Jaizec Lottie mit Ball gegen Bamberg

Towers von Bamberg ausgetanzt

Die Veolia Towers verlieren zum Start in den Saisonendspurt deutlich mit 93:114 gegen die Bamberg Baskets. Über die komplette Spielzeit bekommen die Hamburger keinen defensiven Zugriff auf die Partie. Mit 23 Punkten erzielt Johnathan Stove einen Saisonbestwert, auch Brae Ivey kommt auf 23 Zähler.

Stanley Witt: „Man muss kein Zauberer sein, um zu sehen, dass wir nicht gut genug verteidigt haben. Wir haben Bamberg am Anfang kommen lassen, waren nicht physisch genug. Und dann sind sie offensiv einfach so unglaublich gut, dass wir sie nicht mehr einfangen konnten. Ich würde grundsätzlich sagen, wir sind aber weiterhin auf unserem Kurs. Auch, wenn wir zuletzt zwei Spiele in Folge verloren haben.“

Johnathan Stove: „Wir haben schlecht verteidigt, das ist ganz offensichtlich – 114 Punkte sind viel zu viel. Wir konnten Bamberg viel zu selten im Eins-gegen-Eins stoppen, haben in den wichtigen Momenten auch die Rebounds nicht geholt. Wir haben selbst genug Punkte gemacht, das ist nicht das Problem. Wir waren im dritten Viertel noch mal dran. Da hätte es aber den einen Stopp mehr benötigt, um uns wieder richtig ins Spiel zu bringen. Wir müssen defensiv wieder das Team werden, dass wir zuvor in der Saison waren.“

Eine entscheidende Veränderung gab es bei den Veolia Towers vor Spielbeginn. Da Benka Barloschky in freudiger Erwartung des dritten Kindes bei seiner Familie weilte, übernahm Stanley Witt kurzerhand als Head Coach an der Seitenlinie. Ins Spiel ging es für die Hamburger unverändert, mit bewährter erster Fünf. Mit einem Monsterblock begrüßte Kur Kuath die Bamberg Baskets, die allerdings den etwas besseren Start erwischten. Und sich nach etwas mehr als drei Minuten in der ausverkauften Inselpark Arena (3400 Zuschauer) mit einem 10:0-Lauf erstmalig absetzen konnten. Auszeit Hamburg. In der Witt genau den richtigen Ton traf. Denn seine Schützlinge meldeten sich mit neun Zählern in Serie zurück. In der Folge begegneten sich beide Kontrahenten mit offenem Visier. Die Hanseaten trafen überragend aus der Distanz (6/9, 67 %), die Oberfranken dagegen präsentierten sich stark in der Zone, trafen zudem ebenfalls vier Dreier. In Summe nahmen die Veolia Towers einen knappen 30:28-Vorsprung mit aus den ersten zehn Minuten.

Towers zu häufig einen Schritt zu spät

Im Gleichschritt ging es auch nach der Viertelpause, in der Arenasprecher Akif Aydin verabschiedet wurde, weiter. Brae Ivey, erster Akteur mit zweistelliger Ausbeute an diesem Abend, übernahm für die Hamburger – Filip Stanic spielte seine körperlichen Vorteile für die Bamberger aus. Weil der Big Men im Rebound dominierte, war auch ein zwischenzeitlicher Sieben-Punkte-Vorsprung der Veolia Towers schnell wieder egalisiert. Zehnmal wechselte die Führung, ehe wieder die Bamberger an Oberwasser gewannen. In der bedingt durch die sommerlichen Temperaturen aufgeheizten Arena im Herzen Wilhelmsburgs waren die Hamburger, bei denen Kenneth Ogbe angeschlagen fehlte, in der Defensive oft einen Schritt zu spät – was die Foulanfälligkeit in die Höhe trieb. Knapp fünf Minuten vor der Pause hatte Jaizec Lottie bereits drei Fouls kassiert. Bis zur Halbzeit gelang es den angezählten Towers nicht mehr, Schritt zu halten, sodass es mit einem zweistelligen Minus (49:59) in die Kabine ging.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Bamberg Baskets zunächst tonangebend. Sieben Zähler der Gäste, denen die Veolia Towers keine eigenen entgegensetzen konnten, ließen den Rückstand auf 16 Punkte anwachsen. Dreier von Brae Ivey und Niklas Wimberg setzten anschließend neue Kräfte frei – auf dem Feld und auf den Rängen. Angestachelt vom Publikum starteten die Hamburger eine Aufholjagd. Zentrale Figur: Johnathan Stove. Der US-Amerikaner war mit 13 Zählern, davon acht in Serie, im dritten Viertel der Dreh- und Angelpunkt. Noch wichtiger als die wiedererstarkte Offensive war jedoch die mittlerweile deutliche Zulage am defensiven Ende. Bis auf vier Punkte dampften die Towers den Rückstand ein. Nur, um dann nicht nur den sehr physischen Bambergern entgegentreten zu müssen, sondern auch einer in der Folge überraschend strikteren Regelauslegung. Per Freifahrtschein in Richtung Freiwurflinie zogen die Gäste auf 76:85 weg.

Heim-Siegesserie endet gegen Bamberg

Mit Beginn des Schlussabschnitts wurde die Hypothek wieder zweistellig. Die Ursache war schnell ausgemacht: der sprichwörtliche zu späte Schritt in der Verteidigung. Mit einem sehenswerten Putback-Dunk rüttelte Benedikt Turudic noch einmal am Energietank. Und der war noch nicht leer. Obwohl die Bamberg Baskets viereinhalb Minuten vor Schluss den Hunderter knackten, drückten die Hamburger auf den Anschluss. Allerdings vergeblich. Während gut herausgespielte Distanzwürfe von Jordan Barnett und Johnathan Stove am Ring abprallten, zischten zwei Mitteldistanzabschlüsse von Bambergs Segu ansatzlos durch die Reuse. In den letzten drei Minuten nahmen die Gäste jede von den Towers noch so dringend benötigte Sekunde von der Uhr. Spätestens nach dem unsportlichen Foul von Topscorer Johnathan Stove war der Ausgang besiegelt – die 93:114-Niederlage gleichbedeutend mit dem Ende der Heim-Siegesserie.

Stats: Ivey (23, 4 Ast.), Rich (3), Lottie (5), Möller, Wimberg (10, 5 Ast.), Bartnett (10, 6 Reb.), Stove (23), Kuath (11, 11 Reb.), Turudic (8, 4 Reb.)