23.03.2019

Niederlage im Spitzenspiel

Niederlage im Spitzenspiel

Die Hamburg Towers haben es verpasst, den zweiten Tabellenplatz und damit Heimrecht bis ins Halbfinale vorzeitig festzumachen. In einem intensiven und atmosphärischen Gipfeltreffen mit Tabellenführer NINERS Chemnitz setzte es eine knappe 77:80 (63:66, 40:45, 18:23)-Niederlage. Aufgrund der Pleite der drittplatzierten MLP Academics Heidelberg bei den PS Karlsruhe LIONS bleibt Hamburg Zweiter. Kurios: Ein Feueralarm sorgte für eine zwischenzeitliche Unterbrechung.

Da sich Malik Müller (Bänderdehnung) zum Rekonvaleszenten Scootie Guyton (Bänderriss) gesellte, musste Towers-Headcoach Mike Taylor seine Starting Five umbauen. Diesmal begannen Cha Cha Zazai, Tevonn Walker, Drew Barham, Beau Beech und Jannik Freese. Das Quintett musste einen frühen 2:5-Rückstand (1. Minute) verarbeiten, der die rund 100 Gästefans prompt zu „Auswärtssieg“-Sprechchören veranlasste. So schnell wollten sich die Hamburger allerdings nicht geschlagen geben. Überhaupt: Im Prestigeduell wurde kein Zentimeter verschenkt, beinahe bis aufs Blut verteidigt. Nach fünf Minuten hatten sich die Gastgeber ihren 12:9-Vorsprung im wahrsten Sinn erarbeitet. Noch viel wichtiger als das Resultat war im ersten Viertel jedoch die Rückkehr von Publikumsliebling René Kindzeka, der nach überstandenem Innenbandanriss im linken Knie und siebenwöchiger Verletzungspause überraschend eine Woche früher als erwartet sein Comeback gab und sich per Dreier sogleich auf dem Scoreboard verewigte (15:13/7.). Bis zur ersten Pause lagen die NINERS wieder mit 23:18 vorn.

Und daran änderte sich zunächst nichts. Das Gegenteil war der Fall. Keine 50 Sekunden waren vergangen, da musste Taylor bereits eine Auszeit nehmen (21:28/11.). Erst ein Ballgewinn direkt am gegnerischen Korb, gefolgt von einem Power-Dunking von Walker weckte den Hamburger Teil des Publikums aus seinem Dornröschenschlaf (25:30/13.). Auf die Leistung des Tabellenzweiten hatte es indes kaum Einfluss. Chemnitz sezierte die Defensive der Hausherren mit chirurgischer Präzision und zog dank brillanter Ballbewegung auf 40:28 davon. Just in dem Moment, als Taylor seine Schützlinge nach einer weiteren Timeout zurück aufs Parkett beordern wollte, erhielt er Gelegenheit zu einer verlängerten Auszeit – ein besonders sensibler Rauchmelder in der Küche hatte aufgrund geringfügiger Rauchentwicklung angeschlagen. Sämtliche Personen mussten die Arena verlassen. Kurioserweise gab es einen ähnlichen Vorfall bereits 2016 ebenfalls gegen Chemnitz. Und da der Spruch auf der Hand liegt: Als es nach 24-minütiger Unterbrechung weiterging, fingen die Towers Feuer (38:43/28.). Zur – nächsten, diesmal aber planmäßigen – Pause stand es 40:45. Vor allem Barham überzeugte bis dahin mit elf Punkten.

Fortan leisteten die Sachsen defensiv allerdings einen besseren Job gegen den Topscorer der Wilhelmsburger, der sich ebenso wie seine Mitspieler sehr auf Isolationsaktionen fokussierte. Für den Spitzenreiter war dies offenkundig zu ausrechenbar. Jedenfalls gestattete er kaum noch Zähler und zwang Taylor zur Auszeit (47:58/26.). Zazai beendete eine 3:06 Minuten währende Phase ohne Korberfolg – standesgemäß per Dreier. Und „Elektro-Achim“, wie er einst bei seinem Ex-Klub in Chemnitz genannt wurde, blieb geladen. Ein weiterer Distanzwurf sorgte für das 58:62 (29.). Damit nicht genug. Der Kapitän traf mit der Sirene zum 63:66 und stellte damit seine Saisonbestleistung von der Dreierlinie ein.

In der packenden Schlussphase hatten die Norddeutschen allerdings zunächst das Nachsehen. Besonders die exorbitant hohe Trefferquote der wurfsichersten Mannschaft der BARMER 2. Basketball Bundesliga machte der stärksten Verteidigung der ProA zu schaffen. So zog die erstplatzierte Selección des Argentiniers Rodrigo Pastore auf 77:69 davon (35.). Ein Barham-Dreier machte dem Großteil des Publikums wieder Hoffnung (72:77/37.). Einen Block und Traumpass von Justus Hollatz auf Walker später standen die Fans vor Begeisterung, während sich die Ostdeutschen erstmal zur Auszeit auf die Bank setzen mussten. In der Begegnung war nun mehr Spannung als auf einem Bogen. Und die Protagonisten übertrafen sich an Nervosität. Walkers 77:78 bei 1:56 Minuten folgten auf beide Seiten verteilte fünf Fehlwürfe sowie ein Ballverlust. NINERS-Star Malte Ziegenhagen traf bei 11,9 Sekunden zwei Freiwürfe. Im Gegenzug gelang es weder Beech von der Freiwurflinie, noch Max Montana per Dreier, das Spiel noch in die Verlängerung zu schicken.

„Ich bin sehr zufrieden, dass wir mit so viel Herz gespielt und uns wieder herangekämpft haben. Allerdings war Chemnitz deutlich effizienter. Wir haben zu viele einfache Körbe zugelassen und zu häufig eine individuelle Lösung gesucht. Für die Playoffs ist dies jedoch eine großartige Lektion, da uns nun bewusst sein dürfte, dass wir nicht gewinnen können, wenn wir nur Eins gegen Eins spielen“, sagte Taylor.

Hamburg Towers: Zazai (11 Punkte/5 Assists), Rich (2), Beech (8/9 Rebounds), Walker (12), Montana (4), Kovacevic (3), Kindzeka (4), Freese (13), Hollatz, Raffington (4), Barham (16).

Bevor die Playoffs beginnen, müssen die Towers noch ein finales Spiel in der regulären Saison absolvieren. Am Samstag, 30. März, um 19.30 Uhr entscheidet sich bei den Tigers Tübingen, von welcher Position aus es in die Aufstiegsrunde geht. In jedem Fall beginnen die Playoffs für Hamburg mit einem Heimspiel am Samstag, 6. April, in der edel-optics.de Arena. Auch die dritte Partie wird daheim ausgetragen, ebenso wie eine mögliche fünfte. Karten dafür gibt es hier zu erwerben: https://hhtowers.wlec.ag/hamburg-towers-playoffs-2018-19-tickets-35.html#tour45

So 07. März 21

@ NINERS Chemnitz

Sa 13. März 21

vs. SYNTAINICS MBC

Mi 17. März 21

vs. Basketball Löwen Braunschweig

Sa 20. März 21

@ Basketball Löwen Braunschweig