Towers meistern Prüfung gegen Slask Wroclaw
Die Veolia Towers sichern sich mit 99:96 gegen Slask Wroclaw den zweiten Sieg im BKT EuroCup. In einer engen Schlussphase entscheiden die Hamburger die Partie mit drei starken Defensivsequenzen. Devon Daniels wird mit persönlichem EuroCup-Bestwert (26) Topscorer.
Benka Barloschky: „In mehreren Phasen des Spiels haben wir ganz gut gespielt. Aber eben nicht für die gesamte Spielzeit. Gar nicht zufrieden war ich mit unserer Defensive, die war über weite Strecken des Spiels nicht auf der Höhe. Mehrfach haben beide Teams über Minuten einfach nur Körbe ausgetauscht. Das ist aber nicht der Weg, wie wir spielen wollen. Es hat Slask im Spiel gehalten, sodass es bis zum Ende eng blieb. In der entscheidenden Phase haben wir aber in der Verteidigung genau die entscheidenden Plays gemacht – die letzten drei Angriffe waren herausragend verteidigt. Ich bin sehr glücklich, dass die Jungs am Ende einen Weg gefunden haben, das Spiel für sich zu entscheiden.“
Devon Daniels: „Jedes Mal, wenn unsere Intensität etwas gesunken ist, hat Wroclaw zu einem Run angesetzt. Dass wir dann aber nicht in Panik verfallen, uns zusammenraufen und den Anweisungen des Coaches folgen, hat uns geholfen, den Sieg einzufahren. Wir wollen uns als Team immer weiterentwickeln. Deswegen schauen wir nicht darauf, wo wir stehen, sondern legen den Fokus darauf, wo wir noch hinwollen.“
LJ Thorpe: „Wir haben unsere Ballverluste niedrig gehalten, was heute entscheidend war. Dazu haben wir es immer wieder geschafft, ins Laufen zu kommen. Der Sieg fühlt sich gut an. Denn es war ein weiter Weg für uns. Aber wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. Wir wollen uns darauf jetzt nicht ausruhen und in jedes Spiel gehen, als wäre es das entscheidende Endspiel.“
Rund 30 aus Polen angereiste Fans von Slask Wroclaw, fast 500 Mitglieder des Hamburg Towers e.V., in Summe 1348 Zuschauer, sorgten zu Beginn des Duells zwischen den beiden Schlusslichtern der EuroCup Gruppe A für eine hörenswerte Kulisse – die beide Teams gleichermaßen zu beflügeln schien. Osaro Rich erzielte die ersten sieben Punkte für die Veolia Towers, dann konterte Wroclaws Kadre Gray mit acht Punkten in Folge. Anschließend rissen die Hamburger das Spiel dank guter Reboundarbeit und hochprozentiger Trefferquoten mehr und mehr an sich. LJ Thorpe krönte ein starkes Auftaktviertel (31:22) mit einem Vier-Punkt-Spiel. Mit seinen Punkten neun und zehn brachte der Guard die Towers zum Start des zweiten Abschnitts sogar zweistellig in Führung. Dass die polnischen Gäste den Vorsprung dank deutlich gesteigerter Trefferquoten in der Folge auf drei Zähler verkürzen konnten, sorgte weder auf dem Feld noch auf den Rängen für Unruhe. Mit viel Beharrlichkeit erneuerten die Hanseaten ihren Vorsprung. Bis zur Halbzeit konservieren konnten die Schützlinge von Benka Barloschky diesen aber nicht. Wieder war es Wroclaws Gray, der sein Team, diesmal mit sieben Punkten in Folge, antrieb – und so den 55:50-Halbzeitstand besorgte.



Der Start in die zweite Spielhälfte verlief gleich in doppelter Hinsicht suboptimal. Nicht nur, dass Slask Wroclaw bis auf einen Punkt verkürzen konnte, Osaro Rich musste nach nicht einmal zwei Minuten mit seinem vierten persönlichen Foul auf die Bank. Doch auch ohne ihren Defensivanker fanden die Veolia Towers einen Weg, das Scoring der Polen für fast vier Minuten nahezu vollständig zu unterbinden. Weil die Hamburger aber ihrerseits in der Hälfte der Zeit ohne Punkte blieben, gelang es nicht, aus der starken Defensivphase auch Kapital zu schlagen. Immerhin: Mit einem durchaus verdienten Sieben-Punkte-Plus (76:69) ging es in den Schlussabschnitt. Und der begann zunächst sehr zäh. Denn trotz des beiderseits bereits feststehenden Ausscheidens nach der Gruppenphase wollte sich keiner der Kontrahenten die Blöße geben. Jeder Ballbesitz war umkämpft, vermeintlich einfache Abschlüsse wurden per Foul unterbunden. Die Hitzigkeit des Geschehens übertrug sich für die Crunchtime auf die Ränge. Der Lärmpegel glich dem der Anfangsminuten. Und mitten hinein in die zunehmend hochkochenden Emotionen verwandelte Ross Williams ansatzlos einen Dreier mit Ablauf der Angriffszeit. Ein 6:0-Lauf der Gäste hielt das Spannungslevel am Maximum und brachte die Hamburger für die letzten 42 Sekunden unter Zugzwang. Doch die Veolia Towers wussten auch diese Prüfung zu bestehen, verteidigten die letzten drei Angriffe von Wroclaw weg und sicherten sich dadurch mit 99:96 den zweiten EuroCup-Sieg.
Stats: Thorpe (14, 8 Ast.), Rich (7, 4 Reb.), Grey (4, 3 Reb.), Breunig (5), Wimberg (7, 5 Reb.), Daniels (26, 4 Reb., 8 Ast.), Ogbe (10), Williams (9), Turudic (4, 7 Reb.), Perrin (13, 8 Reb.)
