Starker Start und versöhnlicher Abschluss bei Niederlage in München
Die Veolia Towers unterliegen mit 90:79 beim FC Bayern Basketball. Bei der zweiten Saisonniederlage zeigen die Hamburger während der Start- und Schlussphase ihre Stärken. Aljami Durham mit Double-Double effektivster Akteur des Spiels.
Benka Barloschky: „Ich war sehr, sehr zufrieden mit dem Auftakt. Wir haben direkt ein gutes Spiel gespielt, waren offensiv sehr präsent. Und ich hatte auch das Gefühl, dass wir gut verteidigt haben. Francisco hat einige schwere Würfe getroffen, was uns wehgetan hat. So konnten wir uns nicht die Führung herausspielen, die wir gebraucht hätten. Danach hat München durch ihre Physis und das Switchen in der Defensive es uns unglaublich schwer gemacht, zu scoren. Wir hätten offensiv einen besseren Abend gebraucht, um wirklich eine Chance zu haben. Aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit unserer Performance.“
Aljami Durham: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir dürfen uns nicht davon abbringen lassen, Tag für Tag weiterzumachen. Wir haben vor dem Spiel keinen großen Druck gespürt. Wir haben das gemacht, was wir jeden Tag machen. München ist ein starkes Team, sie haben großartige Spieler. Wir haben versucht unsere Vorteile auf das Parkett zu bringen, hart zu spielen, es hat aber nicht gereicht. Davon werden wir uns aber nicht unterkriegen lassen.“
Ähnlich weiß, wie die Weste der Veolia Towers noch in den letzten drei direkten Duellen gegen den FC Bayern Basketball, strahlten die Trikots der Hamburger zu Spielbeginn durch das weite Rund der Münchner Arena. Und auch die Anfangsphase gegen das Starensemble aus dem Süden der Republik konnte sich definitiv sehen lassen. Defensiv extrem druckvoll und aufmerksam dazu offensiv mit viel Übersicht brachte sich die Mannschaft von Benka Barloschky Mitte des ersten Viertels mit sechs Punkten in Front. Einzig gegen Serge Ibaka fanden die Hanseaten zunächst kein Mittel. So sorgten vorallem die frühen acht Punkte des Ex-NBA-Champions dafür, dass die Hausherren den Anschluss halten konnten. Der zweite Grund war die zunehmende Hamburger Foulhäufigkeit, die aus der durchgängig aggressiven Gangart in der Verteidigung resultierte. Die Dauerbelastung unter dem eigenen Korb hielt die Towers aber nicht davon ab, auf der Gegenseite ebenso effektiv zu agieren. Was die hohen Trefferquoten (63% 2er, 57% 3er) sowie die acht verteilten Assists belegten. Fünf davon hatte sich Aljami Durham, der Terrell Gomez – pausierte als siebter Importspieler – in der Starting Five ersetzte, bereits in den Statistikbogen eintragen lassen. Ebenfalls dort war auch die Drei-Punkte-Führung vermerkt, die die Veolia Towers aus dem ersten Abschnitt mitnahmen.
Starker Start, dann fehlt der offensive Rhythmus
Drei Minuten später war die dann aber futsch. Mit einem 6:0-Lauf, begünstigt durch vier zweite Wurfchancen und einer ersten Abschlussschwäche der Hamburger, brachte sich der FCBB nach der langen Hamburger Hochphase wieder in Front. Benka Barloschky verwendete innerhalb von 80 Sekunden gleich zwei Auszeiten, um die Konzentration seines Teams in der ersten schwierigen Phase der Partie hochzuhalten. Mit Erfolg: Die Veolia Towers bekamen den Münchner Lauf erst einmal gestoppt. Allerdings benötigte das noch mehr Energie und Einsatz. Denn anders als im ersten Viertel wollte kein Feldwurf mehr fallen. In fast sechs Minuten fanden lediglich vier Freiwürfe den Weg ins Ziel. Die anhaltende offensive Durststrecke auf Hamburger Seite nutzte der FC Bayern, um sich dann doch langsam abzusetzen. Ein Korbleger von Seth Hinrichs kurz vor der Pause konnte daran auch nichts mehr ändern. Der 54:41-Halbzeitstand leuchte bereits auf der Anzeigetafel, da sollte die kurioseste Sequenz des Abends folgen. Erst verstopfte sich Will Christmas, im anschließenden Fastbreak scheiterte dann auch Münchens Ivan Karchenkov mit seinem Dunk-Versuch am Ring.






Die ersten Zähler nach dem Seitenwechsel brachte Lukas Meisner auf die Anzeigetafel. Doch schnell wurde deutlich, dass die Münchner defensiv noch einmal anziehen wollten. Erst einmal konnten die Hamburger daraus aber einen Vorteil generieren. Der sehr aktive Aljami Durham und VJ King verkürzten mit sechs Zählern in Serie den Rückstand auf acht Punkte. Während die Offensive nun lief, zeigten die Towers auf der anderen Seite des Feldes bisher nicht dagewesene Aussetzer. Zweimal kam Weltmeister Andreas Obst frei zum Dreier und konnte so den alten Abstand wiederherstellen. In einer Auszeit ließ Barloschky seinem Unmut über den fehlenden Fokus in der Verteidigung freien Lauf. Und wieder einmal fand der Head Coach genau die passenden Worte, auf die seine Schützlinge Taten folgen ließen. Nach einem wilden Dreier von Nico Brauner aus über acht Metern war der Rückstand wieder einstellig. Zumindest kurzzeitig: Denn Münchens Topscorer Sylvain Francisco verwandelte noch zwei Freiwürfe, während Aljami Durham in den Schlusssekunden fast in Eins-zu-Eins-Kopie wie Teamkollege Christmas beim Dunk-Versuch am Ring scheiterte.
Schlussoffensive bringt versöhnlichen Abschluss
Nur 70 Sekunden waren im Schlussabschnitt vergangen, da beorderte Benka Barloschky sein Team zur nächsten Auszeit. Doch diesmal konnte die Unterbrechung konnte den Ansturm der Münchner nicht unterbinden. Mit sieben Punkten in Folge erhöhte der Favorit, der mittlerweile seiner Rolle gänzlich gerecht wurde, den Rückstand. Bei den Towers dagegen fehlte wie schon im zweiten Viertel der offensive Rhythmus. Drei Punkte von Aljami Durham, zwei davon aus dem Feld, ein weiterer von der Freiwurflinie, blieben die einzigen für über fünf Minuten. Zwischenzeitlich 20 Punkte trennte beide Teams auf der Anzeigetafel. Während ein vierter Sieg in Serie gegen den FC Bayern Basketball damit in unerreichbare Ferne gerückt war, erinnerte Benka Barloschky seine Schützlinge ein weiteres Mal daran, sich nicht auf das Ergebnis, sondern auf den Prozess zu fokussieren. Und mit wiedererstarkten Towers-Tugenden, dem Schwerpunkt Defensive und daraus resultierendem schnellen Spiel, gelang den Hamburgern immerhin noch ein versöhnlicher Abschluss. Ein letzter Run ließ die Veolia Towers den Rückstand am Ende auf 90:79 verkürzen und so die Münchner Arena erhobenen Hauptes verlassen.
Stats: Krause (6), Hughes (8), Brauner (11, 3 Ass.), Meisner (8, 4 Reb.), Dziewa (3, 5 Reb.), Christmas (18), Hinrichs (5), King (4, 3 Reb.), Wohlfarth-Bottermann (2), Durham (14, 10 Reb., 6 Ass.)
