Towers bestehen mit Team-Basketball in Bayreuth

Die Veolia Towers Hamburg setzen sich mit 79:95 bei medi bayreuth durch. Beim ersten Erfolg der Hanseaten in der Oberfrankenhalle tragen sich gleich sechs Akteure mit zweistelliger Punkteausbeute in die Statistik ein. McCullum kratzt am Double-Double.

Raoul Korner: „Ich bin im Großen und Ganzen nicht unzufrieden, wie wir uns hier heute präsentiert haben. Wir haben im Vorfeld gewusst, dass es sehr schwierig ist, hier zu gewinnen. Wir waren durch die sehr gute Leistung von Bayreuth in Oldenburg gewarnt, da sie es dort geschafft haben, das Tempo komplett aus dem Spiel zu nehmen. Und hatten es uns zur Aufgabe gemacht, genau das nicht zuzulassen. Das haben wir ganz gut umgesetzt. Es gab zwei Phasen, wo wir geschwächelt haben, zu viele Offensivrebounds abgegeben haben, bisschen den Fokus verloren haben. Aber letztendlich haben wir jedes einzelne Viertel gewonnen. Da kann man von recht souverän sprechen. Sehr zufrieden bin ich mit der ausbalancierten Leistung. Alle Spieler hatten ihren Beitrag, egal ob es Christoph Philipps defensiv oder Len Schoormann offensiv war. Die Liste könnte ich weiter fortsetzen. Wir haben gezeigt, dass wir eine sehr ausbalancierte Mannschaft sind.“

Jonas Wohlfarth-Bottermann: „Ich glaube, dass wir das heute smart gemacht haben. Wir haben versucht, unser Spiel zu spielen, schnell zu spielen. Bayreuth hatte sich darauf gut eingestellt. Wir haben also nicht so viele einfache Fastbreaks bekommen. Aber insgesamt war es von uns eine solide Leistung. Für uns ist es ein Prozess, ich bin erst seit drei Wochen beim Team, Ziga ist auch später bekommen. Wir haben viel Qualität, aber noch viel Arbeit vor uns.“

medi bayreuth 79:95 Veolia Towers Hamburg (15:27, 39:52, 58:72)

Ohne Veränderungen im Vergleich zu den ersten beiden Saisonspielen schickten beide Head Coaches ihre Teams in die Partie. Während medi bayreuth direkt mit schnellen Abschlüssen versuchte, an die Leistung aus Oldenburg anzuknüpfen, nahmen die Veolia Towers Hamburg zunächst die Ruhe aus dem Erfolg gegen den MBC mit in die Anfangsminuten. So brachten auch zwei anfängliche Distanztreffer der Hausherren das Korner-Team nicht aus dem Konzept – stattdessen übernahmen die Hanseaten mit einem 13:2-Lauf das Momentum. Mit zwei Treffern von der Freiwurflinie sorgte Jonas Wohlfarth-Bottermann – der am Ende mit 15 Punkten Topscorer wurde – für die erste zweistellige Führung. Defensiv drückte vor allem der 21-jährige Ziga Samar, der noch im ersten Viertel in nicht einmal vier Einsatzminuten gleich drei Ballgewinne verbuchte, der Partie seinen Stempel auf.

Und obwohl Yoeli Childs mit vier sehenswerten Zählern den zweiten Abschnitt eröffnete und den Vorsprung auf 16 Zähler ausbaute, fand Raoul Korner keinen Gefallen daran, dass Bayreuth anschließend ebenfalls vier – viel zu einfache – Zähler einstreute. In einer Auszeit mahnte der Österreicher wieder zu mehr Fokus in der Verteidigung. Zurück auf dem Parkett war der Fokus wieder da – und die aufmerksame Defensive hielt auch die Offensive am Laufen. Bayreuth suchte nach einem Weg zurück in die Partie. Zunächst durch Einzelaktion, viel Einsatz von Ex-Tower Osaro Rich und nicht zuletzt schwierigen Abschlüssen kürzten die Oberfranken die Hamburger Führung zwischenzeitlich wieder in den einstelligen Bereich. Doch ein 8:0-Lauf, den Len Schoormann – am Ende mit 16 Punkten Topscorer – mit zwei Dreiern befeuerte, erneuerte die verdiente zweistellige Führung zur Halbzeit.

Nach der Pause schien sich das Geschehen zunächst fortzusetzen. Bayreuth nahm einen schnellen Abschluss, verlor anschließend das Spielgerät – James Woodard ließ sich auch von einem Foul nicht am Punkten hindern. Doch zwei Distanztreffer von Bayreuths Punktegarant Ahmed Hill sorgten einerseits wieder für eine einstellige Differenz auf der Anzeigetafel und brachten anderseits auch das Publikum in der Oberfrankenhalle zurück in die Partie. Während nun auch die anderen Bayreuther versuchten, dem Vorbild ihres Topscorers zu folgen, und ihr Glück aus der Distanz forcierten, bemühten sich die Hamburger, der Partie wieder Struktur zu verpassen. Derweil wuchs der Vorsprung wieder bis auf 14 Punkte.

Um dann aber nur innerhalb von zwei Minuten zu Beginn des letzten Viertels von medi bayreuth halbiert zu werden. Mit einer Auszeit versuchte Raoul Korner das wachsende Momentum seines Ex-Klubs einzudämmen. Die Stimmung vor den 2507 Zuschauenden blieb aber aufgeheizt – Sargiunas foulte unsportlich, James Woodard hatte seine Nerven nicht im Griff und kassierte ein technisches Foul. Die richtige Antwort kam von Lukas Meisner – per Dreier schraubte der Hamburger Co-Kapitän die Führung auf elf Punkte, zwang Bayreuth damit zur Auszeit. Meisner trug sich damit bereits als sechster Tower mit zweistelliger Punkteausbeute in die Statistik ein. Komplett gebrochen war der Bayreuther Drang, nachdem sich Kapitän Doreth ebenfalls zu einem unsportlichen Foul hinreißen ließ und wie sein litauischer Teamkollege vorzeitig in den Feierabend wechselte. Die letzten Punkte zum allerersten Hamburger BBL-Sieg in Bayreuth erzielte Ziga Samar von der Freiwurflinie.

Stats: Schoormann (16), Philipps (3 Reb.), Möller, Meisner (12, 3 Reb., 3 Stl.), Woodard (9, 7 Reb.), Samar (10, 4 Ass., 4 Stl.), McCullum (14, 9 Ass.), Hinrichs (6, 5 Reb., 3 Ass.), Clark II (2), Wohlfarth-Bottermann (15, 6 Reb.), Childs (11, 3 Reb.)