Raubkatzen-Woche Teil 2: Tigers aus Tübingen zu Gast
Nicht einmal 48 Stunden nach dem Last-Second-Sieg in London empfangen die Veolia Towers Hamburg am Freitag (15.12.) die Tigers Tübingen. Verletzungspech überschattet das erste Saisondrittel des Aufsteigers. Spielbeginn ist um 20 Uhr – die letzten Tickets gibt es online.
Noch bevor die British Airways Maschine, gestartet in London Heathrow, am Donnerstagmittag mit dem Fahrwerk die Landebahn des Hamburg Airports berührte, richtete sich der Blick der Veolia Towers bereits auf die nächste Pflichtspielaufgabe. Denn schon am Freitag (15.12.), nicht einmal 48 Stunden nach dem Sieg in letzter Sekunde bei den London Lions, findet die Raubkatzen-Woche bei Hamburgs Basketballern ihre Fortsetzung. Dann nämlich machen die Tigers Tübingen Station in der Hansestadt. Gastauftritte der schwäbischen Raubkatzen zählen insofern noch zu einer Besonderheit, da sie in der Vergangenheit die Ausnahme bildeten. In der zehnjährigen Towers-Historie gab es lediglich ein einziges Heimspiel gegen die Tübinger – in der Aufstiegssaison 2018/19. Die Erinnerungen an den 103:80-Erfolg sind mehr als fünf Jahre später allerdings längst verblasst. Die bisherigen BBL-Auftritte der Tigers in dieser Saison waren allerdings alles andere als unscheinbar und kraftlos. Und so hat das letzte Heimspiel des Kalenderjahres durchaus das Potenzial deutlich denkwürdiger zu werden als sein Vorgänger.
Tipoff gegen den Aufsteiger ist um 20 Uhr. Die allerletzten Tickets für das letzte Heimspiel des Jahres 2023 gibt es noch hier im Online-Ticketshop. Die Türen der edel-optics.de Arena öffnen 60 Minuten vor Spielbeginn. Eine Abendkasse öffnet nur, sofern noch Tickets verfügbar sind. DYN überträgt das Eröffnungsspiel des 11. Spieltages ab 19.45 Uhr live – kommentiert von Stefan Koch.
Benka Barloschky: „Wir müssen jetzt in sehr kurzer Zeit den Schalter umlegen. Aber das ist nicht das erste Mal in dieser Saison. Der Spielplan darf nicht als Ausrede herhalten. Stattdessen wollen wir versuchen, daraus eine Stärke zu machen. Wir sind im Rhythmus, haben ein Spiel auf sehr hohem Niveau gespielt. Daran wollen wir anknüpfen. Aber leicht wird es gegen Tübingen sicher nicht. Kalaitzakis bringt noch mal mehr Qualität ins Team. Das ist eine Verpflichtung, die schon für Aufsehen sorgt. Aber wir haben ihn jetzt in diesem Rahmen noch nicht spielen sehen, wissen also nicht, wie geht er bereits integriert ist. Insgesamt ist Tübingen eine variable Mannschaft, mit guten Werfern und viel Bewegung im Angriff. Das macht sie schwer ausrechenbar. Dazu haben sie mit Jackson einen sehr dominanten Spieler, der der Motor der Offensive ist.“
Zwischen Überraschungen und Lehrstunden
Direkt zu Saisonbeginn sorgten die Tigers Tübingen für eine faustdicke Überraschung. Auswärts bei Champions League Sieger Bonn sicherte sich das Team von Danny Jansson den ersten BBL-Sieg. In Braunschweig und gegen Oldenburg folgten zwei weitere. Doch so, wie die Schwaben, aktuell Tabellen-13., gegen die etablierten BBL-Kräfte bereits ihre Zähne zeigten, musste der Aufsteiger unter anderem gegen Vechta, Chemnitz und auch zuletzt Crailsheim, gegen die eine 26-Punkte-Führung verspielt wurde, schon ordentlich Lehrgeld zahlen.

Anführer des Tigers-Rudels ist Aufbau Jhivvan Jackson. Der Puerto-Ricaner, der in seiner Spielweise NBA-Legende Allen Iverson ähnelt und daher den Spitznamen „The puerto-rican Iverson“ trägt, ist mit 19,7 Punkten Topscorer der easyCredit BBL. Und auch defensiv versucht der 1,83 Meter große Guard voranzugehen. Durchschnittlich 2,2 Steals verbucht Jackson – ligaweit sind die Tigers (8,7) hinter Meister Ulm gar die zweitbesten Balldiebe. Die Forwards Jimmy Boeheim (14,8 PpS) und Mateo Seric (13,6) haben sich ebenfalls als Leistungsträger etabliert.
Verletzungssorgen als größte Herausforderung
Auch Ex-Hamburger Christoph Philipps (14,0), der im Sommer von der Elbe an den Neckar wechselte, und dem Finnen Aatu Kivimäki (8,0) waren im System von Head Coach Danny Jansson wichtige Rollen zugedacht. Verletzungsbedingt konnten beide bisher aber nur drei Pflichtspiele absolvieren. Als Reaktion wurde Javon Masters mit einem Kurzzeitvertrag ausgestattet, der Anfang Dezember um einen Monat verlängert wurde. Inmitten der 13-tägigen Vorbereitungszeit auf das Duell am Freitag wurde mit Geogios Kalaitzakis die zweite Nachverpflichtung vorgestellt. Womit die Tigers durchaus aufhorchen ließen. Denn der Grieche kann eine illustre Vita vorweisen: Neben sechs Jahren im Trikot von Powerhouse Panathinaikos Athen, spielte der variable Flügelspieler auch schon für Milwaukee und Oklahoma in der NBA.

Auch der austro-deutsche Erol Ersek (8,8), der Ende November seine deutsche Staatsbürgerschaft erhielt und damit nicht mehr als Import-Spieler zählt, Kriss Helmanis (5,3), Sohn der Bamberger Legende Uvis Helmanis, Block-Monster Kaodirichi Akobundu-Ehiogu (5,1, 1,4 Blocks), Timo Lanmüller (5,3) und Zaccheus Darko-Kelly (7,4) zählen zur festen Rotation der Tigers. Ob jedoch alle einsatzfähig sind, wird sich erst am Spieltag zeigen. Verletzungssorgen bleiben nämlich die größte Herausforderung für den Aufsteiger. So wird neben den Langzeitausfällen auch Center Akobundu-Ehiogu beim ersten Aufeinandertreffen beider Teams in der easyCredit BBL mit einer Handverletzung definitiv fehlen.
