Mehrere Basketballspieler in Aktion unter dem Korb in einer Halle mit Zuschauern auf den Rängen.

Overtime-Thriller – Towers erkämpfen sich den Auswärtssieg

Die Veolia Towers gewinnen das Kellerduell in Heidelberg nach Overtime mit 108:111. Gegen die MLP Academics Heidelberg bleiben die Hamburger ihrer Identität treu und kämpfen sich geschlossen zum Sieg. Hamburger Topscorer wird Zsombor Maronka mit 24 Punkten.

Benka Barloschky: „Wir sind super glücklich, dass wir den Sieg hier klauen konnten. Wir waren im vierten Viertel mit noch fünf Minuten zu spielen zweistellig in Führung, hatten keine Teamfouls und haben das Spiel irgendwie noch aus der Hand gegeben. Normalerweise wird das bestraft, vor allem auswärts. Wir haben uns dann wieder reingekämpft, haben in der Verlängerung auch erst zurückgelegen und uns dann nochmal zurückgekämpft. Die Resilienz, die wir heute gezeigt haben, war entscheidend, dass wir am Ende das Spiel gewonnen haben. Wir haben Herz gezeigt, haben gekämpft bis zur letzten Sekunde und konnten so am Ende auch mit einem guten Händchen von der Freiwurflinie und einem ruhigen, kühlen Kopf das Spiel nach Hause fahren.“

Zsombor Maronka: Dieses Spiel hat einmal mehr den Charakter und die mentale Stärke unseres Teams unter Beweis gestellt. Es gab zahlreiche Aufs und Abs, doch wir sind als Team geschlossen geblieben und haben uns gemeinsam den Sieg erarbeitet. Wir wissen, dass wir unser volles Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben und weiterhin Verbesserungspotenzial besteht – was positiv ist, denn es liegen noch viele Herausforderungen vor uns. Das kommende Heimspiel wird entscheidend sein. Wenn wir genauso weitermachen, mehr Einsatz zeigen als der Gegner und als Einheit auftreten, werden wir erfolgreich sein.“

 

Das Kellerduell startete hektisch, vielleicht der Brisanz des Spiels geschuldet, taten sich beide Teams zunächst schwer ihren Rhythmus zu finden. Defensiv zeigten die Towers, welche krankheitsbedingt auf ihren Kapitän Benedikt Turudić  verzichten mussten, von Beginn an Präsenz. Offensiv fanden allerdings die Gastgeber schneller in die Partie und erspielten sich die Führung. Devon Daniels übernahm in dieser Phase Verantwortung und attackierte immer wieder aggressiv den Weg zum Korb. Nach einer Auszeit von Benka Barloschky legten die Towers ihre Nervosität ab, arbeiten sich in das Spiel hinein und ließen den Rückstand schmelzen. Kenneth Ogbe setzte mit zwei Freiwürfen auf Gleichstand, bevor Zsombor Maronka die erste Hamburger Führung besorgte. In den chaotischen letzten Sekunden behielten die Heidelberger die Nase leicht vorne, das erste Viertel endete 20:19.
Danach schien das Momentum wieder zurück auf die Seite der Gastgeber zu wandern. Aufmerksame Hamburger verhinderten allerdings, dass die nach wie vor sichtlich nervösen Heidelberger weiter wegzogen und blieben auf einer fünf-Punkte-Distanz. Offensiv fanden die Gäste trotz guter Aktionen noch nicht genug Abschlüsse, um den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Die Academics nutzen vor allem die Transition, um ins Laufen zu kommen und konnten sich so erstmals etwas mehr absetzen. Die Hamburger hielten derweil an ihrer Team-DNA fest – blieben weiterhin geschlossen zusammen und ließen sich trotz des Rückstandes nicht aus der Ruhe bringen. Stattdessen kämpfte sich das Team von Benka Barloschky erneut bis auf einen Punkt an ihre Gastgeber ran. Freiwürfe von Heidelbergs Mateo Seric kurz vor der Pause sorgten für den 42:39-Halbzeitstand.

Die Veolia Towers kehrten nach der Pause mit neuer Energie auf das Parkett zurück: LJ Thorpe und Zacharie Perrin zauberten regelrecht in der Zone und Niklas Wimberg holte per Dreier die Hamburger Führung zurück. Nervenstarke Towers zwangen ihre nun sichtlich verunsicherten Gastgeber zu vier Turnover in Folge und ließen kaum Heidelberger Punkte zu. Erfolgreich absetzen konnten sich die Hanseaten aber noch nicht. Zsombor Maronka gab ein klares Statement zu Hamburgs Team-Vibes in Form von zwei Dreiern und einem anschließenden Dunk in Richtung der Heidelberger Bank ab. Nach einer Auszeit von Heidelbergs Cheftrainer Danny Jansson kamen die Gastgeber besser zurück und packten schnelle Punkte auf die Anzeige. Ross Williams quittierte diesen Umstand mit einem Dreier und sicherte damit die Hamburger Führung zum Viertelende (63:67).
Nach einem Dreier von Kenneth Ogbe stockten Zsombor Maronka und Zacharie Perrin nach zwei krachenden Dunks die Hamburger Führung erstmals in den zweistelligen Bereich auf. Die nun spritzige Towers-Offensive wussten die MLP Academics teils nur mit einem Foul zu stoppen, und belohnten die Hanseaten immer wieder mit einem Gang an die Linie. Heidelbergs Michael Weathers wollte sich das Kellerduell aber nicht so leicht aus den Händen nehmen lassen, kämpfte die Gastgeber fast im Alleingang wieder zurück in das Spiel. In einer nun wieder knappen Partie raubten mehrere Unterbrechungen von Seiten der Schiedsrichter das Hamburger Momentum. Kenneth Ogbe, Niklas Wimberg und LJ Thorpe entfachten das Towers-Feuer mit drei schnellen Dreiern in Folge. Martin Breunig blieb nervenstark an der Freiwurflinie, doch Heidelbergs DJ Horne sorgt kurz vor Schluss für den erneuten Ausgleich (93:93) – damit ging es in die Overtime.

Der Start in die Verlängerung sollte den Gastgebern gehören, genauer gesagt Heidelbergs DJ Horne, welcher mit fünf Punkten in Folge dort weiter machte, wo er zuvor aufgehört hatte. Zacharie Perrin setzte mit einem Dunk nach Anspiel von LJ Thorpe neue Energie frei. Wenig später traf Zsombor Maronka per Dreier zum Ausgleich. In einem umkämpften wie knappen Spiel, schickten sich nun beide Teams abwechselnd an die Freiwurflinie. Dort behielt Topscorer Zsombor Maronka die Nerven und sorgte für die Entscheidung. Damit klauen die Hamburger nicht nur das Heidelberger Weihnachtsgeschenk, sondern sichern sich auch den wichtigen 108:111-Auswärtssieg im Kellerduell.

Stats: Thorpe (22, 7 Ast.), Maronka (24, 5 Reb.) Müller, Grey (2), Breunig (10, 7 Reb.), Wimberg (8, 6 Reb.), Daniels (7), Ogbe (14), Williams (14), Perrin (10, 6 Reb.)