Und jetzt kommt der Meister
Am Samstag (21.10.) empfangen die Veolia Towers Hamburg den amtierenden Meister ratiopharm ulm in der edel-optics.de Arena. Ziel muss es sein, das Tempo der Schwaben zu drosseln. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr – die letzten Tickets gibt es noch online und an der Abendkasse.
Die Vorzeichen vor dem Aufeinandertreffen der Veolia Towers und ratiopharm ulm am Samstag (21.10.) erinnern an die besonders im Sportjargon oft zitierte David-gegen-Goliath-Sage. Die Rollen sind klar verteilt. So gehen die Hamburger als Underdog mit der Last von wettbewerbsübergreifend sechs Niederlagen in die Partie. Die deutlich favorisierten Ulmer verließen das Parkett in bisher sieben Pflichtspielen dagegen sechs Mal als Sieger. Ginge es nicht um Sport, so wäre die Geschichte an dieser Stelle wahrscheinlich schnell erzählt. Doch der über 40 Minuten ausgetragene Zweikampf – auch wenn die Herausforderung, ähnlich wie in der historischen Klein-gegen-Groß-Überlieferung, zunächst übermächtig erscheint – bietet genug Platz für Überraschungen.
Los geht es gegen den amtierenden deutschen Meister um 18.30 Uhr. Die edel-optics.de Arena öffnet ihre Türen bereits 60 Minuten vor Tipoff. Die letzten Tickets für die Partie des vierten Spieltages gibt es hier im Online-Ticketshop oder am Spieltag an der Abendkasse.
Mark Hughes: „In gewisser Art und Weise ist es ein Vorteil, in der Underdog-Rolle zu stecken. Denn keiner erwartet viel von dir und du kannst überraschen. Allerdings denke ich nicht, dass es eine Rolle ist, in der wir uns selbst sehen wollen. Wir wollen als Team respektiert werden. Wir gehen in jede Partie und wollen sie gewinnen. In den bisherigen Heimspielen ist es uns leider noch nicht gelungen, die Fans richtig mitzunehmen. Das wird für den weiteren Verlauf der Saison aber extrem wichtig sein. Wir wollen für unsere Gegner eine Umgebung schaffen, in der sie sich nicht wohlfühlen. Gleichzeitig hätten wir dann genau die Gegebenheiten, in denen es dir als Spieler vor den eigenen Fans am meisten Spaß macht. Hoffentlich können wir gegen Ulm direkt damit anfangen und gemeinsam dafür sorgen, dass den Meister ein schweres Spiel erwartet.“
Etabliert, Unerfahren, Blutjung – der Ulmer Weg
Gleich in seinem ersten Jahr als BBL Head Coach hat Anton Gavel den ersten Titel in der Historie des Klubs an die Donau geholt. Einen Rookie-Status hatte der Cheftrainer aber nie wirklich, arbeitete er doch bereits vorher drei Jahre in gleicher Position für den Ulmer ProB-Ableger. Die Liga kennt „Tono“, so sein Spitzname, eh aus dem Effeff. Als Spieler feierte der gebürtige Slowake, der 12 Länderspiele für den DBB absolvierte, bereits fünf Meisterschaften und vier Pokalsiege.

Doch nicht nur beim Coach macht’s die Mischung. Etablierten BBL-Akteuren wie Thomas Klepeisz, Karim Jallow sowie Robin Christen und Philipp Herkenhoff (beide zuletzt verletzt) stehen in Dakota Mathias, Georginho de Paula, L.J. Figueroa, Trevion Williams europaunerfahrene Leistungsträger zur Seite. Abgerundet wird die Mannschaft von zahlreichen blutjungen Talenten. An erster Stelle der erst 19-jährige Spanier Juan Nunez, der als Aushängeschild des Talentepools um Tobias Jensen (19), Alec Anigbata (19), Pacome Dadiet (18) und Noa Essengue (16) gilt.
Stefan Grassegger: „Eine der großen Stärken ist die Geschwindigkeit, mit der Ulm spielt. Viele Akteure laufen die Transition sehr aggressiv. Und in Juan Nunez haben sie einen Aufbauspieler, der diese Leute auch immer wieder füttert. Das Spiel möglichst langsam zu machen, erhöht unsere Chancen. Die Idee werden andere Teams vor uns sicher auch gehabt haben. Allerdings ist Ulm auch wirklich exzellent in der Ausführung.“
Klunker, Schmuckbanner und Siegesserie
Ein wenig hält sich der Eindruck, ratiopharm ulm befände sich nach dem Gewinn der Meisterschaft im Juni noch immer auf Titeltour. Nicht nur, dass ein Stern das neue Trikot schmückt, der Slogan Deutscher Meister ziert schier endlos auch jedes Kommunikationsmittel. Bei der Teamvorstellung vor den regionalen Sponsoren überreichte die Geschäftsführung jedem verbliebenen Akteur des Meisterteams einen üppigen Ring, zum Start des ersten Heimspiels begleiteten Feuerwerksfontänen den Meisterbanner bis unter die Hallendecke. In der easyCredit BBL ist die Mannschaft eines von nur zwei ungeschlagenen Teams.

Ehre, wem Ehre gebührt, ein roter Teppich wird den Schwaben in Hamburg aber nicht ausgerollt. Geht es nach den Towers-Profis so ist die Atmosphäre, nicht nur am Samstagabend, maximal ungemütlich für jeden Kontrahenten. Was in den letzten Auftritten noch nicht gelungen ist, soll nun gegen den Meister folgen. Der Funke zwischen den sehr hart für den ersten Heimsieg arbeitenden Veolia Towers und ihren Fans soll endlich überspringen. Denn dann kann ein Feuerwerk entstehen, wie die Vergangenheit gezeigt hat, das selbst amtierende Champions in den Schatten stellt.
