Zwei Basketballspieler in orange-weiß gestreiften Trikots greifen nach dem Ball eines am Boden liegenden Gegenspielers in schwarzem Trikot

Trotz Towers-Kampf, Niederlage in Ulm

Die Veolia Towers verlieren nach einem physisch wie intensiven Spiel gegen ratiopharm ulm mit 81:72. Devon Daniels wird mit 32 Punkten Hamburger Topscorer.

Benka Barloschky: „Ich glaube, dass wir genau das Spiel gesehen haben, was wir erwartet haben. Ulm ist dieses Jahr in der Lage defensiv unglaublich viel Stops zu produzieren. Das ist ein Qualitätsmerkmal. Um damit umgehen zu können, musst du durchspielen können und das haben wir im ersten Viertel nicht gekonnt. Im ersten Viertel haben wir nicht unsere Struktur gefunden und haben den Ulmern dadurch viel zu viele leichte Körbe gegeben. Insgesamt bin ich stolz auf meine Mannschaft und wie wir immer wieder zurückgekommen sind. Wir haben heute aber von zu vielen Positionen zu schlecht geworfen. Wir haben die Möglichkeiten kreiert, aber hatten nicht die Trefferquote.“

Martin Breunig: „Wir sind erneut schwach ins Spiel gestartet, früh in Rückstand geraten und mussten die ganze Zeit einem Rückstand hinterherlaufen. Diesen konnten wir mit unserer Trefferquote aus dem Zwei- und Dreipunktebereich nicht mehr aufholen. Trotz großem Kampfgeist und vollem Einsatz sollte es heute einfach nicht reichen. Besonders die 17 Turnover haben uns wehgetan, weil sie immer wieder zu einfachen Gegenpunkten geführt haben. Zwar haben wir zur Halbzeit Anpassungen vorgenommen und es lief danach etwas besser, aber solche Fehler dürfen uns nicht passieren – gerade unter Druck müssen wir ruhiger bleiben und bessere Lösungen finden.“

Zwar war die Startformation der Veolia Towers die gleiche wie beim Overtime-Erfolg gegen Rostock am Mittwoch, der Start in die Partie gestaltete sich jedoch deutlich anders. Die Hamburger taten sich schwer, leisteten sich gleich zu Beginn drei Turnover und zwangen Head Coach Benka Barloschky zur frühen Auszeit. Ulm hingegen war sofort auf Betriebstemperatur, drückten aufs Gas und bestraften die Hamburger Startschwierigkeiten mit einem 10:0-Run. Devon Daniels sorgte schließlich nach vier Spielminuten für den Weckruf und bescherte den Hanseaten erste Zähler. In der Folge arbeiteten sich die Towers Schritt für Schritt in die Partie, verteidigten nun aufmerksamer und provozierten ihrerseits Ballverluste der Gastgeber. Nach einem physischen und von Spielunterbrechungen geprägten ersten Viertel stellte Devon Daniels mit der Sirene auf 29:20.  Auch im zweiten Viertel wollte sich zunächst kein Spielfluss einstellen, in einer physischen wie hitzigen Partie kam es immer wieder zu Unterbrechungen durch die Unparteiischen – darunter litten vor allem die Abschlussmöglichkeiten beider Teams, was den Hamburgern die Aufholjagd zunehmend erschwerte. Das Team von Benka Barloschky bewies einmal mehr in dieser Saison Resilienz, hielt sich zwar auf Schlagdistanz, standen sich selbst aber immer wieder mit Flüchtigkeitsfehlern in Form von Ballverlusten im Weg (insgesamt elf bis zur Pause). So blieb der Rückstand zur Halbzeit fast unverändert (32:42).

Der Spielfluss fand schließlich nach der Halbzeit final Einzug in die Partie. Der Ball lief nun in längeren Sequenzen und ohne Unterbrechung von einer Seite des Spielfeldes zur anderen. Trotz gut heraus gespielter Würfe wollte der Towers-Wurf zunächst nicht konsequent fallen (6/26). Das sollte sich jedoch zeitnah ändern: Martin Breunig läutete einen Hamburger 8:0-Lauf ein, welcher von Dreiern von Kenneth Ogbe sowie Devon Daniels gekrönt wurde und die Veolia Towers zeitweise wieder auf fünf Zähler heran brachte. Die Ulmer Antwort folgte jedoch prompt, vereitelte jegliche Hamburger Mühen und sorgte dafür, dass der Rückstand mit Ende des dritten Viertels weiterhin 10 Punkte betrug (61:51). Mit viel Hamburger Kampfgeist ging es in die letzten zehn Spielminuten. Immer wieder wechselte Head Coach Benka Barloschky zwischen einer Zonen- und Mann-Mann-Verteidigung. Beide Teams lieferten sich ein offenes Tauziehen um das Momentum, wobei auf jede Towers-Aktion sofort eine Ulmer Reaktion folgte. Die Veolia Towers knabberten immer wieder an dem zweistelligen Rückstand, was sichtlich Kraft und Energie kostete. Zsombor Maronka sowie Devon Daniels hielten die Hanseaten mit wichtigen Punkten durch einen Dreier sowie einen Dunk im Spiel. Doch die körperliche Partie forderte vorzeitig ihren Tribut: Während sich die Hanseaten in der Offensive kaum noch für ihren Kampfgeist belohnen konnten, sorgten die Ulmer für die vorzeitige Entscheidung. Ein Highlight-Dunk von Zacharie Perrin kam zu spät, und leistete aber dennoch Ergebnis-Kosmetik (81:72).

Stats: Thorpe (2, 4 Ast.), Rich (2), Maronka (6, 6 Reb.), Grey, Breunig (9, 11 Reb.), Wimberg, Daniels (32, 6 Reb.), Ogbe (7), Gamble, Williams (3), Perrin (11, 7 Reb.)