Veolia Towers ohne EuroCup-Lizenz für 2026/27

Die Veolia Towers werden in der Saison 2026/27 nicht am BKT EuroCup teilnehmen. Die Hamburger haben keine Wildcard für den auf 32 Mannschaften erweiterten Wettbewerb erhalten. Damit gehen die Hanseaten nach fünf Jahren wieder ausschließlich in den nationalen Wettbewerben an den Start.

Fünf Jahre in Folge waren die Veolia Towers zuletzt im BKT EuroCup vertreten. Neben dem Premierensieg gegen Lietkabelis Panevezys am 10. November 2021 sowie den Playoff-Teilnahmen in den ersten beiden Jahren zählen auch die Auftritte gegen den aktuellen Euroleague-Teilnehmer Partizan Belgrade, den frischgebackenen spanischen Meister Valencia Basket sowie die ausverkauften Duelle gegen Besiktas Istanbul und Aris Thessaloniki zu den unvergesslichen Highlights der halben Dekade.

Auf weitere Höhepunkte dieser Art müssen die Veolia Towers für mindestens eine Spielzeit verzichten. Das Exekutivkomitee der Euroleague vergab für die Saison 2026/27 keine Wildcard an die Veolia Towers. Die Entscheidung der Euroleague fällt in einem Jahr, in dem der internationale Wettbewerb so groß wird wie nie zuvor. 32 Teams statt bisher 20, vier Gruppen mit je acht Mannschaften, sieben garantierte Heimspiele auf europäischem Parkett – vorerst aber ohne Beteiligung der Hamburger.

„Die Entscheidung enttäuscht uns, aber sie überrascht uns nicht. Bisher konnten wir mit unseren professionellen Strukturen sowie dem Standort Hamburg überzeugen und jährlich eine Wildcard für den EuroCup erhalten. Dieser Standortvorteil scheint zu schwinden. Ohne neue Infrastruktur werden wir langfristig nicht die Voraussetzungen für solch hochkarätige internationale Wettbewerbe erfüllen können. Jetzt konzentrieren wir uns auf die BBL und den BBL Pokal. Und werden darüber hinaus alles daransetzen, uns für eine erneute EuroCup-Teilnahme zu empfehlen“, berichtet Marvin Willoughby, Geschäftsführer Sport, anlässlich der Entscheidung.

Die Euroleague Basketball vergibt Lizenzen nicht allein nach sportlichen Kriterien. Standort, Infrastruktur und langfristige Planungssicherheit spielen eine entscheidende Rolle. Für die Saison 2026/27 haben mit ratiopharm ulm, den NINERS Chemnitz, den SKYLINERS Frankfurt und den ROSTOCK SEAWOLVES gleich vier deutsche Vertreter eine Lizenz erhalten, die im Vergleich mit den Veolia Towers aktuell eine bessere Infrastruktur aufbieten können.

Auch die Hamburger verfolgen das Thema einer neuen Spielstätte seit fast zehn Jahren. Mit dem Huckepackbahnhof in Rothenburgsort liegt seit 2022 ein konkreter Standort für den Elbdome vor. Am 8. Juni 2026 startete die Investorenausschreibung. Baubeginn und Eröffnung sind allerdings frühestens Anfang der 2030er Jahre realistisch.

„Die heutige Entscheidung der Euroleague Basketball ist transparent und nachvollziehbar. Sie belohnt Standorte, die Planungssicherheit bieten. Hamburg kann das derzeit noch nicht“, so Willoughby weiter.

Dass Hamburg ein Markt für Basketball auf höchstem Niveau ist, hat der Klub in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen: Über 12.000 Zuschauer kamen in den vergangenen drei Jahren jeweils zu den Highlight-Spielen in der Barclays Arena. Die Nachfrage ist da. Jetzt braucht es die Infrastruktur, um sie dauerhaft zu bedienen.