Emotionen Seth Hinrichs und Will Christmas in Berlin

Zu wenig Körbe an Ostern in Berlin

Die Veolia Towers verlieren am Ostersonntag aufgrund einer schwachen Trefferquote mit 85:65 in Berlin. Nur zwei Versuche aus der Distanz bringen die Hamburger im Ziel unter. Seth Hinrichs wird mit 13 Zählern Topscorer.

Benka Barloschky: „Wir hatten heute keine guten Quoten. In der ersten Hälfte war ich aber durchaus sehr zufrieden mit der Qualität unserer Würfe. Wir haben uns wirklich gute Würfe herausgespielt. Mein Eindruck war, dass wir die erste Hälfte eigentlich für uns entschieden haben. Aber wir konnten aus unserem Übergewicht kein Kapital schlagen. Wenn der Korb vernagelt ist, dann muss man andere Wege finden. ALBA hat dann die bessere zweite Hälfte gespielt. Sie haben die Partie sehr clever zu Ende gebracht, auch die Linie der Schiedsrichter besser für sich genutzt. Der entscheidende Punch kam dann im dritten Viertel.“

Seth Hinrichs: „Es gibt Spiele, da will einfach kein Wurf fallen – heute war genau so ein Tag. Wir haben es nicht geschafft, uns ein Momentum aufzubauen. Wenn nahezu nichts aus der Distanz fällt, dann ist es unglaublich schwer, offensiv ins Laufen zu kommen. Berlin hat dann in der zweiten Hälfte die Physis angezogen, etwas anders geswitcht. Wir haben das nicht gut genug attackiert. So konnten die Berlin das Spiel komplett an sich reißen.“

Trotz zahlreicher Ausfälle – Weltmeister Johannes Thiemann sowie Procida und Spagnolo waren verletzt, Koumadje gesperrt – schien es so, als würden die favorisierten Hauptstädter zunächst besser in die Partie finden. Doch vom schnellen Fünf-Punkte-Minus ließen sich die Veolia Towers nicht beeindrucken und lagen nach einem 8:0-Run ihrerseits zum ersten Mal an diesem Ostersonntag in Front. Mit zahlreichen Wechseln versuchte ALBA Berlin, den Rhythmus der ersten Minuten wieder aufzunehmen. Doch die Hamburger stemmten sich erst einmal eifrig in der Defensive gegen das hohe Tempo der Hausherren. Dennoch übernahmen die Albatrosse nach einem Drei-Punkt-Spiel vom gebürtigen Hamburger Louis Olinde wieder die Führung. Und behaupteten diese auch bis zum Ende der ersten zehn Minuten. Mehr als das 19:16 sorgten jedoch die jeweils zwei persönlichen Fouls, die sich bei früh bei Aleksander Dziewa und Jonas Wohlfarth-Bottermann angesammelt hatten, für erste kleine Sorgenfalten auf der Stirn von Head Coach Benka Barloschky.

Towers können sich zu selten belohnen

Zu Beginn des zweiten Viertels tauschten zwar beide Kontrahenten erst einmal Zählbares wie Osterpräsente aus – an der Differenz auf dem Scoreboard änderte sich dadurch aber nichts. Erst ein Drei-Punkt-Spiel von VJ King sowie ein anschließender Abschluss im Fastbreak von Seth Hinrichs konnten das Muster durchbrechen. Und so die Hamburger wieder in Führung bringen. Nach einem frechen Dreier von Brae Ivey, der sich zuvor an Berlins Defensivklette Jonas Mattisseck abrieb, konterte ALBA mit einem 5:0-Spurt. In dieser Phase verpassten die Hanseaten gleich mehrfach auch aussichtsreichste Abschlüsse. Überhaupt trafen die Towers in der ersten Halbzeit zu inkonstant (39,4 %), um sich für ihren sonst überaus entschlossenen Auftritt gegen den ehemaligen Serienmeister und Euroleague-Teilnehmer wirklich zu belohnen. Von jenseits der 6,75-Meter-Linie fand sogar nur einer von elf Versuchen (10,0 %) das Ziel. Und dennoch war der Halbzeitstand (40:37) ein Teilerfolg. Denn mit viel Einsatz, starker Defensive und sehr präsenter Körpersprache machten die Veolia Towers die fehlende Treffsicherheit bisher wett.

Mit einer erzwungenen 24-Sekunden-Überschreitung setzten die Veolia Towers direkt ein starkes Zeichen nach dem Seitenwechsel. Am offensiven Ende aber fehlte es weiter an der notwendigen Durchschlagskraft, um aus der harten Arbeit auch Kapital zu schlagen. Für mehr als drei Minuten kam ausschließlich Aljami Durham aus der Mitteldistanz zu weiteren Punkten. Berlin legte bis auf sieben Punkte vor, ehe Seth Hinrichs per And One den Abschlussfluch kurzzeitig durchbrach. Aleksander Dziewa ließ nach weiteren 120 punktlosen Sekunde fünf Zähler folgen und verkürzte den Rückstand damit wieder auf einen Zähler. Dichter heran kamen die Hamburger ab nicht. Stattdessen verschafften sich die Hauptstädter dank zwei schneller Dreier wieder Luft. Die anschließend noch einmal zunehmende Intensität schienen die Veolia Towers nicht mitgehen zu können. Bis zum Ende des dritten Viertels (63:52) wuchs der Rückstand bis auf elf Zähler an.

Körbe in Berlin weiter wie vernagelt

Spätestens mit Beginn des Schlussviertels kippte die Osterpartie dann vollständig auf Berliner Seite. Nach einem 8:0-Start war die Differenz nun überdeutlich. Und viel Spielraum, in der Defensive noch einmal anzuziehen, hatten die Veolia Towers auch nicht mehr. Rund sieben Minuten vor Schluss waren vier Hamburger bereits mit vier Fouls belastet. Nur 40 Sekunden später muss dann mit William Christmas der erste Spieler aus dem Team von Benka Barloschky vorzeitig auschecken. Die Hanseaten probierten dennoch weiterhin alles – erspielten sich offene Würfe an der Dreierlinie oder zogen mit viel Elan zum Ring. Allerdings wie schon im bisherigen Verlauf mit viel zu wenig Fortune. Auch der mit in die Hauptstadt gereiste Hamburg Towers Fanclub konsternierte letztendlich aufgrund der unzähligen verpassten Möglichkeiten. Den Schlusspunkt der deutlichen 85:65-Niederlage legte dann ausgerechnet Ex-Hamburger Ziga Samar in den Korb und komplettierte damit eine aus Sicht der Veolia Towers ausbeuteschwache Ostern.

Stats: Brauner, Möller (2, 3 Ass.), Meisner, Ivey (6, 3 Reb.), Dziewa (12, 7 Reb.), Christmas (7, 7 Reb., 4 Ast.), Hinrichs (13, 5 Reb.), King (11, 7 Reb.), Wohlfarth-Bottermann (3), Duham (11, 4 Reb.)