Fünf Basketballspieler in weißem Trikot stehen im Kreis rund um ihren Trainer

Towers bieten Favoriten lange die Stirn

Die Veolia Towers begegnen Hapoel Bank Yahav Jerusalem über drei Viertel auf Augenhöhe, müssen schlussendlich aber eine 85:100-Niederlage gegen den Favoriten hinnehmen. Carlos Stewart und Eric Reed werden bei ihrer EuroCup-Premiere mit jeweils 21 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Am Ende haben wir verloren, darüber sind wir natürlich nicht glücklich. Gleichzeitig haben wir uns heute genug Möglichkeiten erspielt, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Wir hatten es in der eigenen Hand. Aber unsere Wurfquoten waren, in allen Bereichen, nicht gut genug. Ich bin sicher, dass wir an einem besseren Abend bis zum Schluss die Chance auf einen Erfolg gehabt hätten. Heute bleibt es aber bei der Niederlage und darüber sind wir natürlich nicht glücklich.“

Eric Reed: „Ich bin extrem frustriert. Wir hatten die Chance, zu gewinnen, auch wenn wir nicht gut getroffen haben. Wenn die Würfe nicht fallen, dann darf uns das nicht auch auf der anderen Seite des Feldes beeinflussen – auch, wenn es verdammt schwer ist. Wir müssen trotzdem in der Lage sein, uns Stopps zu generieren. Wir werden immer wieder Spiele haben, wo der Ball nicht fallen will – so ist Basketball. Aber am defensiven Ende muss es immer stimmen.“

Zacharie Perrin: „Wir wussten, dass Jerusalem ein sehr starkes Team ist. Wir haben alles reingeworfen. Im letzten Viertel konnten wir nicht mehr an die Leistungen aus den ersten drei Abschnitten anknüpfen – was uns letztendlich zu viel gekostet hat. Wir sind jetzt frustriert. Aber zu lange dürfen wir uns daran auch nicht aufhalten. Wir haben noch zwei weitere Spiele in dieser Woche vor uns.“

Dass die Rollen auf dem Papier klar verteilt waren, sollte sich für die Veolia Towers erst einmal als Vorteil erweisen. Denn die Hamburger traten zu Beginn erfrischend unbekümmert auf. Mit einem Dreier erzielte Osaro Rich nach rund drei Minuten die erste Führung der Hanseaten. Mit einem Steal und anschließendem Fastbreak-Dunk holte Carlos Stewart anschließend auch die 822 Fans in der Inselpark Arena ins Spiel. Erst in den letzten zwei Minuten des ersten Viertels gelang es Jerusalem, sich erstmalig leicht (26:32) abzusetzen. Locker ließen die Towers aber nicht. Stattdessen forderten sie den Favoriten dank starker Defensive immer wieder heraus. Allerding nicht, ohne dafür einen Preis zu zahlen: Bereits nach 13 Minuten hatte LJ Thorpe drei Fouls auf seinem Konto. Dem Foullimit nahe mussten die Hamburger die Intensität etwas herunterschrauben. Was die Gäste direkt zu einer 11-Punkte-Führung ausnutzten. Mit viel Courage kämpften sich die Towers bis zur Halbzeit aber (50:53) wieder heran. Doch dann der Schock: Nur Sekunden vor der Pause fiel Osaro Rich nach einer gelungenen Korbaktion auf sein rechtes Handgelenk – unter starken Schmerzen verließ der Guard das Feld.

Mit dem Seitenwechsel war klar, dass der 27-Jährige, bis dahin mit 10 Punkten zweitbester Scorer seines Teams, nicht mehr zurückkehren sollte. Doch auch ohne ihren Defensiv-Energizer fanden die Veolia Towers schnell wieder ihren Rhythmus. Es entwickelte sich ein ebenso intensiver wie sehenswerter Schlagabtausch. Statistisch behielt Jerusalem einen hauchdünnen Vorteil, der sich ebenfalls im 68:74-Viertelstand widerspiegelte. Mit Beginn des Schlussviertels zog Jerusalem wieder an – und zum ersten Mal an diesem Abend konnten die Veolia Towers nicht adäquat gegenhalten. So wurde der Rückstand zum zweiten Mal an diesem Abend zweistellig. Doch Head Coach Benka Barloschky peitschte seine Schützlinge weiter und weiter an, die sich unermüdlich aufrieben. Wie sehr, das wurde in den Schlussminuten deutlich. Denn da verließ die Hamburger die Kraft spürbar – auch wenn sich Zsombor Maronka noch zu einem Highlight-Dunk hochschrauben konnte. Schlussendlich entführte Jerusalem zwar die Punkte aus der Hansestadt, die Veolia Towers konnten beim 85:100 das Feld aber mit Fug und Recht erhobenen Hauptes verlassen.

Stats: Stewart (21, 3 Ast.), Thorpe (8), Rich (10), Maronka (6), Tokoto (3, 7 Reb., 5 Ast.), Grey, Edler-Davis (9, 7 Reb.), Ogbe, Reed (21), Turudic (1), Perrin (6, 11 Reb., 3 Ast.)