Zwei Basketballspieler in weißen Trikots kämpfen um den Ball auf dem Spielfeld, Zuschauer im Hintergrund, Anzeigetafel zeigt Spielstand.

Stich ins Hamburger Herz

Die Veolia Towers kämpfen sich mehrfach von einem zweistelligen Rückstand zurück und halten das Spiel bei Slask Wroclaw lange offen. In der Schlussphase können sich die Hamburger für eine echte Herzensleistung aber nicht belohnen und verlieren 91:82. Zacharie Perrin wird mit 19 Punkten Topscorer, LJ Thorpe erzielt ein Double Double (13, 10 Ast.).

Benka Barloschky: „Ich bin unglaublich stolz auf mein Team. Ich denke, heute haben wir das beste Spiel seit langem gespielt. Wir haben heute eine große Blockade eingerissen. Es gab Momente in der zweiten Halbzeit, in denen wir zweistellig zurücklagen. Das waren die Momente, in denen uns die letzten Spiele immer entglitten sind. Heute haben wir zusammengehalten, weiter hart gespielt und diese Mauer in unseren Köpfen eingerissen. Wir hatten bis zum Schluss ein offenes Spiel, auch wenn Wroclaw am Ende die entscheidenden Plays gemacht hat. Wir haben das nicht geschafft – aber dennoch bin ich unendlich stolz.“

Kenneth Ogbe: „Ich glaube dass wir auf jeden Fall einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben. Jetzt kurz nach dem Spiel ist es natürlich trotzdem sehr frustrierend, dass es nicht gereicht hat. Aber wir werden diese Woche auf dieser Leistung darauf aufbauen können.“

LJ Thorpe: „Im vierten Viertel hatten wir durchaus die Chance, das Spiel noch mal zu drehen – es wollte aber einfach nicht kippen. Trotzdem war es auf jeden Fall ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung. Wir haben heute wirklich viel von dem, was wir umsetzen wollten, auch richtig gemacht. Wir hätten sie wahrscheinlich konsequenter aus der Zone halten müssen, um eine noch größere Chance auf den Sieg zu haben.“

Mit einer Ganzfeldverteidigung versuchten die Veolia Towers, den Gastgebern von Slask Wroclaw früh den Wind aus den Segeln zu nehmen. Und obwohl das Tempo hoch und die Fehleranfälligkeit beidseitig präsent war, zahlte sich der Taktikkniff zunächst aus. Mit einem Alley-Oop krönten LJ Thorpe und Zacharie Perrin einen starken Start. Nach viereinhalb Minuten sah sich Wroclaws Head Coach aufgrund eines Sieben-Punkte-Plus der Hanseaten zur Auszeit gezwungen. Unter Dauergesang ihrer Fans, die anlässlich des Unabhängigkeitstages vor dem Spiel überraschend die Nationalhymne angestimmt hatten, fanden die Polen zwar anschließend besser ins Spiel. Mit viel Biss in der Verteidigung hielten die Hanseaten aber dagegen – und hatten sich den knappen 22:23-Vorsprung nach den ersten zehn Minuten redlich verdient. Mit dem ersten Angriff im zweiten Abschnitt ging Wroclaw dann erstmalig in Führung. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem den Hamburgern der Fokus in der Defensive vorübergehend abhandenkam. Weil die Rotationen zu spät kamen, war das Foullimit nach nicht einmal drei Minuten erreicht. Mit abschlussstarker Offensive gelang es der Mannschaft von Benka Barloschky aber, den Lapsus abzumildern. Doch auch Slask Wroclaw traf hochprozentig, sogar etwas hochprozentiger, und hatte dadurch die 49:46-Führung zur Halbzeit inne.

Mit Wiederbeginn zeigten sich die Hausherren wacher, physischer, präsenter. Trotz Auszeit von Benka Barloschky gerieten die Hamburger zweistellig in Rückstand. Weil es nicht gelang, das Intensitätslevel wie in der ersten Halbzeit in Waage zu halten. Über fünf Minuten brachten die Veolia Towers nur einen einzigen weiteren Punkt auf das Scoreboard. Es fehlte an Führung auf dem Feld, der Rückstand mittlerweile deutlich. Dann aber belebten Niklas Wimberg, LJ Thorpe und Youngster Jared Grey die Offensive wieder. Dank des energiegeladenen Spurts, der in einem Buzzerbeater von Thorpe mündete, kämpften sich die Hanseaten zum Viertelende wieder auf 69:65 heran. Die Hamburger mühten sich, das Momentum aufrechtzuhalten. Während Einstellung und Kampfgeist bei 110 Prozent lagen, passte die Abschlussquote nicht, um eine entscheidende Wendung herbeizuführen. Stattdessen sorgten die Hausherren wieder für eine zweistellige Differenz. Die Veolia Towers hielten den Glauben an den ersten Saisonsieg aber weiterhin aufrecht, bewiesen Herz und stellten ein weiteres Mal den Anschluss her. Mit seinem zweiten Dreier an diesem Abend verkürzte Justin Edler-Davis den Rückstand auf zwei Punkte. Ein 9:0-Lauf in den finalen 150 Sekunden versetzte den Hamburgern dann aber den entscheidenden Stich und besiegelte die 92:81-Niederlage bei Slask Wroclaw.

Stats: Thorpe (13, 10 Ast., 6 Reb.), Maronka (5, 6 Reb., 5 Ast.), Müller, Tokoto (1), Grey (5), Breunig (2), Wimberg (10, 6 Reb.), Edler-Davis (14, 5 Reb.), Ogbe (12, 3 Reb.), Turudic, Perrin (19, 6 Reb.)