13.11.2019

Starker Schlussspurt in Ludwigsburg nicht genug

Hamburg, 1. November 2019. Den erhofften Befreiungsschlag haben die Hamburg Towers verpasst, jedoch zumindest ansteigende Form gezeigt. Bei den MHP RIESEN Ludwigsburg wurde das noch nicht belohnt. Mit 83:94 (63:78, 43:56, 22:26) ging die dritte Partie in Folge verloren.

Aufgrund seiner starken Leistungen wurde der 18-jährige Justus Hollatz erstmals in seiner BBL-Karriere in die Erste Fünf berufen. Neben ihm liefen zu Beginn der 17 Jahre ältere Heiko Schaffartzik, Tevonn Walker, Beau Beech und Prince Ibeh auf. Das Guard-Trio sah sich unmittelbar dem enorm hohen Druck der Ludwigsburger Verteidigung ausgesetzt, kam damit jedoch gut zurecht. Hollatz sammelte direkt vier Assists. Die eigene Defensivstrategie bestand daraus, die Süddeutschen zu Distanzwürfen zu verleiten. Von denen fiel stattdessen zunächst einer auf der Gegenseite, Kapitän Beech sorgte für die erste Führung (8:6/5. Minute). Der Angriff wirkte deutlich strukturierter als zuletzt, die Trefferquote stabilisierte sich. Allerdings gaben die Gäste sechs Offensivrebounds ab. Dadurch gelang es den Riesen, die nun auch von außen eindrucksvoll verwandelten, sich zum Viertelende auf 26:22 abzusetzen.

Ein viertelübergreifender 7:0-Lauf brachte das Team von Cheftrainer Mike Taylor zurück (24:26/11.). Die Freude währte kurz. Ludwigsburgs Guards kannten von der Dreierlinie keine Gnade und zwangen den Towers-Coach zur Auszeit (24:31/12.). Zwei Dreier später zum 40:29 (14.) war die nächste Timeout fällig. An Allerheiligen war den Gastgebern insbesondere der Heilige der Werfer wohlgesonnen. Der Aufsteiger, der ohne den erkrankten Malik Müller auskommen musste, konnte Khadeen Carrington, Marcos Knight und Tanner Leissner beim Abschluss durch die Haare fahren, sie trafen dennoch. Bei den Hamburgern hatte lediglich Beech (elf Zähler) ähnlich durchschlagenden Erfolg. Der Forward war maßgeblich daran beteiligt, dass Hamburg zur Pause, in die es mit einem 43:56-Rückstand ging, eine kleine Chance wahrte.

Diese wurde nun mehr minimal, denn den Start ins dritte Viertel verpatzten die Towers. Nach 1:23 Minuten und fünf unbeantworteten Punkten des Favoriten musste Taylor seine Akteure erneut zur Bank bitten. Dort wurde ein Strategiewechsel vollzogen, der fruchtete. Ihrerseits pressten die Wilhelmsburger um Defensiv-Pitbull Tevonn Walker jetzt aggressiver, doppelten, kamen zu Ballgewinnen und näher ran (48:61/23.). Doch erneut sollte es nur bei einem Zwischenhoch bleiben. Die athletischen Schwaben spielten ihre physische Dominanz clever aus, wenngleich Kevin Yebo nach Kräften dagegenhielt. Das 63:78 nach 30 Minuten verhinderten weder er, noch der in Fahrt kommende Yanna Franke.

Für Belebung im Spiel sorgte die Rückkehr von Ibeh aufs Parkett der schicken MHPArena. Ein linker Haken des Centers brachte die Norddeutschen auf 70:81 (34.) heran, vor allem defensiv machte sich seine Präsenz extrem bemerkbar. Durch zwei vergebene Dreier und einen Schrittfehler verpassten es die Towers zunächst, Druck auf die Ludwigsburger auszuüben. Doch Marshawn Powell und Franke waren noch nicht fertig (74:81/37.). Die Anspannung in der Halle war spürbar. Und das kollektive Ausatmen hörbar, als Hans Brase per Dreier (was sonst an diesem Tag?) 6:08 Minuten ohne schwarz-gelben Punkt beendete (84:74/38.). Erneut schlug Franke von Downtown zurück. Es sollte jedoch das letzte Aufbäumen bleiben, der starke Endspurt blieb gegen einen routinierten Kontrahenten ohne Krönung.

Headcoach Mike Taylor zur Partie: „Ludwigsburg hat verdient gewonnen und das Spiel kontrolliert. Besonders die Guards haben uns mit ihrer Physis Probleme bereitet. Dennoch bin ich zufrieden, das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben uns stark zurückgekämpft. Die Effizienz muss aber besser werden, das waren heute eindeutig zu viele Ballverluste.“

Hamburg Towers: Franke (18 Punkte), Ibeh (8), Beech (19/12 Rebounds), Walker (5), Schaffartzik (5), Kindzeka (3), Freese (2), Hollatz (7 Assists), Ogunsipe (3), Powell (10), Yebo (7).

Ein immens wichtiges Spiel gegen einen direkten Konkurrenten steht als nächstes an. Am Samstag, 16. November, gastiert Schlusslicht BG Göttingen in der edel-optics.de Arena.

Sa 16. November 19

vs. BG Göttingen

So 24. November 19

@ ratiopharm ulm

Sa 30. November 19

vs. medi bayreuth

Fr 06. Dezember 19

@ Basketball Löwen Braunschweig