Basketballspieler in schwarzer und weißer Sportkleidung stehen im Kreis, einige tragen Anzüge mit Krawatten, in einer Halle mit Zuschauern im Hintergrund.

Tragisches Ende gegen Klaipeda

Die Veolia Towers verlieren ein nervenaufreibendes EuroCup-Spiel gegen Neptunas Klaipeda in den Schlusssekunden mit 94:98. Ross Williams wird als Topscorer (32 Pkt.) zum tragischen Helden der Partie.

Benka Barloschky: „Es war ein weiterer guter Schritt in die richtige Richtung. Es war eine gute, nicht großartige, aber gute Performance. Die entscheidende Zahl ist sicherlich die Freiwurfquote. Neptunas war sehr effizient, wir haben zu viele Möglichkeiten liegen lassen – und das entscheidet enge Spiele. So eng die Partie auch war, es bleibt unter dem Strich eine Niederlage. Ross hat heute ein Riesenspiel gemacht. Deswegen hat er den letzten Wurf bekommen. Wir wollten den letzten Wurf nehmen, damit das Spiel entscheiden und nicht in die Overtime gehen. Er hat taktisch also genau das Richtige gemacht. Seitdem er hier ist, bringt er uns sehr viel, nicht nur als Basketballer, sondern vor allem als der gute Mensch, der er ist.“

Ross Williams: „Die Enttäuschung am Ende ist groß. Es fühlt sich ein wenig so an, als hätte ich das Team im Stich gelassen. Aber im Basketball geht es nicht um den einzelnen Moment, dafür ist ein Spiel zu lang. Ich bin sehr dankbar, dass die Coaches und Mitspieler mich in die Position bringen, erfolgreich zu sein. Das Vertrauen untereinander ist sehr groß. Ich liebe die entscheidenden Momente, dafür leben wir Sportler, auch wenn es heute nicht geklappt hat. Es geht immer um die richtige Reaktion. Ich werde weiter hart arbeiten, damit ich, sollte ich wieder in diese Position kommen, meinem Team noch mehr helfen kann.“

Zacharie Perrin: „Am Ende waren es wohl die nicht getroffenen Freiwürfe, die uns heute um den Sieg gebracht haben. Im EuroCup wird jeder kleiner Fehler bestraft, das hat sich heute auch wieder gezeigt. Wir haben aber großartig gekämpft, darauf können wir stolz sein. Und das müssen wir mitnehmen. Ab jetzt liegt der volle Fokus auf Trier.“

Die Anfangsphase lief alles andere als optimal aus Hamburger Sicht. Die Freiwürfe fielen nicht, Korbleger prallten am Ring ab und Pässe flogen überhastet in die Hände der Spieler von Neptunas Klaipeda. Und trotzdem waren die Veolia Towers voll im Spiel. Was sie vor allem einem Spieler zu verdanken hatten: Ross Williams. Der wieselflinke Amerikaner erzielte 13 Punkte im ersten Viertel. Und bescherte mit seinem dritten Treffer aus der Distanz den 24:25-Anschluss nach zehn Minuten. Doch auch die Litauer hatten früh einen Go-to-Guy gefunden. Klaipedas Zane Waterman erzielte zum Start des zweiten Viertels 13 Punkte in Folge. Den zwischenzeitlichen Acht-Punkte-Rückstand konnten die Hamburger mit viel Intensität und noch mehr Einsatz – der sich unter anderem in einem Rebound-Plus widerspiegelte – zur Halbzeit bis auf 44:48 reduzieren.

Die Veolia Towers fanden gut in die zweite Spielhälfte, konnten durch vier Punkte von Zacharie Perrin ausgleichen. Ein fragwürdiges Offensivfoul, sein drittes persönliches, zwang den Big Man anschließend jedoch auf die Bank. Neptunas Klaipeda nutzte die kurze Unruhephase, um sich mit sieben unbeantworteten Punkten wieder ein kleines Polster aufzubauen. Einmal mehr war es Ross Williams, der für sein Team Verantwortung übernahm – und mit neun Punkten in Serie den Anschluss herstellte. Zurück auf dem Feld bescherte Zacharie Perrin von der Freiwurflinie den verdienten Führungswechsel. Weil die Gäste aber ebenfalls noch von der Freiwurflinie erfolgreich waren, ging es mit einem hauchdünnen 68:69-Rückstand ins Schlussviertel. In rasantem Tempo kletterte zunächst nur die Foulanzeige auf beiden Seiten in die Höhe, nach rund drei Minuten zog dann auch der Spielstand nach. Kurzzeitig schien es so, als würden sich Klaipedas Harrison Cleary und Ross Williams einen Shootout zu liefern. Die Auswechslung des Ex-Hamburger aber beendete das Privatduell jäh. So verteilte sich die Last beidseitig wieder auf mehrere Schultern – die Führung wechselte munter hin und her. Und zwar bis in die Schlussminute. In der ausgerechnet Ross Williams zum tragischen Helden werden sollte. Erst unterlief dem Topscorer (32 Punkte) bei 18 Sekunden Restspielzeit sein erster und einziger Ballverlust, dann verfehlte, bei noch 4 Sekunden auf der Uhr, sein Versuch aus der Distanz, der das Spiel – das letztendlich mit 94:98 für Neptunas Klaipeda endete – hätte entscheiden können, um Haaresbreite das Ziel.

Stats: Thorpe (14, 4 Reb., 4 Ast.), Müller, Grey (2, 4 Reb.), Breunig (12, 3 Reb.), Wimberg, Daniels (5), Ogbe (8, 4 Reb.), Williams (32, 5 Reb.), Turudic (5, 5 Reb.), Perrin (16, 5 Reb.)