Applaus Aljami Durham

Raubkatzen-Woche Teil 1: Bei den Löwen in London

Die Veolia Towers Hamburg starten am Mittwoch (13.12.) mit einem Gastspiel bei den London Lions in den Jahresendspurt. Die auf Platz zwei rangierenden Briten gewannen zuletzt fünf Spiele in Serie. Spielbeginn ist um 20.30 Uhr – Magenta Sport überträgt ab 20.20 Uhr live.

Zum Ende des Jahres 2023 kommt es für die Veolia Towers noch einmal richtig dick. In einem Zeitraum von 18 Tagen stehen den Hamburgern gleich sechs weitere Pflichtspiele bevor. Entsprechend gelegen kam die Spielpause am vergangenen Wochenende. Head Coach Benka Barloschky gab seinem Team zweieinhalb Tage trainingsfrei – um die inneren Akkus wieder aufzuladen. Kurzbesuche bei der Familie und Freunden halfen ebenso wie der ein oder andere Besuch auf einem der zahlreichen Hamburger Weihnachtsmärkte, um den Kopf freizubekommen. Und so mit neuer Energie in die kommenden Aufgaben starten zu können. Los geht der Jahresendspurt mit einer Raubkatzen-Woche und einer regelrechten Terminhatz. Weniger als 48 Stunden vor dem letzten Heimspiel des Jahres gegen die Tigers Tübingen sind die Hanseaten am Mittwoch noch bei den London Lions gefordert.

Tipoff der Rückrunden-Partie im BKT EuroCup ist um 20.30 Uhr. Magenta Sport überträgt das Gastspiel beim Zweiten der Vorrundengruppe A ab 20.20 Uhr live – kommentiert von Markus Krawinkel.

Benka Barloschky: „Nach den freien Tagen haben wir uns langsam wieder gesteigert. Nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental hat die Pause den Jungs gutgetan. Sie waren mit einer neuen Frische im Kopf zurück in der Halle. Das ist gut für den Jahresendspurt. Ich denke, London ist noch einmal besser als im Hinspiel. Das hat natürlich mit der Rückkehr von Sam Dekker zu tun, aber auch mit der Arbeit des Coaching Staffs, der die Entwicklung immer weiter vorantreibt. Die Mannschaft spielt sehr hart, super erwachsen – sie erlauben sich dadurch nur ganz wenige Fehler. Und daher stehen die Lions auch zurecht weit oben in der Tabelle. Es wird sicherlich eines der schwereren Auswärtsspiele unserer Saison im EuroCup sein. Für uns muss klar sein, dass wir unseren besten Basketball spielen müssen – und uns nahezu an der Perfektion bewegen müssen. Das muss der Anspruch sein.“

London strebt nach der Krone

Mit zuletzt fünf Siegen in Serie untermauerten die London Lions ihr Streben nach der Krone im zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb. Die Spielweise der Briten hat längst majestätische Züge erreicht. Mit 93,4 Punkten pro Partie stellen die Hauptstädter die drittproduktivste Offensive. Gekennzeichnet ist der Löwenangriff durch einen aggressiven Zug zum Korb, der sich in der zweitbesten Zweier-Quote (59,5 %) sowie den meisten Freiwurfversuchen (26,3) widerspiegelt. Durchschnittlich 22,1 Assists (3.) sprechen für ein blindes Verständnis des Rudels, 38,1 Rebounds (4.) für die fast unbändige Präsenz.

Aljami Durhma im Angriff gegen London
Mit 12,3 Punkten pro Spiel geht Aljami Durham als Hamburger Topscorer im EuroCup voran. | Foto: Marvin Contessi

Als neuer König der Löwen hat sich in den bisherigen 10 Auftritten Gabriel Olaseni herauskristallisiert. Der Brite, der schon für Bamberg, Gießen und Würzburg spielte, ist mit 17,3 Punkten, 7,9 Rebounds und 2,7 Assists der effektivste Londoner. Am vergangenen Spieltag teilte er sich mit Ex-Hamburger TJ Shorts (jetzt Paris) den Spieltags-MVP-Titel. Topscorer ist aber weiterhin Matthew Morgen. Durchschnittlich 18,5 Zähler stehen für den Guard in der Statistik. Auch im Hinspiel, dass die Hamburger nach aufopferungsvollem Kampf 94:100 verloren, führte der zweitbeste Punktesammler des EuroCups sein Team mit 21 Zählern offensiv an.

Aljami Durham: „Sie sind ein sehr erfahrenes Team, spielen sehr systematisch und wissen ganz genau, was sie tun. Ihre Erfahrung zeigt sich auch in der fast perfekten Umsetzung ihres Spiels. Das müssen wir ihnen neidlos anerkennen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, was wir können. Und darauf müssen wir unseren Fokus legen. Sie haben im Vergleich zum ersten Aufeinandertreffen nochmals zugelegt. Bisher sind sie wie eine Dampfwalze durch den Wettbewerb gefegt. Das macht sie in meinen Augen zu einem der Favoriten auf den Titel.“

Das Zepter liegt in mehreren Händen

Dass die London Lions in den letzten beiden Auftritten jeweils über 100 Punkte auf die Anzeigetafel brachten, lag jedoch nicht nur am Top-Duo. Sondern hat auch mit der Offensiv-Power eines ebenso angriffslustigen Quartetts zu tun. Conor Morgan (13,7), Sam Dekker (13,0), Donte Grantham (11,6) und Tarik Phillip (10,5) befeuern ebenfalls regelmäßig das Angriffsspiel. Vorsicht ist hier sogar gleich in doppelter Hinsicht geboten. Denn Sam Dekker, letztjähriger MVP des amtierenden Meisters in Großbritannien, befindet sich aufgrund von Verletzungen bisher noch nicht in Vorjahresform – was ihn umso gefährlicher macht.

Dunk Aleksander Dziewa gegen London
Im Hinspiel dominierte Aleksander Dziewa unter den Körben – 28 Punkte waren ein neues EuroCup-High für den Polen. | Foto: Marvin Contessi

Wenn es ums Scoring geht, dann tritt Jordan Taylor (6,0) zumeist zwar in den Hintergrund. Dennoch hat der Aufbau, der mit Berlin 2016 Pokalsieger wurde, großen Einfluss auf das Spiel der Londoner. Durchschnittlich 4,7 Assists verteilt Taylor – und gehört damit zu den besten seines Fachs. Gleiches gilt auch für Luke Nelson und Josh Sharma, zwar weniger im EuroCup, dafür umso mehr in der britischen Basketball League. Auch dank Nelsons Übersicht und Sharmas Energie und körperlicher Präsenz führen die London Lions die BBL mit 17 Siegen aus 20 Spielen als Tabellenführer an.