Wer packt die Punkte ins Körbchen?

Am Karsamstag (16.04) reisen die Hamburg Towers für den 31. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga zu den Basketball Löwen Braunschweig. Tipoff beim Tabellen-Fünfzehnten ist um 18 Uhr. Magenta Sport überträgt ab 17.45 Uhr.

WHAT’S UP?! Nur drei Tage nach dem Arbeitssieg gegen Schlusslicht Frankfurt (68:58) sind die Hamburg Towers am Samstag (16.04, 18 Uhr) bei den Basketball Löwen Braunschweig gefordert. Aktuell rangieren die Niedersachsen mit vier Siegen Vorsprung auf Frankfurt auf Tabellenplatz 15. Doch trotz des komfortablen Vorsprungs ist der Ligaverbleib noch nicht in trockenen Tüchern. Wenn es nach den Braunschweigern geht, dann soll das Ziel Klassenerhalt aber so schnell wie möglich erreicht werden. Das Team von Pedro Calles rückte am Mittwoch durch eine zeitgleiche Göttinger Niederlage in Bamberg – Justin Robinson entschied die Partie mit einem wahnsinnigen Vier-Punkt-Spiel 2,2 Sekunden vor Schluss – zunächst wieder auf Platz sieben in der Tabelle vor. Doch auch im Playoff-Rennen ist noch lange nichts entschieden. Mit Bamberg (10., 14:15), Crailsheim (9., 14:13), Göttingen (8., 16:13) und Hamburg (7., 16:13) haben gleich vier Teams die Chance, sich einen der letzten beiden Playoff-Plätze zu sichern. Dass die Towers den direkten Vergleich sowohl gegen Crailsheim als auch gegen Göttingen gewonnen haben, ist zumindest ein kleiner Vorteil – der aber auch nur bei Punktgleichheit zum Tragen kommt. Doch darauf wollen sich die Hamburger nicht ausruhen und stattdessen das Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Vor allem im Angriff braucht die Calles-Truppe aber eine schnelle Trendwende. Denn die Braunschweiger zählen zu den stärksten Offensivmannschaften der Liga – und bekanntlich gewinnt immer das Team, das mehr Würfe im Korb versenkt. Also Punkte ins Körbchen packt, um immerhin eine Oster-Anspielung im Text unterzubringen. Gleich vier Spieler der Löwen weisen einen zweistelligen Punkteschnitt auf, David Krämer (14,8) ragt als Topscorer heraus. Als Team überzeugen die Braunschweiger einerseits mit der ligaweit besten Dreierquote (37,8%), andererseits als zweitbeste Rebounder (37,1). Und auch in der Defensive trägt das Ramirez-Team eine deutliche Handschrift – die der der Towers ähnelt: Viel Energie, viel Aggressivität. Mit ruhigen und erholsamen Ostertagen kann in Braunschweig also nicht gerechnet werden.

Nach der Verletzung von Robin Amaize (li.)ist David Krämer (re.) der Anführer im Braunschweiger Team. | Foto: Christian Schlüter

DUELL IM FOKUS Lukas Meisner vs. David Krämer. Es hat einen Hauch von Vorgänger gegen Nachfolger, denn die Rolle des deutschen Scorers, die David Krämer aktuell bei den Niedersachsen ausfüllt, hatte im vergangenen Jahr Lukas Meisner inne. Im direkten Duell werden beide, soviel sei vorweggenommen, aber wohl nur äußerst selten anzutreffen sein – dafür sorgen die fünf Zentimeter Größenunterschied, die den Hamburger und Braunschweiger auf zwei unterschiedlichen Positionen auflaufen lassen. Doch in ihrer Spielanlage sind sich die beiden Duellanten äußerst ähnlich – sie scoren gern, mit Vorliebe aus der Distanz, und weisen ein gutes Gespür und die nötige Athletik für Duelle in luftiger Höhe auf, sind jeweils die drittbesten Rebounder ihres Teams. In 24:16 Minuten kommt David Krämer durchschnittlich auf 14,8 Punkte (41,7% 3er), 4,0 Rebounds und 1,4 Assists. Lukas Meisner legt in 18:13 Minuten 8,3 Punkte (37,8% 3er), 4,0 Rebounds und 1,1 Assists auf.

BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER Vier Duelle gab es zwischen den beiden Klubs bisher – vier Mal verließen die Towers das Parkett als Sieger. Dieser Fakt an sich mag vielleicht nicht wirklich besonders anmuten, dennoch ist er ist. Denn Braunschweig ist der einzige Gegner, gegen den die Hamburg Towers in der easyCredit Basketball Bundesliga noch keine Partie verloren haben. Bedenkt man, dass in der Premierensaison 2019/20 bis zum Abbruch lediglich drei Erfolge auf der Habenseite standen, ist die weiße Weste doch eine Besonderheit. Entscheidender Akteur beim ersten Sieg im Dezember 2019 war Yannick Franke, der 28 Punkte erzielte. Der damals 23-Jährige deutete mit durchschnittlich 13,2 Punkten in 20 Spielen für die Hamburger sein Potenzial an – seit März läuft der Niederländer nach Stationen in Frankreich und Polen für Hamburgs EuroCup-Gruppengegner Andorra auf. Im letzten Duell gegen die Basketball Löwen drehte ein anderer Guard auf, Jaylon Brown kam im Dezember 2021 auf 22 Zähler, etwas weniger als sein Vorreiter. Mit 15,2 Punkten liegt sein Schnitt dafür aber deutlich darüber.

OFF THE COURT Osterzeit ist Reisezeit – auch für die Hamburg Towers geht es am Samstag wieder auf Tour. In der Hoffnung, dem erwartbaren Verkehrschaos an den Feiertagen aus dem Weg zu gehen, ist für den Trip in die Löwenstadt aber eine direkte Hin- und Rückfahrt geplant, auf eine Übernachtung in der zweitgrößten Stadt Niedersachsens wird bewusst verzichtet. Nach einer Trainingseinheit am Karfreitag und dem obligatorischen Shootaround am Spieltag in der heimischen edel-optics.de Arena geht es, gestärkt nach einem gemeinsamen Mittagessen, auf die rund 200 Kilometer über die Autobahn A7 und A2 nach Braunschweig. Tipoff ist am Samstag (16.04.) um 18 Uhr. Fast zeitgleich wird sich auch eine Gruppe des Hamburg Towers Fanclub e.V. auf den Weg machen – nach der lautstarken Unterstützung in Göttingen versucht der Support-Cast auch in Braunschweig Hamburger Heimspielatmosphäre zu erzeugen und die Towers bestmöglich in Richtung Erfolg zu trommeln.

KURZER SCHNACK VOR DEM SPIEL

In Braunschweig kehrt Lukas Meisner an alte Wirkungsstätte zurück. | Foto: Marvin Contessi

PEDRO CALLES: „Braunschweig hat in meinen Augen einen klaren Spielstil – sie sind sehr aggressiv in der Defensive, verteidigen über das gesamte Feld und üben viel Druck auf den ballführenden Spieler aus. Aus Ballgewinnen versuchen sie immer wieder zu leichten Punkten im Schnellangriff zu kommen. Dazu sind die meiner Meinung nach eines der besten Teams in der Ballbewegung. Über unsere Wurfquoten gegen Frankfurt mache ich mir keine Gedanken – es gibt Abende, da trifft man eben nicht viel. Das sagt aber nichts über die eigentlichen Qualitäten aus. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass wir Fehler minimieren und Vorteile generieren. Ich denke, die meisten Vorteile können wir uns im Pick&Roll erarbeiten – dafür müssen wir schauen, wie sie uns mit ihren unterschiedlichen Big Men um Owen Klassen und Benedikt Turudic verteidigen werden.“

LUKAS MEISNER: „Ich freue mich auf die Rückkehr nach Braunschweig. Vor allem darauf, die Leute wiederzusehen, die mich im letzten Jahr während meiner Verletzungszeit unterstützt haben. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar – ganz besonders Geschäftsführer Nils Mittmann hat sich sehr für mich eingesetzt. Die Halle habe ich letztes Jahr leider nur ohne Publikum gesehen, auf die Stimmung am Samstag bin ich sehr gespannt. Auch wenn ich weiß, dass das Braunschweiger Publikum jetzt wohl nicht für mich klatschen wird. Dafür werden aber mein Papa und Opa da sein und uns die Daumen drücken. Das Team schätze ich als sehr gefährlich ein. Es ist erneut eine junge und hungrige Mannschaft. Sie spielen mit viel Energie und sind gut als Team zusammengewachsen. Auch nach dem Ausfall von Robin Amaize haben sie einen Weg gefunden, das zu kompensieren. Wir werden nur eine Chance haben, wenn wir unser Spiel spielen – und das heißt vor allem verteidigen. In Göttingen haben wir zu viel abgegeben, gegen Frankfurt war auch noch nicht alles optimal. Aber wenn wir wieder so stehen, wie wir das wollen, haben wir eine gute Chance.“