Basketballspieler in Trikots mit den Logos von Veolia und Nexperia stehen um einen Mann in hellblauem Hemd in einer Sporthalle

Towers ohne Treffsicherheit im Nordderby

Die Veolia Towers verlieren das Nordderby gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 69:94. Gegen physisch aufspielende Niedersachsen finden die Hamburger zu selten aussichtsreiche Abschlüsse. Ross Williams wird mit 17 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Wir waren in der ersten Halbzeit zwar schnell, was wir sein wollten. Aber wir waren auch nicht in unserer Struktur. Wir hätten die erste Hälfte nutzen können, um uns eine Führung herauszuspielen. Haben das aber nicht geschafft, weil wir nicht klar genug gespielt haben. Und in der zweiten Hälfte hat es Oldenburg noch mehr geschafft, das Tempo weiter herauszunehmen und das Spiel ins Halbfeld zu verlagern. Da haben sie unglaublich physisch verteidigt und wir haben keine Lösung dagegen gefunden. Wir haben zwar auf den Korb geworfen und sind auch zur Freiwurflinie gekommen, aber hatten nicht die qualitativen Abschlüsse, die wir herausspielen wollten. Heute haben wir einfach gegen einen besseren Gegner verloren.“

Ross Williams: „Oldenburg hat heute über die Physis gewonnen. Sie haben nicht Außergewöhnliches gemacht, haben uns nicht mit ihrer Taktik überrascht. Aber sie waren in jeder Aktion einfach präsenter – am Ball, abseits des Balls. Und es ist auch klar, dass nicht jeder Kontakt gepfiffen werden kann. Wir waren heute schlecht darin, darauf eine entsprechende Antwort zu finden.“

Zsombor Maronka: „Ich würde sagen, dass es Oldenburg heute deutlich besser gelungen ist, den Gameplan zu verfolgen. Sie hatten viele offene Dreier, die sie hochprozentig getroffen haben. Auch beim Rebound waren wir so konsequent, wie wir hätten sein müssen. Man hat gesehen, dass Oldenburg ein deutlich besseres Team ist, als es das Tabellenbild derzeit vielleicht zeigt.“

Im Nordderby zwischen den Veolia Towers und EWE Baskets Oldenburg sprühten von Beginn an die Funken. Auf dem Parkett gingen die Kontrahenten wie erwartet körperlich zu Werke. Von den Rängen heizten beide Fanlager ein. Von besinnlicher Weihnachtsstimmung absolut keine Spur. Mit drei Dreiern in Serie setzten sich die Gäste nach etwas mehr als fünf Minuten auf elf Punkte ab. Dank einer eingestreuten Zonenverteidigung und zwei Distanztreffern von Ross Williams konnten die Hamburger aber zum Ende des ersten Viertels auf 17:20 verkürzen. Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts hielten die Hausherren weiter an ihrer Defensivvariante fest, zwangen die Oldenburger zu schwierigen Abschlüssen und übernahmen durch einen Maronka-Dreier in der 13. Minute erstmalig die Führung. Dass sich noch vor der Halbzeit ein paar für beide Seiten streitbare Entscheidungen aneinanderreihten, die rund zwei Minuten vor der Pause in einem technischen Foul von Baskets Cheftrainer Lazar Spasic resultierten, vervollständigte das Derby-Bild. Trotz anschließender vier erfolgreicher Freiwürfe von Ross Williams waren es aber die Gäste, die mit fünf Punkten – inklusive Buzzerbeater – das bessere Ende der ersten Halbzeit (34:40) auf ihrer Seite hatten.

Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Oldenburger den besseren Start. Mit einem 6:0-Run konterten die Gäste fünf Hamburger Punkte, ein anschließender Dreier von Ex-Towers James Woodard führte zum erneuten zweistelligen Rückstand der Veolia Towers. Für den weiteren Verlauf des dritten Viertels mühten sich die Schützlinge von Benka Barloschky nach Kräften, die Hypothek zu reduzieren. Doch jedem Anschlusstreffer konnten die Baskets etwas entgegensetzen. Drei wilde Fobbs-Dreier, der in der ersten Hälfte noch punktlos geblieben war, ließen den Rückstand auf 16 Zähler anwachsen – mit 52:66 ging es ins Schlussviertel. Dort vergingen rund dreieinhalb Minuten, in denen die Towers keine weiteren Zähler verbuchen konnten. Die Folge: der Rückstand wuchs immer weiter an. Zu allem Übel verletzte sich Niklas Wimberg am rechten Knöchel, indem er seinem Gegenspieler unglücklich auf den Fuß trat – und fehlte in den verbleibenden 6:30 Minuten. Die Baskets hatten sich mittlerweile in einen Rausch gespielt, entschieden die zweite Halbzeit (35:54) deutlich für sich – und damit auch das Nordderby (69:94).

Stats: Thorpe (3), Maronka (10, 5 Reb.), Grey (4), Breunig (5, 3 Reb.), Wimberg (2), Daniels (9), Ogbe (4, 3 Reb.), Williams (17, 3 Reb.), Turudic (2), Perrin (13, 7 Reb.)