Towers ringen mit dem griechischen Tiger
Die Veolia Towers Hamburg verlieren den Round 11-Krimi gegen Aris Thessaloniki Betsson knapp mit 89:92. Zwar kämpfen die Hamburger bis zum Schluss geschlossen, müssen sich am Ende aber denkbar knapp gegen die Griechen geschlagen geben. Hamburger Topscorer wird Devon Daniels mit 25 Punkten, Zacharie Perrin erzielt ein Double-Double.
Benka Barloschky: „Im zweiten Viertel haben wir nicht diszipliniert genug gespielt, was sich im Ergebnis niedergeschlagen hat. Wir hatten in der Phase defensiv nicht genug Struktur. Nach der Halbzeit sind wir viel besser zurück ins Spiel gekommen, haben einer unserer besten Leistungen bisher gezeigt. Wir haben hart dafür gearbeitet und diese Arbeit zeigt sich immer mehr und wird sich bezahlbar machen“
Devon Daniels: „Wir finden immer mehr als Team in unser Spiel und sind in der Lage konsequent an unserem Gameplan festzuhalten. Am Ende sind es manchmal einzelne Runs und Würfe die ein Spiel entscheiden können.“
Ross Williams: „Wir sind als Team eng zusammengewachsen, diese Verbindung hält uns in frustrierenden Situationen zusammen und gibt uns Kraft. Wir müssen jetzt daran arbeiten, unseren Fokus das gesamte Spiel über aufrechtzuhalten. Wir vertrauen auf uns und werden mit zusammen die nächste Aufgabe meistern.“
Zurück in der Inselpark Arena, mit dem ersten Sieg der Saison im Gepäck galt es für die Veolia Towers den Aris-Tiger zu zähmen. Gemäß griechischer Tradition begann das Spiel mit einem Konfettiregen von der Gästetribüne der mitgereisten griechischen Fans. Der dadurch leicht verzögerte Start der Partie sollte im Anschluss erst einmal den Gästen aus Thessaloniki gehören. Knapp vier Spielminuten waren vergangen, bevor Zacharie Perrin mit einem krachenden Dunk erste Hamburger Punkte auf die Anzeige schepperte. Kenneth Ogbe ließ einen Dreier folgen und brach damit das griechische Momentum. Abwechselnd und mit viel Tempo packten nun beide Teams Punkte aufs Wurfkonto, wobei die Gäste die Führung behielten. Benka Barloschky bat zur Auszeit, aus dieser die Towers mit mehr Energie zurück auf das Parkett kehrten, Aris durch eine Zonenverteidigung unter Druck setzten und ihren Gästen sechs Turnover abrangen. Angeführt von Zsombor Maronka spielten sich die Hanseaten in einen regelrechten Rausch und sicherten sich so zum Ende des ersten Viertels die verdiente Führung (27:23).
Hamburger Flüchtigkeitsfehler zu Beginn des zweiten Viertels sorgten dafür, dass Aris den leichten Vorsprung schnell wieder verpuffen ließ. Benka Barloschky nun sichtlich unzufrieden, griff erneut zur Auszeit. Durch diese kehrte Ruhe in das Hamburger Spiel zurück. Immer wieder arbeitete sich Zacharie Perrin geduldig zum eigenen Brett. Doch der Kampf gegen die physischen Griechen kostete Kraft, die die Towers in Form von weniger Präzision beim Abschluss bezahlten. Die Gäste warteten mit großer Spielfreude auf, trafen verlässlich von außen und konnten so erstmals zweistellig in Führung gehen. Zacharie Perrin drückte den Rückstand kurz vor der Pause auf 39:47.



Nach der Halbzeit machten sich die Veolia Towers sofort daran, den Rückstand schnellstmöglich wieder abzubauen. Die Hamburger arbeiteten hart und geschlossen gegen die griechischen Gäste an. Die Hypothek aber hielt sich hartnäckig, pendelte sich bei fünf Zählern ein. Ein weiterer Dreier von Zsombor Maronka setzte neue Energie frei. Devon Daniels entwickelte sich zum regelrechten offensiven Motor und hielt sein Team so in Schlagdistanz. Während die Aris Fans die Gästetribüne vollends zur Hüpfburg umfunktionierten, brachen die Wilhelmsburger mit der 5-Punkte-Hürde und stellten wieder auf Gleichstand (61:61). Wirbelwind Ross Williams eroberte den Towers schließlich die Führung zum Ende des dritten Viertels mit einem Dreier zurück (65:64).
Das letzte Viertel war kaum angebrochen, da endete das Spiel für Hamburgs Spielemacher LJ Thorpe frühzeitig mit dem fünften Foul. Aris doppelte den Hamburger Ballvortrag nun aggressiv, was die Towers nach anfänglicher Hektik geschickt ausspielten. Es entwickelte sich ein Epos-würdiges Tauziehen um die Führung, welches vom beständigen griechischen Fangesang untermalt wurde. Mit Zsombor Maronka verließ der nächste Hamburger mit fünf Fouls das Spielfeld. Kenneth Ogbe schraubte mit einem wichtigen Dreier die Stimmung in der Arena auf Ultimo hoch, doch Aris Antwort folgte prompt und eiskalt von jeweils der Dreierlinie. Angeführt von Devon Daniels wehrten sich die Veolia Towers mit aller Kraft. Zacharie Perrin vereitelte die vorzeitige Entscheidung per Block. Wenig später bewies Jared Grey Nervenstärke an der Freiwurflinie und sicherte den erneuten Ausgleich – 10 Sekunden vor Schluss war immer noch alles offen. Ein basketballerischer Gladiatorenkampf entfachte, an dessen Ende sich die Towers knapp und trotz viel Kampfgeist geschlagen geben mussten (89:92).
Stats: Thorpe (6, 5 Ast.), Maronka (13, 5 Reb.) Müller (2), Grey (2), Martin, Breunig (2), Daniels (25, 4 Reb.), Ogbe (11) Williams (14, 5 Reb.), Turudić (3), Perrin (11, 12 Reb.)
