Schmerzhaftes Pokal-Aus
Die Veolia Towers Hamburg unterliegen den Bamberg Baskets im Pokal Achtelfinale mit 64:80 (33:44). Vor 1987 Zuschauer:innen entscheidet eine energielose Anfangsphase und ein punktearmes Ende für das Pokal-Aus.
Benka Barloschky: „Diese Niederlage tut super weh. Das war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, dass wir nicht bereit sind zu spielen. Auch wenn es im Ergebnis nicht so schlimm aussieht, wie das Würzburg-Spiel, ist es für mich heute die schlechtere Leistung gewesen. Das ist das erste Mal, dass ich wirklich unzufrieden bin und dass ich das Gefühl hatte, dass es an Energie fehlt. Das fängt schon damit an, wie wir das Spiel starten. Wir sind im Prozess schon einen Schritt weiter, als die Leistung, die wir heute hier gezeigt haben.“
Mark Hughes: „Wir spielen hier gegen wirklich gute Teams. Wenn wir nicht bereit sind, werden sie uns immer dort treffen, wo es weh tut. Und das war heute das beste Beispiel, daran müssen wir arbeiten, damit das nicht jedes Spiel so läuft. Noch dazu haben wir heute nicht getroffen, dennoch ist unsere Offensive eigentlich nicht unser Problem. Wenn wir defensiv die Gegner nicht stoppen können, geben wir uns selbst keine Chance zu gewinnen.“
Nico Brauner: „Heute sind wichtige Würfe nicht gefallen. Wir haben nur 64 Punkte gemacht, in uns steckt offensiv wesentlich mehr. Wir müssen als Team gute Würfe kreieren und vor allem in der Defensive den Gegner stoppen.“
Nach einem energiegeladenen Start im EuroCup-Heimspielaufktakt am vergangenen Dienstag vertraute Head Coach Barloschky auch im Achtelfinale des BBL Pokals auf die Starting Towers Durham, Brauner, King, Meisner und Dziewa. Das Schiedsrichter:innengespann um Anne Panther entschied den ersten Angriff nach einem Regelverstoß der Bamberger beim Sprungball für die Hamburger, die jedoch daraus keinen ersten Korberfolg kreieren konnten. Die Gäste aus Bamberg wiederum erzielten den ersten Distanzwurf durch Darius Nelson, auf den schnell ein weiterer folgte und den Bamberger 6:0-Start perfekt machte. Nico Brauner war es, der für die Hamburger nach 1:30 Minuten die ersten Punkte erzielte und diese im Anschluss mit dem ersten erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf im Startviertel ergänzte. Nach Schwierigkeiten beim Ballvortrag nutzte Towers Head Coach Barloschky eine Auszeit, um sein Team wachzurütteln. Trotz neuer Energie und immer wieder Nico Brauner, der dem Team mit flinken Händen den Ball erarbeitete, gestaltete sich vor allem die Towers-Offensive fehlerbehaftet und holprig – der Ball wollte heute nicht fallen. Mit seiner Einwechslung in der fünften Minute übernahm Will Christmas den Spielaufbau, schnappte sich den Ball und bediente Mark Hughes, der sich mit einem erfolgreichen Korbleger zum 7:16 mit seinen ersten Punkten in den Spielbogen eintrug. Nach einem anschließenden starken Drive zum Korb war Jonas WoBo, der zuletzt wegen einer leichten Gehirnerschütterung ausgesetzt hatte, nur mit Foul zu stoppen und verwandelte beide Freiwürfe an der Linie. Das Duo Hughes-Christmas funktionierte auch umgekehrt erfolgsversprechend – Block durch Hughes, schneller Pass auf Christmas, der das Team mit Punkten belohnte. Center Aleksander Dziewa verkürzte den Rückstand nach dem ersten Viertel auf 14:20.
Neue Energie lässt Towers Aufholjagd starten
Gleichbleibend energiegeladen begannen die Oberfranken den zweiten Spielabschnitt durch Kevin Wohlrath mit schnellen Punkten. Tower Mark Hughes zündete zu Beginn von der Dreierlinie – Malik Johnson tat es ihm gleich, die passende Antwort hatte Tower Mark Hughes allerdings erneut bereit – endlich traf der Ball (zunächst) sein Ziel aus der Distanz. Hughes Händchen schien in diesem Moment heiß zu laufen. Dieses Momentum nutzte auch Lukas Meisner, der mit einem langen Zweier in der 13. Spielminute die Bamberger Auszeit erzwang. Eine heiße Phase durch aufmerksames Zusammenspiel, dieses Mal von Hughes und Meisner, der Coast-to-Coast verwandelte, ließ den Rückstand Mitte des zweiten Viertels weiter schmelzen (26:30). Bambergs Onu sorgte mit seinem Offensivfoul für weitere Energie auch auf den Rängen der heimischen edel-optics.de Arena, die mit 1.987 Zuschauer:innen dem Hamburger Schietwetter trotzten. Immer wieder setzte Gäste-Center Stanic jedoch seinen athletischen Körper im direkten Duell ein und stoppte mit einem spektakulären Dunking den Towers-Lauf, der den Rückstand durch einen (ersten) Sidestep-Dreier durch Woodbury zum ersten Mal zweistellig (29:40) wachsen ließ. Balldieb William Christmas verhinderte den, in einer Auszeit vorbereiteten, letzten oberfränkischen Angriff kurz vor Ablauf der Zeit. So gingen die Gäste im Gegenteil zu den Gastgebern (4/17) vor allem mit einer guten 3er-Quote stabil (55,6%) und einer Überlegenheit der Rebounds (HAM 12/BAM 19) mit zehn Punkten Führung in die Halbzeitpause (33:44).









Auch nach der Halbzeitpause sammelten sich weitere schnelle Punkte auf dem Scoreboard auf Seiten der Bamberger an. Mit einem zauberhaften Anspiel auf Tower V.J. King durch Teamkollege Nico Brauner trudelten auch die ersten Punkte der zweiten Halbzeit des Achtelfinalspiels in Hamburg ein. Trotz hoffnungsvoller Momente erlaubten sich die Hamburger immer wieder böse Fehler, die zu Ballverlusten führten und auf der anderen Seite blieb das Einsammeln der Rebounds ein großes Problem. Aufbauspieler Al Durham nahm an der Linie beide Punkte nach einem harten Foul bei Zug zum Korb mit (38:50). Wieder war es William Christmas, der zum 40:52 den ersten erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf der zweiten Halbzeit versenkte und im direkten Anschluss das zweite Offensivfoul seines Gegenspielers Zach Copeland erarbeitete. Zusätzliche Energie brachte auch Kapitän Seth Hinrichs mit seiner Einwechslung und belohnte sich und die Mannschaft für ihren Hustle in der Aufholjagd im zweiten Teil des dritten Viertels (45:52), die die Bamberger nur durch eine Auszeit stoppen konnten. Trotz guter Aktionen und einer durchaus verbesserten Verteidigung konnten die Towers in den entscheidenden Momenten ihre Chancen jedoch zu wenig nutzen, den Rückstand im vorletzten Spielabschnitt nachhaltig zu verkürzen (50:58).
Schwache Offensive und Ballverluste entscheiden das Spiel
Wie gewohnt in diesem Spiel, starteten die Oberfranken auch mit erfolgreichen Körben ins Schlussviertel. Mit einem Drei-Punkt-Spiel durch Bonusfreiwurf nach Foul gelangen Center Aleksander Dziewa die ersten Towers Punkte im letzten Viertel (53:60). Unglückliche Ballverluste ließen die Hamburger über das gesamte Spiel auch nach Auszeiten nicht den Rhythmus erspielen. Ganz anders als Bamberger Trey Woodbury, der seinen Rhythmus längst gefunden hatte und nun im Schlussviertel seine Treffsicherheit aus jeglicher Distanz unter Beweis stellte, unteranderem mit seinem spielentscheidenden Sidestep Dreier zum 55:68. Immer wieder verfehlten die Hamburger Distanzwürfe ihr Ziel (5/34). Auch ein schneller Korberfolg durch King nach dem Einwurf und ein flinker Al Durham mit Zug zum Korb (59:73) konnten die Bamberger und vor allem Trey Woodbury, der sich zum Topscorer der Partie (21 Pkt., 3/4 3er) spielte, auf den Weg ins Viertelfinale des BBL Pokals nicht mehr aufhalten (64:80).
Stats: Hughes (14, 2 Reb., 3 Ass., 2 Stl.), Brauner (5), Möller, Meisner (7), Dziewa (19), Christmas (7, 4 Reb., 4 Ass., 4 Stl.), Hinrichs (5), King (4), WoBo (3), Durham (10)
