen. Ich denke, die Partie am Samstag wird sich schon vom Hinspiel unterscheiden. Coach Aito hat in der Pressekonferenz nach dem Spiel gesagt, dass wir gut und sie schlecht gespielt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Berlin zwei Mal in Folge gegen denselben Gegner einen schlechten Abend erwischen wird. Es wird also eine nochmals größere Herausforderung. Wir müssen bereit sein und die Chancen nutzen, die uns geboten werden. Wir fahren nach Berlin und wollen gewinnen. Berlins Koumadje ist defensiv sehr effektiv in Ringnähe. Daher müssen wir für ihn ein paar Anpassungen vornehmen. Aber wir dürfen uns nicht nur darauf versteifen, dass Maik ihn attackieren kann. Es geht darum Wege zu finden, wie wir gemeinsam Berlin attackieren können, wenn Koumadje auf dem Feld steht.“

Terry Allen: „Im Hinspiel haben mich meine Mitspieler gefunden, sobald ich frei stand. Und wenn ich offen bin, dann soll ich auch werfen. Das habe ich gemacht und es hat sich ausgezahlt. Wurftechnisch war es ein sehr guter Abend für mich. Ich gehe jeden Tag im Training dieselben Abläufe durch. Ich nehme zahlreiche Würfe und versuche meinen Wurf weiter zu perfektionieren. In jedem Spiel versuche ich daher meine Würfe mit viel Selbstbewusstsein zu nehmen – jeder Treffer baut mein Selbstbewusstsein noch weiter auf.“

Fr 23. April 21

vs. s.Oliver Würzburg

Do 29. April 21

@ medi bayreuth

So 02. Mai 21

@ HAKRO Merlins Crailsheim

Di 04. Mai 21

vs. BG Göttingen