Mit kleinen Schritten nach Wroclaw

Die Veolia Towers gastieren am Mittwoch (25.01.) im 7DAYS EuroCup bei Gruppen-Schlusslicht Slask Wroclaw. Die Hamburger wollen beim polnischen Tabellenführer die Entwicklungsschritte fortführen und ihre Niederlagenserie abschütteln. Spielbeginn ist um 20 Uhr.

Die Ernüchterung nach dem Spiel am vergangenen Wochenende gegen Braunschweig, nach der 16. Niederlage aus den letzten 19 Partien, war deutlich spürbar. Deutlich sichtbar war die Verunsicherung, die aktuell wie ein schwerer Umhang über dem Team schwebt und unter der selbst vermeintlich einfache Abschlüsse zu einer schier unüberwindbaren Hürde werden. Die Leichtigkeit – bei der Fehler auch dazugehörten, aber nicht gleichzeitig zu einer fast krampfartigen Schwere führten – ist den Veolia Towers abhandengekommen. Diese wieder zum Vorschein zu bringen, bestimmt derzeit die Arbeit von Benka Barloschky. Für den Hamburger Head Coach sind es kleine Funken, die das Feuer neu entfachen können, ist es das Umlegen eines Schalters, das Licht am Ende des dunklen Tunnels bringen kann. Es sind Erfolgserlebnisse, die das Vertrauen in die eigenen Stärken zurückbringen sollen. Die nächste Chance darauf besteht am Mittwoch (25.01.) bei Slask Wroclaw.

Der Abschluss des 12. Spieltages in der Vorrundengruppe B im 7DAYS EuroCup zwischen den Veolia Towers Hamburg und Slask Wroclaw beginnt um 20 Uhr. Magenta Sport überträgt ab 19.50 Uhr live aus der Hala Orbita in Breslau.

Wroclaws Topscorer Jeremiah Martin unter Bewachung von Defensiv-Ass Christoph Philipps. | Foto: Marvin Contessi

Bei Slask Wroclaw läuft es zumindest in der heimischen Liga deutlich besser. Mit 15 Siegen aus 17 Partien rangiert der 18-fache polnische Meister derzeit an der Tabellenspitze. Auch, wenn die Souveränität dem Team von Andrej Urlep zuletzt etwas verloren gegangen ist. Gegen Sponjnia, Sechster, und Lancut, Dreizehnter, setzte es gleich zwei Niederlagen, die ersten beiden in der Saison, in Serie. Im 7DAYS EuroCup dagegen steht die Mannschaft aus der drittgrößten Stadt des Nachbarlandes als Schlusslicht der Gruppe B mit bisher nur einem Sieg am anderen Ende des Tableaus.

Das aber auch nur, weil Slask Wroclaw häufig in den entscheidenden Phasen das Glück des Tüchtigen fehlt. Die Spiele gegen den Gruppenersten aus Gran Canaria wurden erst im Schlussviertel entschieden, gegen Patras und (76:78) und Ankara (71:75) – beides Teams mit positiver Bilanz – betrug die Differenz weniger als fünf Punkte. Und auch im Hinspiel in Hamburg (67:83) sorgte das polnische Team für eine letztendlich enge Partie, indem der 16-Punkte-Vorsprung der Towers in nur fünf Minuten nach der Halbzeitpause egalisiert wurde.

Wie schon beim ersten Aufeinandertreffen Ende Oktober prägen Topscorer Jeremiah Martin (14,2 PpS) und Aleksander Dziewa (11,9) das Gesicht von Slask Wroclaw. Im Hinspiel kamen beide auf 17 Zähler – Dziewa sammelte zudem 15 Rebounds. Für viel Energie und Firepower von der Bank ist Lukasz Kolenda (11,5) zuständig. Die beiden Forwards Jakub Niziol (9,2) und Conor Morgan (9,1), die das Gefahren-Quintett bei Wroclaw komplettieren, bestechen vor allem mit großer körperlicher Präsenz – beide stellten die Hamburger im ersten Aufeinandertreffen ebenfalls im Rebounding vor große Probleme.

Es kommt auf das richtige Mindset und den Glaube an den eingeschlagenen Weg an, weiß auch James Woodard. | Foto: Marvin Contessi

Benka Barloschky: „Für uns wäre es jetzt der absolut falsche Zeitpunkt, um auf Playoff-Platzierungen in unserer Gruppe zu schauen. Wir haben genug mit uns selbst zu tun. Wir müssen den Weg, den wir eingeschlagen haben, konzentriert und Schritt für Schritt weitergehen. Die Partie am Wochenende hat auch klargemacht, dass wir keinen dieser Schritte überspringen können. Das Gute an der Doppelbelastung ist aber, dass wir Niederlagen schnell abhaken und direkt ins nächste Spiel gehen können. Der nächste Schritt ist also die Partie in Wroclaw. Herausstechend in diesem großen, sehr physischen Team ist Jeremiah Martin. Er ist ein sehr dominanter Guard. Generell gibt es viel Kontinuität in der Mannschaft, das macht sich vor allem in der polnischen Liga bezahlt. Hier haben sie einen überragenden Record.“

James Woodard: „Uns erwartet sicherlich ein wirklich hartes Spiel, dafür ist Wroclaw bekannt. Das hat man auch im Hinspiel gesehen – wir hatten eine deutliche Führung zur Halbzeit, dennoch haben sie sich zurückgekämpft und wir hatten am Ende ein enges Spiel. Wir stecken in der Suche nach unserem Selbstvertrauen, ein Sieg kann da natürlich helfen. Aber wir müssen dafür vor allem im Training viel arbeiten, fighten. Wir müssen auf dem Weg bleiben, den wir eingeschlagen haben. Wir bewegen uns in ganz kleinen Schritten in die richtige Richtung. Ich glaube daran, dass wir so auch an unser Ziel kommen werden.“