Zwei Basketballspieler in gelben Trikots und ein Spieler in einem blauen Trikot kämpfen um einen Basketball auf dem Spielfeld.

Towers verlieren Energie, 26-Punkte-Führung und Spiel

Die Veolia Towers verlieren ein Spiel zweier völlig verschiedener Halbzeiten mit 75:74 bei den EWE Baskets Oldenburg. Nach 26 Punkten Führung fehlt den Hamburgern die Energie, die Partie ins Ziel zu bringen. Zakai Zeigler wird mit 14 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Glückwunsch an Oldenburg. Das ist für uns sehr bitter und tut weh. Ich war in meiner Karriere schon auf beiden Seiten solcher Geschichten. Man sagt immer so schön, dass sowas nicht passieren darf. Aber es kann eben passieren und dann darf es auch passieren. Wir werden daraus lernen, die richtigen Schlüsse daraus ziehen und wir werden besser werden!“

Martin Breunig: „Wir haben einfach die Energie in der zweiten Hälfte nicht mehr gefunden. In der ersten Halbzeit sind wir noch herumgeflogen, haben die Bälle weggehauen und Oldenburg zu Turnovern gezwungen. Und dann nach der Halbzeit war irgendwie die Kraft verloren. Wir waren langsam, brauchten eine Weile, um wieder hereinzukommen. Und dann ist irgendwann auch das Selbstbewusstsein weg, wenn man vorn nicht mehr trifft und die Bälle wegwirft. Wenn du mit 26 Punkten vorn bist und das noch abgibst, dann hast du den Sieg auch einfach nicht verdient. Wir müssen jetzt daraus lernen.“

Ohne Veränderung in der Anfangsformation starteten die Veolia Towers gegen die EWE Baskets Oldenburg – und auch spielerisch knüpften die Hamburger erst einmal an den letzten Auftritt an. Angeführt von einem defensiv wie offensiv sehr präsenten Kenneth Ogbe waren die Hansestädter direkt tonangebend, aber nicht konsequent genug. Die 8:0-Führung zur Viertelmitte war hochverdient, fiel aber deutlich zu gering aus. Doch auch nach den ersten Oldenburger Punkten, es waren zwei Dreier in Folge, blieb die Mannschaft von Benka Barloschky drückend. Von der Freiwurflinie brachte Mathys Kangudia den Vorsprung zum ersten Mal in den zweistelligen Bereich: das 8:19 war gleichbedeutend mit dem Zwischenstand nach den ersten zehn Minuten.

Obwohl sich das Spielgeschehen nun zunehmend ausgeglichener gestaltete, bekamen die Veolia Towers ihren Vorsprung zu Beginn des zweiten Abschnitts sogar leicht ausgebaut. Grundstein dafür war die nicht nachlassende Intensität in der Verteidigungsarbeit sowie beim Rebound. Auf eine kurze Unstimmigkeit in der Rotation reagierte Benka Barloschky mit einer schnellen Auszeit, inklusive deutlicher Ansprache. Dabei traf er genau den Ton, den sein Team benötigte, um den Takt wieder aufzunehmen. Zwei Dreier von David Muenkat, jeweils mustergültig von Mathys Kangudia und Zakai Zeigler in Szene gesetzt, ließen den Vorsprung weiter anwachsen. Trotz Oldenburger Auszeit vollendeten die Towers erst einen 7:0-Lauf und krönten dann eine erstklassige erste Hälfte mit fünf weiteren unbeantworteten Punkten zum 23:46-Halbzeitstand.

 

Mit vier schnellen Zählern nahmen die Veolia Towers nach der Pause direkt wieder ihren Rhythmus auf. Noch imposanter als die ersten Minuten des Wiederbeginns waren dann aber die innerhalb von gerade einmal 35 Sekunden aufeinanderfolgenden brachialen Dunks von Martin Breunig und Nicolas Pavrette. Allerdings schien dadurch der Kampfgeist der Oldenburger geweckt. Ein 11:0-Lauf der Gastgeber brachte nicht nur die Führung ins Wanken, sondern auch einen wahrnehmbaren Bruch ins Towers-Spiel und die zuvor fast vollständig verstummte Arena zurück. Für den Rest des dritten Viertels mussten sich die Hamburger gegen den hör- und spürbaren Druck jeden weiteren Punkt, die ausnahmslos von der Freiwurflinie kamen, hart erarbeiten. Die Hausherren dagegen hielten nun das Momentum fest in den Händen – der Vorsprung schrumpfte auf 51:58.

Ein Drei-Punkt-Spiel von Nicolas Pavrette zu Beginn des Schlussviertels brachte eine willkommene Abwechslung, die Leichtigkeit aber nicht zurück. So vergingen wieder mehr als zwei Minuten, ehe ein weiterer Hamburger Punkt auf der Anzeigetafel landete. Weil die Oldenburger 7:23 Minuten vor Ende das Foullimit erreicht hatten, von der Freiwurflinie. Mittlerweile gelang es auch defensiv nicht mehr, die Wirkungskreise der Baskets entscheidend einzudämmen. Trotz großen kämpferischen Einsatzes ging den Towers der Zugriff auf beiden Seiten des Feldes abhanden. Rund dreieinhalb Minuten vor Schluss hatte Oldenburg die zwischenzeitliche 26-Punkte-Differenz abgetragen, eine knappe Minute später folgte die erste Baskets-Führung des Spiels. Die anschließende Crunchtime entwickelte sich zu einer Nervenschlacht, zwei späte Dreier auf jeder Seite hievten das Spannungslevel an den Anschlag. Nur einer blieb cool – Oldenburgs Jeremy Roach, der aus der Mitteldistanz zum 75:74-Endstand traf.

Stats: Thomasson (5, 3 Reb., 3 Ast.), Rich (3 Reb.), Zeigler (14, 3 Reb., 6 Ast.), Wade (5), Breunig (13, 5 Reb.), Theis, Pavrette (6), Ogbe (12, 5 Reb., 3 Stl.), Kangudia (9), Muenkat (10, 5 Reb.)