Fünf Basketballspieler in schwarzen Trikots mit den Aufschriften "nexperia" und "Toyota" stehen auf dem Spielfeld und halten sich an den Händen.

Hamburger Aufholjagd bleibt unbelohnt

Die Veolia Towers verlieren gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 75:67. Die Towers kämpfen sich nach einer schwierigen ersten Halbzeit zurück, können die Partie aber nicht zu ihren Gunsten drehen. Hamburger Topscorer wird Devon Daniels mit 16 Punkten.

Benka Barloschky: „Wir haben viel zu lange gebraucht, um in diesem Spiel anzukommen. Ludwigsburg hat im Hinblick auf das Personal gerade eine schwierige Situation und da ist es klar, dass die Spieler, die spielfähig sind, bereit und extra scharf sind, zu spielen – das war im Vorfeld klar. Wir hatten einfach nicht die Mittel, um dagegen zu halten. Wir haben es in der zweiten Halbzeit deutlich besser gemacht und vor allem das Rebounding kontrolliert. Das war wichtig und hat uns in der ersten Halbzeit extrem wehgetan. Am Ende waren die Quoten einfach nicht gut genug. Wir gewinnen das Possession-Game am Ende, aber die Qualität der Würfe war nicht ausreichend und die Trefferquote war nicht da, um auswärts zu gewinnen. Wir benötigen mehr Durchschlagskraft von einzelnen Spielern, um so ein Spiel dann auch ganz zu drehen. Mit der Art und Weise, wie wir es versucht haben und an welchen Punkt wir gelangt sind, bin ich sehr zufrieden. Aber die erste Halbzeit war einfach zu lange nicht gut genug.“

Benedikt Turudić: „Bei uns kamen heute mehrere Dinge zusammen: Ludwigsburg hatte schon ein Spiel in den Beinen und vielleicht auch noch die Frustration aus der Niederlage gegen Ulm, während wir früh mit Foulproblemen zu kämpfen hatten. Dadurch wird es schwer, die Physis eines solchen Teams zu matchen, weil man automatisch etwas vorsichtiger verteidigt. Dazu kamen dann vergebene offene Würfe – und dann gerät so ein Spiel schnell zur Achterbahnfahrt. Positiv war aber auf jeden Fall unsere zweite Halbzeit: Wir haben nur 28 Punkte zugelassen und eine deutlich bessere Mentalität gezeigt. Am Anfang haben wir das erste Viertel allerdings ein Stück weit verschlafen und versucht, eher wie Ludwigsburg zu spielen, statt unser eigenes Spiel durchzuziehen.“

 

Zum Wiedereinstieg nach der FIBA-Break reisten die Veolia Towers nach Ludwigsburg. Bei der Exkursion in die Barockstadt musste Head Coach Benka Barloschky weiterhin auf Zacharie Perrin verzichten, hatte dafür aber Neuzugang Karl Gamble im Gepäck. Doch der Start in Ludwigsburg gestaltete sich für beide Teams zunächst holprig – technische Probleme mit der Anzeige prägten die Anfangsminuten der Partie. Für den ersten offensiven Akzent sorgte schließlich Kenneth Ogbe per Dreier. Zu einem wirklichen Spielfluss sollte es jedoch vorerst auf beiden Seiten nicht kommen, beide Teams taten sich schwer, zu Abschlüssen zu kommen.  Kenneth Ogbe traf zwar ein weiteres Mal von jenseits der Dreierlinie, doch insgesamt blieb die Fehlerquote hoch. Gleich fünf Ballverluste leisteten sich die Towers in der Anfangsphase. Ludwigsburg nutzte diese Phase konsequent aus, setzte zu einem 7:0-Lauf an und zwang Head Coach Benka Barloschky früh zur Auszeit. Bis zum Ende des ersten Viertels erspielten sich die Gastgeber so eine zweistellige Führung (24:12). Auch nach der Viertelpause fanden die Towers defensiv zunächst keinen nachhaltigen Zugriff auf die bekannt physisch agierenden Ludwigsburger. Zwar setzte Ross Williams per Dreier einen Hamburger Akzent, doch vor allem am Brett ließen die Towers zu viele zweite Chancen ihrer Gastgeber zu. Neuzugang Karl Gamble feierte sein erstes Auftreten im Towers-Trikot. Immer wieder zeigten die Hamburger nun gute Sequenzen, fanden freie Würfe und erspielten sich einen guten Zug zum Korb. Doch die RIESEN blieben konsequenter, zogen davon und schickten die Hanseaten mit einem deutlichen 47:33-Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel kehrten die Veolia Towers mit deutlich mehr defensiver Präsenz auf das Parkett zurück. Die Hamburger arbeiteten aggressiver gegen den Ball und fanden auch offensiv zunehmend ihren Rhythmus. Benedikt Turudić krönte den 7:0-Run mit einem krachenden Dunk und setzte damit nicht nur neue Energie frei, sondern zwang die Gastgeber damit auch zur frühen Auszeit. Mit viel Kampfgeist erarbeiteten sich die Hanseaten nun wichtige Stops in der Defensive, die sie auf der anderen Seite schnell in Punkte ummünzten. Ludwigsburg verlor in dieser Phase etwas den offensiven Rhythmus, doch trotz der sichtlichen Leistungssteigerung gelang es den Towers zunächst nicht, entscheidend näher heranzukommen. Head Coach Benka Barloschky griff erneut zur Auszeit, während sich der Rückstand der Hamburger bei rund zehn Punkten einpendelte. Immer wieder zwangen die Towers ihre Gegner geschlossen zu Fehlern und arbeiteten sich Schritt für Schritt zurück in Schlagdistanz. Bis zum Ende des dritten Viertels brachen die Hamburger mit der zweistelligen Differenz und verkürzten auf 59:51. Den Auftakt in den Schlussabschnitt markierte Zsombor Maronka mit einem wichtigen Dreier. Die ersten Minuten des letzten Viertels gestalteten sich zwar auf beiden Seiten punktarm, doch die Towers arbeiteten nun konsequent am Brett und erspielten sich gegen die physischen Gastgeber immer wieder zweite Chancen. Vollends in der Partie angekommen blieben die Veolia Towers geschlossen zusammen und konnten den Rückstand auf nur noch drei Punkte verkürzen. In einer zunehmend wild-chaotischen Partie entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Pünktlich zur Crunchtime schienen die Ludwigsburger noch einmal letzte Reserven freizuschalten und vereitelten die Hamburger Aufholjagd. Beide Teams tauschten nun offen Zähler aus, auf jede Hamburger Aktion folgte prompt die Ludwigsburger Antwort. Devon Daniels fand in dieser Phase endlich seinen offensiven Rhythmus und brachte wichtige Punkte auf das Scoreboard, doch auch die RIESEN hatten ihre Treffsicherheit zurückgefunden. Jared Grey betrieb kurz vor Schluss noch Ergebniskosmetik, konnte die Niederlage der Veolia Towers letztlich jedoch nicht mehr verhindern.

Stats: Thorpe (2, 6 Reb., 4 Ast.), Rich (2), Maronka (6), Grey (2), Breunig (2), Wimberg (2, 3 Ast.), Daniels (16, 6 Reb.), Ogbe (13), Gamble (8, 4 Reb.), Williams (5), Turudić (9)