Towers holen sich in Katz-und-Maus-Spiel den ersten EuroCup-Sieg
Die Veolia Towers behalten trotz Personalsorgen über 40 Minuten die Kontrolle im Spiel und sichern sich so mit 95:87 gegen Umana Reyer Venice den ersten Saisonsieg im BKT EuroCup. Spiel-MVP Zacharie Perrin und Devon Daniels werden jeweils mit 21 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Ganz vorn steht, dass wir unglaublich gut auf den Ball aufgepasst haben. Acht Ballverluste sind wahrscheinlich unser Tiefstwert in der Saison. Das ist geraten, aber ich denke, ganz gut geraten. Unser Ziel war es, das Tempo zu kontrollieren und das ist uns für die meiste Zeit gelungen. Dazu haben wir auch gute Würfe bekommen. Die erste Hälfte war offensiv die bisher beste der Spielzeit. Wir haben nicht nur gut getroffen, sondern auch immer wieder die richtigen Würfe genommen. Darüber bin ich unglaublich zufrieden. In der zweiten Halbzeit hat sich gezeigt, dass Venedig ein sehr gutes Team ist. Und es war klar, dass sie sich zurückkämpfen werden. Ich bin glücklich, dass wir dagegengehalten haben und nicht in Panik verfallen sind. Das ist der Fortschritt, den wir über die letzten Wochen gemacht haben.“
Zacharie Perrin: „Ich bin gerade sehr glücklich. Ich habe versucht, meinem Team so gut es geht zu helfen. Ich denke, das ist mir auf beiden Seiten des Feldes gut gelungen. Ich bin sehr stolz auf das Team, denn wir haben einen unglaublichen Job gemacht.“
Devon Daniels: „Wir haben gut angefangen, haben mit unserem Tempo und unserer Energie das Spielgeschehen bestimmt. Wir haben uns genau an den Plan gehalten, den wir mit den Coaches in der Vorbereitung ausgemacht haben. Und das hat sich ausgezahlt.“
Die Partie begann mit einem Highlight, einem der ungewöhnlichen Sorte. Denn Zacharie Perrin verwandelte nach nur 15 gespielten Sekunden direkt einen Wurf – und zwar aus der Distanz. Nach dem zweiten Dreier der Veolia Towers, erzielt von Kenneth Ogbe, gingen die Hamburger früh in Führung. Auch einem kurzzeitigen Führungswechsel trotzten die Hanseaten und erneuerten ihren Vorsprung mit einem 7:0-Lauf. Allerdings fand Umana Reyer Venice noch vor dem Viertelende (26:21) erneut einen Weg, um sich leicht heranzuarbeiten. Allen voran die offensiv sehr präsenten Devon Daniels und Zacharie Perrin bereiteten den 909 Zuschauern viel Freude. Aber auch der Rest des 10-Mann-Aufgebots – denn LJ Thorpe, Zsombor Maronka und Janne Müller fehlten angeschlagen – präsentierte sich im Angriffsmodus. In der Defensive bekamen die Veolia Towers jedoch noch nicht den gewünschten Zugriff aufs Spiel – so schossen nun auch bei den Italienern die Wurfquoten in die Höhe. Mit einem wilden Dreier glich der venezianische Ex-NBA-Profi Denzel Valentine rund dreieinhalb Minuten vor der Halbzeitpause aus. Die verbleibende Zeit bis zum Seitenwechsel beanspruchten dann aber wieder die Hamburger nahezu exklusiv für sich. Die Zonenverteidigung griff, Dreier von Ross Williams und Martin Breunig sowie ein Drei-Punkt-Spiel von Zacharie Perrin brachten die 54:44-Halbzeitführung.



Nach der Pause versprühten die noch um die Playoffs kämpfenden Venezianer spürbar mehr Dringlichkeit. Das Intensitätsplus, ebenso wie die Führung, blieb aber auf Seiten der Veolia Towers. Sowohl Kapitän Benedikt Turudić als auch Martin Breunig konnten in Korbnähe nachlegen. Über einen Zeitraum von fünf Minuten waren es jedoch die einzigen Zähler. Dass sich die Hamburger dennoch bis zum 64:64-Ausgleich zum Viertelende behaupteten, war dem nicht nachlassenden defensiven Einsatz zu verdanken. Zu Beginn des Schlussviertels konnten Niklas Wimberg und Osaro Rich aber prompt wieder vorlegen. So blieb es beim Katz-und-Maus-Spiel. Doch anders als die Ausgangssituation vor dem Spiel andeute, waren es die Towers, die sich, wie schon über die gesamte Partie, in der Rolle des Gejagten wiederfanden. Mit einem 10-Punkte-Plus ging es in die letzten fünf Minuten. Mit letzter verbleibender Kraft wehrten sich die Hanseaten gegen die nun gegen den Rückstand und die Zeit anrennenden Italiener. Zacharie Perrin, der mit 21 Punkten und 12 Rebounds ein Double Double verbuchte, und Osaro Rich lieferten mit ihren erfolgreichen Abschlüssen wichtige Entlastung. Ebenso wie Ross Williams, Martin Breunig und Devon Daniels, die allesamt an der Freiwurflinie die Nerven behielten – und die Veolia Towers mit 95:87 so ihren ersten EuroCup-Sieg über die Zeit bringen konnten.
Stats: Rich (6), Grey (2), Breunig (10, 4 Reb., 3 Ast.), Wimberg (10, 5 Reb., 4 Ast.), Daniels (21, 5 Reb., 5 Ast.), Ogbe (5, 3 Reb., 3 Ast.), Williams (16, 3 Reb.), Turudic (4), Perrin (21, 12 Reb.)
