Wichtiger Dr(eier) zu Ostern
Die Veolia Towers Hamburg gewinnen mit 74:70 gegen den FC Bayern München Basketball. Vor den Augen von 12.015 Fans kontrollieren die Hamburger den amtierenden Meister bis zum Schluss. Niklas Wimberg wird mit 14 Punkten Hamburger Topscorer.
Benka Barloschky: „In der ersten Halbzeit haben wir viele Chancen liegen gelassen. Umso wichtiger für uns war der kleine Run am Ende der ersten Halbzeit. Das dritte Viertel war für uns der beste Moment im Spiel. Großes Kompliment an unsere zweite Line-Up heute. Die haben uns unglaublich viel Energie gegeben und die Führung herausgespielt, welche wir bis zum Ende halten konnten. Auch das Rebounding haben wir im Laufe des Spiels in den Griff bekommen. So hat es am Ende gereicht.“
Niklas Wimberg: „Es war ein hammer Spiel, mit einer unfassbaren Atmosphäre. Die Fans haben uns heute getragen. Wir hatten die richtigen Antworten in den richtigen Momenten. Die Intensität war das ganze Spiel über hoch und ich hoffe, dass wir heute Werbung für den Basketball in Hamburg machen konnten.“
Brae Ivey: „Die Atmosphäre heute war außergewöhnlich. Wir sind sehr langsam in das Spiel gestartet, aber unser zweites Line-Up hat uns im dritten Viertel getragen und mit Energie versorgt. Mit dieser Energie haben wir den Sieg nach Hause getragen. Das Vertrauen der Coaches und meiner Mitspieler hat mich heute wieder getragen.“
Zum zweiten Mal in Folge luden die Veolia Towers Hamburg zum Basketballfest der Superlative. Am Osterfest kam in der Barclays Arena die gesamte Towers-Family zusammen, genauer gesagt 12.015 Zuschauende, womit der Zuschauerrekord vom Vorjahr kurz vor Spielbeginn spektakulär gebrochen werden konnte. Pünktlich zum Festschmaus reiste zusammen mit dem FC Bayern Basketball aus München auch Hamburger Jung Justus Hollatz an den Ort seiner Basketballwiege zurück. Dieser wurde umgehend von Towers-Center Kur Kuath begrüßt, welcher das Spiel mit schnellen Punkten am Brett eröffnete. Die Towers legten ein hohes Spieltempo vor und ließen ihre Münchner Gäste durch eine von Beginn an aggressive Defense knappe zwei Spielminuten ohne Zählbares dar stehen. Natürlich ließ es sich Kur Kuath nicht nehmen, unter tosendem Applaus erste Höhenmeter in Form eines Dunks zu sammeln. Kurz darauf verwandelte Jordan Barnett seinen zweiten Dreier in Folge und hob somit zahlreiche Fans aus den Sitzen. Gegen physische Bayern behielten die Hamburger weiterhin die Kontrolle über das Spiel, konnten zwischenzeitlich eine 15:8-Führung verbuchen. Doch auch der amtierende Meister fand langsam seinen Weg in das Spiel und ließ den Hamburger Vorsprung bis zum Gleichstand zum Viertelende schmelzen (17:17).
Hamburger verteidigen sich ins Spiel
Nachdem die Maskottchen in der Viertelpause mit einem osterlichen Eierlaufen für Unterhaltung sorgten, gehörte der Start in das zweite Viertel erst einmal den Gästen. Münchens Devin Booker brachte sein Team durch einen Dreier in Führung, bekam aber wenig später die Rechnung von Kur Kuath in Form eines Blocks und anschließendem Dunk serviert. Die Veolia Towers schafften es zwar weiterhin den bayrischen Zug zum Korb unter Kontrolle zu halten, konnten sich phasenweise aber auf der anderen Seite des Feldes nicht am Brett belohnen. „Am Brett“ ist dabei ein gutes Stichwort, denn dort gaben die Towers noch zu viele Rebounds aus der Hand (16/22), wodurch sie den Münchnern zweite Chancen erlaubten. Immer wieder zwangen sich beide Teams zu schwierigen Abschlüssen. Jaizec Lottie arbeitete sich immer wieder durch eine Vielzahl an Armen und belohnte seine Mühen mit einem Dreier. Stop um Stop ackerten sich die Hanseaten wieder an die Bayern ran: Wenige Sekunden vor der Halbzeitpause brachte Brae Ivey die Towers wieder auf zwei Punkte heran. Zur Halbzeit leuchtete schließlich ein 30:32 auf dem LED-Würfel.




Auch nach der Halbzeit ließ das Spiel weder an Physis noch an Tempo nach. Die Veolia Towers wussten das für sich zu nutzen und gingen durch einen fixen Layup von Johnathan Stove sowie einem Dreier von Ex-Münchner Niklas Wimberg wieder in Führung. Die Gäste aus München taten sich gegen die aufmerksame Verteidigung der Hamburger immer schwerer zum Korb zu kommen, denn die Towers ließen kaum noch Punkte des amtierenden Meisters zu und vereitelten Münchner Fastbreaks durch schnelle Hände. Jaizec Lottie wühlte sich immer wieder zum Korb und schickte das Spielgerät an die richtigen Empfänger. Nach einem Dreier von Jordan Barnett war die Führung der Hamburger zum ersten Mal am Abend zweistellig. Mit jedem Towers-Stop in der Defense steigerte sich die Fanfreude und auch die Rebounds kontrollierten die Hamburger nun besser. Die Towers saugten die kochende Stimmung förmlich auf, wandelten sie in noch mehr Energie auf dem Spielfeld um: Durch Dreier von Jordan Barnett und Kenneth Ogbe generierten die Hanseaten einen kleinen Run. Die Stimmung erreichte ihr Ultimo, als Jaizec Lottie mit einem eiskalten Dreier das dritte Viertel beendete (54:42).
Heute amtierenden Meister schlagen, morgen frei
Das Energie-Level der Veolia Towers blieb, angepasst an die Lautstärke in der Arena, am höchsten Punkt. Und auch Jaizec Lottie und Kur Kuath machten genau dort weiter, wo sie im dritten Viertel aufgehört hatten. Der amtierende Meister, nun sichtlich frustriert, mobilisierte noch einmal neue Kräfte. Doch die Dreier von Brae Ivey und Johnathan Stove hielten die Münchner weiterhin auf Distanz. Die Hamburger arbeiteten sich von Defense zu Defense und wandelten jeden Ballgewinn in nun wichtige Punkte um. Der Spitzenreiter hatte den Hamburger Vorsprung, unter anderem durch Punkte von Justus Hollatz, langsam abgetragen. Niklas Wimberg setzte sich gegen seine alte Wirkungsstätte durch, ging für einen zusätzlichen Freiwurf an die Linie und packte so per Dreipunktspiel wichtige Punkte auf die Anzeige. Weltmeister Andi Obst verkürzte die Hamburger Führung auf nur noch vier Punkte, worauf Head Coach Benka Barloschky umgehend mit einer Auszeit reagierte. Gerade rechtzeitig, um sein Team zur Crunchtime einzuschwören. Der Spielstand war wieder knapp geworden, was die Stimmung in der Barclays Arena noch weiter anheizte – auf den Rängen gab es kein Halten mehr. Nach Freiwürfen von Hamburger Jung Hollatz führten die Towers nur noch knapp mit zwei Punkten. Per Dreier sorgte Brae Ivey, wie bereits in den Heimspielen zuvor gegen Rostock und Heidelberg, für die vorzeitige Entscheidung in der Crunchtime. Keinen Fan hielt es zu diesem Zeitpunkt mehr auf den Sitzen und auch auf dem Spielfeld kochten die Emotionen über. Die Veolia Towers Hamburg blieben jedoch cool und entschieden vor den Augen von 12.015 Hamburger Fans das Spiel gegen den amtierenden Meister am Ende mit 74:70 für sich.
Stats: Ivey (12), Rich, Lottie (13, 5 Ast.), Maronka, Möller, Grey, Wimberg (14, 5 Reb., 3 Ast.), Barnett (11, 7 Reb.), Stove (7), Kuath (10, 4 Reb.), Ogbe(5), Turudić (2, 4 Reb., 3 Ast.)
