Von äußeren Einflüssen frei machen

Die Hamburg Towers empfangen am Freitag (01.04.) die HAKRO Merlins Crailsheim in der edel-optics.de Arena. Tipoff im Duell mit dem Neuntplatzierten ist um 20.30 Uhr. Magenta Sport überträgt ab 20.15 Uhr live.

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WHAT’S UP?! Medienvertreter sprechen von einem vorentscheidenden Duell um die Playoff-Plätze. Die easyCredit Basketball Bundesliga titelt „Verlieren verboten!“. Und auch Fans freuen sich auf ein, in ihren Augen, Vier-Punkte-Spiel und sicherten sich bereits über 2.000 Tickets für das Duell der Hamburg Towers gegen die HAKRO Merlins Crailsheim am Freitag (01.04., 20.30 Uhr) in der edel-optics.de Arena. Für die beiden Teams haben diese Randerscheinungen dagegen nur wenig mit dem Aufeinandertreffen am 28. Spieltag zu tun. Denn nach schwierigen Monaten seit dem Jahreswechsel, zahlreichen Verletzungen und Coronaausfällen geschuldet, konnten die Hamburg Towers erst in den letzten Wochen ihren Rhythmus langsam wiederfinden. Dass das Coaching Team der Hanseaten im Training regelmäßig wieder mit mehr als zwei Handvoll Spielern arbeiten kann, machte sich dann auch in den Ergebnissen bemerkbar. Wettbewerbsübergreifend gelangen nach zwei guten, aber punktlosen Auftritten gegen Bonn und Ludwigsburg zuletzt drei Siege in Serie. Die HAKRO Merlins Crailsheim stecken aktuell noch in einer Ergebniskrise – wettbewerbsübergreifend gingen die letzten vier Partien, alle auswärts, verloren. Direkt nach der Hiobsbotschaft über das Saisonaus von Ex-Tower TJ Shorts, der dennoch mit an seine alte Wirkungsstätte reisen wird, brachte der Corona-Virus das Team von Sebastian Gleim aus dem Rhythmus – nach der Zwangspause standen dem Head Coach sowohl in München als auch in Bamberg noch nicht wieder alle Spieler zur Verfügung. Mit Mike Caffey präsentierten die Merlins kurz vor Ablauf der Transferperiode einen neuen Guard, der die Shorts-Lücke schließen soll. Mit 16 Punkten, 6 Rebounds und 15 Wurfversuchen deutete Caffey zumindest vergleichbare Qualitäten an. Die Towers dagegen verzeichneten zuletzt eine Stärkung aus den eigenen Reihen. Zeitgleich mit dem Anstieg der Team-Leistungskurve wuchs auch der Output bei einigen Akteuren – Lukas Meisner steuert in den letzten acht Partien durchschnittlich fast 17 Punkte bei, Justus Hollatz kommt in den letzten drei Bundesliga-Partie auf durchschnittlich 11 Assist, verteilte gegen Heidelberg sogar 15 Korbvorlagen – so viele wie kein anderer Deutscher seit 1998 – und Maik Kotsar kratzt wieder regelmäßig an einem Double Double. Das Hinspiel verpasste der Center, ebenso wie sein Kollege Eddy Edigin, verletzt. Mit mehr Energie nutzte Crailsheim das Fehlen der beiden Big Men konsequent aus und verpasste den Towers damit die dritthöchste BBL-Niederlage (90:73) in dieser Saison. Jetzt liegt es an den Hamburgern, zu zeigen, dass sie in den letzten Wochen ihren Energiespeicher aufgeladen haben und alle äußeren Einflüsse ausblenden können.

Justus Hollatz kommt in den letzten drei BBL-Partien auf durchschnittlich 11 Assists. | Foto: Marvin Contessi

DUELL IM FOKUS Caleb Homesley vs. Terrell Harris. Der US-Amerikaner im Crailsheimer Trikot war bisher der Scoring-Punch der Zauberer von der Bank. Doch nach dem Ausfall von TJ Shorts wird auf den 1,93 Meter großen Guard wohl deutlich mehr Verantwortung zukommen – bereits am Dienstag gegen Bamberg stand er 37:15 Minuten auf dem Parkett. Im Schnitt kommt Terrell Harris auf 11,6 Punkte, 2,9 Rebounds und 2,4 Assists. Caleb Homesley musste dagegen in den letzten Partien deutlich weniger Scoringlast schultern, bestach aber weiterhin mit dem guten Auge für seine Mitspieler. Mit 16,1 Punkten ist der 1,98 Meter große Guard der Hamburger noch immer Topscorer des Teams, mit 4,0 Rebounds und 4,9 Assists zudem ein immens wichtiger Faktor im Teamplay der Towers.

BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER Neben den aktuellen Towers-Profis Justus Hollatz und Osaro Jürgen Rich ist der derzeit in Crailsheim aktive René Kindzeka ein weiteres Erfolgsbeispiel für den durch die Verzahnung mehrerer Hamburger Sportvereine etablierten Ausbildungsweg. Der gebürtige Kameruner wuchs ab seinem achten Lebensjahr im Stadtteil Wilhelmsburg auf. Nach ersten Stationen auf der Veddel und bei den Hittfeld Sharks wechselte der Guard im Sommer 2011 in die NBBL der Hamburg Towers, bestritt in den folgenden drei Spielzeiten zudem noch Spiele für den BC Hamburg in der Regionalliga und ab 2013 in der ProB für Kooperationspartner SC Rist Wedel. Nach dem Abschluss der Jugendzeit gehörte René Kindzeka ab 2014, der ersten Profisaison der Hamburg Towers, bis einschließlich 2020 zum Kader der Hanseaten. Nicht nur dank seiner energiegeladenen Spielweise und der positiven Art galt Kindzeka als Local Hero – in seinem stärksten Towers-Jahr (17/18) erzielte er durchschnittlich 7,3 Punkte, zum Aufstieg steuerte er in 33 Einsätzen 4,5 Zähler und 1,4 Assists bei. In der BBL konnte sich René Kindzeka bei den Towers nicht durchsetzen, kehrte nach einem Jahr in Bremerhaven aber in die höchste deutsche Spielklasse zurück und erzielte unlängst gegen München mit 9 Punkten in 27 Minuten eine persönliche Bestleistung.

OFF THE COURT Lange hat es gedauert. Über anderthalb Jahre Einsatzpause, voll von digitalen Trainingseinheiten und zahlreichen Towers-Spieltagen am Fernseher, haben nun ein Ende. Ab sofort ist das Hamburg Towers Dance Team zurück und wird im Rahmen der Heimspiele in der edel-optics.de Arena wieder für ordentlich Stimmung sorgen. Die derzeit 26 Frauen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren trainieren seit Saisonbeginn wieder zweimal wöchentlich – und wollen mit ihren spektakulären Tanzeinlagen das Publikum der Hamburg Towers während der Auszeiten und Viertelpausen wieder begeistern. Wir hoffen, ihr begrüßt das Hamburg Towers Dance entsprechend mit einem extra lauten Applaus.

KURZER SCHNACK VOR DEM SPIEL

Mit 2,4 Assists ist Seth Hinrichs der drittbeste Passgeber der Hamburg Towers. | Foto: Dennis Fischer

PEDRO CALLES: „Wir waren in dieser Saison schon oft in der Situation, dass es hieß, ein Spiel könnte über den weiteren Verlauf der Saison entscheiden. Davon müssen wir uns frei machen. Jedes Spiel ist für uns wichtig – deswegen können wir jetzt gegen Crailsheim unsere Herangehensweise nicht ändern. Ohne TJ Shorts haben die Merlins ein anderes Gesicht. Er ist ein spezieller Spieler, aber nicht nur auf dem Feld. Für mich ist es wirklich schade, dass er sich verletzt hat und hier in Hamburg nicht auflaufen kann. Ich wünsche ihm nur das Beste für seine Genesung. Ohne ihn ist das Spiel ein anderes. Er ist ein sehr balldominanter Spieler, der Vorteile für seine Mitspieler schafft – da muss sich Crailsheim umstellen. Im Hinspiel hat uns vor allem das Pick&Roll zu schaffen gemacht. Davon abgesehen haben sie mit mehr Willen und Energie gespielt, das hat die erste Partie, in der wir ohne Center spielen mussten, entschieden.“

SETH HINRICHS: „Das Spiel wird für uns ein weiteres auf unserem Entwicklungsweg sein. Wir haben in den letzten Partien gute Schritte voran gemacht – wir konnten zeigen, dass wir gut spielen können, wenn wir zusammenspielen. Aber es gibt noch Dinge, die wir verbessern müssen – und da ist das Spiel gegen Crailsheim die nächste Möglichkeit. Hohe Intensität in der Verteidigung und eine gute Ballbewegung in der Offensive werden für uns der Schlüssel sein. Ich erinnere mich, dass die Merlins im Hinspiel mit viel Hunger und Leidenschaft aufgetreten sind und wir das nicht gematcht haben. Sie sind gut gecoacht, spielen sehr teamorientiert, haben ein starkes Team zusammen – es wird also ein schwieriges Spiel und wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein.“