Playoffs starten mit Doubleheader in Bonn

Zum Start in die Viertelfinalserie gegen die Telekom Baskets Bonn sind die Hamburg Towers am Freitag (13.05., 19 Uhr) und Sonntag (15.05., 15 Uhr) auswärts gefordert. Head Coach Pedro Calles kann pünktlich zur Postseason wieder auf den kompletten Kader zurückgreifen. Magenta Sport überträgt beide Partien live.

WHAT’S UP?! Für die Hamburg Towers beginnt ab sofort die beste Zeit des Jahres. It’s Playoffs, Baby. Die Zeit, in der jeder Sieg für eine Verlängerung der Spielzeit sorgt, jede Niederlage unweigerlich in Richtung Saisonende führt. Eine wichtige Tugend der bisherigen Saison, sich nur auf die nächste Partie zu konzentrieren, steht ab sofort umso mehr im Fokus des Calles-Team. Gespielt wird in der am Freitag (13.05., 19 Uhr) beginnenden Best-of-Five-Serie ausschließlich gegen einen Gegner. Im Viertelfinale treffen die auf Platz sieben gelandeten Hanseaten auf die Telekom Baskets Bonn, die nach der besten Hauptrunde ihrer Klubgeschichte – mit 26 Siegen in 34 Spielen – die reguläre Spielzeit als Tabellenzweiter abgeschlossen haben. Da das jeweils besserplatzierte Team Heimrecht genießt, werden zunächst erst zwei Spiele in der ehemaligen Bundeshauptstadt ausgetragen (Spiel 2 am 15.05., 15 Uhr), ehe die Serie in der nächsten Woche nach Hamburg wechselt. Ein mögliches viertes Spiel würde ebenso in der Hansestadt stattfinden, wird ein fünftes Spiel benötigt, so wäre Bonn hier wieder Austragungsort. Doch zu weit vorauszuplanen, ist in den Playoffs wenig erfolgversprechend. Also volle Konzentration auf die ersten beiden Spiele, in denen die Towers mit einem Erfolg den Heimvorteil aus den Bonner Händen klauen könnten. Doch der Dome auf dem Bonner Hardtberg gleicht in dieser Spielzeit einer fast nicht einzunehmenden Festung. Bis zu 6.000 Fans in Magenta und Weiß peitschten ihr Team von Heimsieg zu Heimsieg – nur zwei Spiele gingen bisher verloren. Eines davon gegen die Towers, weshalb die Hamburger durchaus selbstbewusst ins Rheinland reisen können. Denn Caleb Homesley & Co. haben gezeigt, dass sie dem Kollektiv um Liga-MVP Parker Jackson Cartwright ebenbürtig sind. Ebenbürtig ist wohl das perfekte Stichwort – denn die Spielweisen der Hamburger und Bonner gleichen sich auffallend. Bonn (87,9) und Hamburg (85,2) zählen zu den vier Teams mit dem höchsten Punkteschnitt und aus dem Zwei-Punkt-Bereich zu den Treffsichersten (BON 58,1%, HAM 56,8%) der Liga. Dessen ungeachtet nehmen beide Teams mit Vorliebe ihre Würfe aber aus der Distanz – Bonn (33,2) sogar noch etwas deutlicher als die Hamburger (31,6). Auch beim Rebounding stehen beide Teams gleichauf (HAM 37,4, BON 37,2) – vor allem beim Offensivrebound greifen beide Kontrahenten überaus entschlossen zu. Trotz des temporeichen Angriffs halten sich die Ballverluste im Rahmen – könnten in der Viertelfinalserie aber deutlich zunehmen. Denn beide Teams sind auch defensiv stark, forcieren bei ihren Gegnern im Schnitt über 15 Ballverluste, die Hamburg Towers sind bei direkten Ballgewinnen (8,0 Steals) sogar etwas aufmerksamer als die Telekom Baskets Bonn (7,2). Doch Gemeinsamkeiten hin oder her, wer gewinnen will, muss zeigen, dass er sich in den entscheidenden Momenten von seinem Gegner distanzieren kann.

Defensive, Offensive – die Hamburg Towers und Telekom Baskets Bonn gleichen sich in zahlreichen Kategorien auffallend. | Foto: Jörn Wolter

DUELLE IM FOKUS Max DiLeo vs. Parker Jackson-Cartwright. Was MVP und Topscorer Parker „PJC“ Jackson-Cartwright für die Offensive der Bonner ist, ist Max „Verteidigungsminister“ DiLeo für die Defensive der Hamburg Towers – Antreiber, Motor, Leader. Im ersten Aufeinandertreffen in dieser Saison stellte DiLeo den Bonner Wirbelwind kalt, zwang PJC zu fünf Ballverlusten, ließ ihn nie zur Entfaltung kommen. Neben der exzellenten Defensive verhalf der Defensivspezialist den Hanseaten auch mit 12 Punkten zum Sieg. Im Rückspiel war Jackson-Cartwright (22 Pkt., 4 Ass., 4 Stl.) fast nicht zu stoppen – der Sieg ging am Ende an Bonn.

Caleb Homesley vs. Javontae Hawkins. Sie sind die Alleskönner ihrer Teams. Hamburgs Topscorer Homesley (16,0) wirft zwar mit Vorliebe aus der Distanz – beim Hinspiel in Bonn drückte er 20-mal von jenseits der 6,75-Meter-Linie ab – weiß gleichzeitig aber auch, wie er sein Team besser macht. Als drittbester Rebounder (4,0) und zweitbester Assistgeber (4,8) stellt er sich immer in den Dienst der Mannschaft. Auf Bonner Seite übernimmt der im Dezember nachverpflichtete Javontae Hawkins diese Rolle. Als Forward eingeplant, etablierte sich der Amerikaner zunächst als drittbester Dreierschütze, in Abwesenheit von PJC übernahm er zum Ende der Hauptrunde den Spielaufbau. Ohne den MVP steuerte Hawkins zuletzt 23,6 Punkte bei, im Saisonschnitt ist der Amerikaner zweitbester Punktesammler (15,4) der Baskets.

BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER Das Playoff-Kapitel zwischen den Hamburg Towers und den Telekom Baskets Bonn ist zwar noch gänzlich unbeschrieben – fünf Duelle gab es bisher im regulären Ligabetrieb in der easyCredit BBL. Mit 3:2 haben die Hanseaten im historischen Vergleich die Nase knapp vorn. Vor heimischem Publikum konnte aber noch keiner der beiden Kontrahenten über einen Erfolg jubeln, im direkten Aufeinandertreffen setzte sich bisher immer die Gastmannschaft durch. So auch in der regulären Saison. Zunächst gewannen die Towers am 16. Spieltag gegen den damaligen Tabellenführer (80:92) und fügten den Bonnern damit die erste Heimniederlage in dieser Spielzeit zu. Am 25. Spieltag revanchierten sich die Rheinländer dafür (73:85). Der Erfolg der Hamburger im Telekom Dome war einer von nur zwei Siegen des Gästeteams in der abgelaufenen Hauptrunde auf dem Bonner Hardtberg – wenn es nach den Hanseaten geht, dann soll es dabei aber nicht bleiben.

OFF THE COURT Das dritte Viertelfinale in der Serie gegen Bonn wird das erste Playoff-Heimspiel der Hamburg Towers, das ohne Einschränkungen ausgetragen werden kann. Und während im vergangenen Jahr gegen Berlin im Rahmen eines Modellversuches lediglich vor 200 Zuschauer:innen gespielt werden durfte, hofft das Team rund um Eigengewächs Justus Hollatz diesmal auf 3400 frenetische Fans. Für die am 20. Mai (19 Uhr) in der edel-optics.de Arena stattfindende Partie sind bereits 2500 Tickets verkauft. Für alle, die also noch dabei sein wollen, heißt es: ranhalten und jetzt Tickets sichern. Da ohne Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen auch der Stehplatz-Bereich wieder voll ausgelastet werden kann, gibt es Einzeltickets unter tickets.hamburgtowers.de bereits ab 13 Euro.

Head Coach Pedro Calles richtet den Fokus auf Kleinigkeiten. | Foto: Dennis Fischer

PEDRO CALLES: „Wir treffen auf ein Team, das über weite Strecken der Saison das Ligageschehen dominiert hat. Für mich sind sie die beste Mannschaft in der BBL. Sie spielen an beiden Enden des Feldes sehr aggressiv. Der Schlüssel in dieser Serie wird sein, welche Mannschaft das Tempo und die Aggressivität bestimmen kann – auch das Rebounding wird ein entscheidender Faktor, denn beide Teams gehen sehr entschlossenen zum Offensivrebound. Bonn hat mit Jackson-Cartwright den MVP in seinen Reihen, er ist ihr Kreativposten. Ihn dürfen wir nicht in die Zone ziehen lassen. Außerdem müssen wir uns etwas für ihre wurfstarken Big Men überlegen. Wir dürfen uns in der Verteidigung keine Aussetzer leisten, müssen immer voller Energie dabei sein. Ansonsten werden sie unsere Fehler in Sekundenbruchteilen bestrafen. Da sie mit viel Tempo spielen, wird es besonders auf das Umschalten von Angriff auf Verteidigung ankommen. Nicht zuletzt haben sie acht Importspieler, mit denen sie ihre Aufstellung variieren können. Am schwersten haben wir uns gegen ihre Variante getan, bei der sie mit fünf Spielern rund um die Dreierlinie agieren. Es gibt also viel, auf das wir achten müssen.“