Mehr Fokus aufs Detail gegen Tel Aviv
Am Mittwoch (27.12.) setzen die Veolia Towers ihre Auswärtsspielserie vor dem Jahreswechsel bei Hapoel Shlomo Tel Aviv fort. Die Partie gegen den Zweiten der Gruppe A im BKT EuroCup findet in Belgrad statt. Spielbeginn ist um 18.30 Uhr – Magenta Sport überträgt ab 18.20 Uhr live.
Für einen Tag lang kehrte besinnliche Ruhe bei den Veolia Towers Hamburg ein. Die deutschen Profis reisten direkt im Anschluss an das Auswärtsspiel in Bonn zu ihren Familien. Für die Importspieler ging erst einmal im Teambus zurück in die Hansestadt – doch dort blieben VJ King und Co. keineswegs einsam am Heiligabend. Denn Assistant Coach Stanley Witt und Freundin hatten alle Verbliebenen, die sonst womöglich allein gewesen wären, zum geselligen Friendsmas eingeladen. Allerdings wich schon am ersten Weihnachtsfeiertag die Besinnlichkeit dann aber wieder dem alltäglichen Trainingstreiben eines Basketballprofis. Denn am Mittwoch (27.12.) geht es für den Towers-Tross, der die Reise am Dienstagvormittag antratt, zur nächsten Pflichtspielaufgabe gegen Tel Aviv. Ziel ist jedoch nicht die israelische Metropole am Mittelmeer. Denn aufgrund des Krieges müssen die Israelis ihre Heimspiele fernab der Heimat austragen – in Belgrad.
Gespielt wird in der Aleksandar Nikolic Hall, Spielbeginn ist um 18.30 Uhr. Zuschauer sind in der für eine hitzige Atmosphäre bekannten Spielstätte in der Hauptstadt Serbiens jedoch nicht zugelassen. Magenta Sport überträgt bereits ab 18.20 Uhr – kommentiert von Markus Krawinkel.
VJ King: „Die Weihnachtstage ohne die Familie zu verbringen, ist nicht einfach. Daher ist es in dieser Zeit für mich noch wichtiger, meine Liebsten zu hören und ihnen zu sagen, wie sehr ich sie liebe. Es war sehr schön, dass wir in kleinem Rahmen am Heiligabend zusammen waren und ein bisschen entschleunigen konnten. Jetzt richten wir aber den Blick auf das Spiel gegen Tel Aviv. Wir haben in den letzten beiden Partien zu viele Punkte zugelassen. Wir müssen also in der Verteidigung wieder mehr Fokus auf die Details legen und unsere Fehlerquote minimieren. Gleichzeitig wird es wichtig sein, den ersten Schlag zu setzen. Es ist sehr schwer, sich immer wieder von Rückständen zurückzukämpfen.“
Tel Avivs unnachahmliche Offensive
Zum dritten Mal in Folge treffen die Veolia Towers auf eine Mannschaft, die sich durch eine ebenso aggressive wie effiziente Offensive auszeichnet. Hinter Paris ist Tel Aviv das Team mit dem zweithöchsten Punkteschnitt (95,5) im zweithöchsten europäischen Vereinswettbewerb. Doch nicht nur im Scoring findet sich das Aufgebot rund um Jaylen Hoard (17,3 PpS) weit oben im Ranking wieder. Auch im Zusammenspiel, wie durchschnittlich 23,3 (2.) Assists zeigen, sowie beim Zug zum Korb (25,6 2er, 2.) und den daraus resultierenden Freiwurfversuchen (24,2, 2.) zählt Tel Aviv zur Spitze.

So verwundert es nicht, dass neben Topscorer Hoard mit Xavier Munford (16,9), Tomer Ginat (14,2), Braian Angola (13,5) und dem zweitbesten Vorlagengeber des EuroCups, J’Covan Brown (12,8, 6,9 Ass.), gleich vier weitere Profis auf zweistellige Punktewerte kommen. Das Guard- und Forward-Kollektiv zeichnet sich aber nicht nur durch einen unnachahmlichen Drang zum Korb aus. Auch aus der Distanz (41,1%, 2.) besticht Tel Aviv mit hochprozentigen Quoten. Das Toptrio aus Hoard, Munford und Ginat trifft durchschnittlich sogar mehr als die Hälfte aller Versuche von Downtown.
Benka Barloschky: „In gewisser Weise ist es eine besondere Partie. Wir hoffen aber, dass wir die Umstände – dass ein israelisches Team in Belgrad spielen muss, keine Zuschauer in der Halle sein werden – aber für die Zeit des Spiels ausblenden können. Denn auch aus sportlicher Sicht wird es eine Herausforderung. Tel Aviv ist ein weiteres Spitzenteam der Gruppe. Es ist eine spielstarke Mannschaft, auf allen Positionen. Auch die großen Spieler können gut mit dem Ball umgehen, passen. Das können wir nur über eine kollektiv gute Defensive lösen.“
Mal spektakulär, mal bodenständig präzise
Center Kyle Alexander fungiert gleichermaßen als defensiver Anker und offensiver Unruhestifter. Pro Partie wehrt der 2,08 Meter große Jamaikaner bisher 1,6 Wurfversuche (3.) spektakulär ab. Ebenfalls mehr als ansehnlich ist auch die Reboundarbeit des Musterathleten. Durchschnittlich 8,3 Abpraller (5.) landen in Alexanders Händen. Weniger spektakulär, dafür umso präziser ist das Spiel von Routinier Bar Timor. Der 31-jährige Hapoel-Kapitän ist mit 4,7 Assists der zweitbeste Vorlagengeber – beim 100:81-Erfolg gegen Venedig erzielte der Aufbauspieler mit acht Pässen zum direkten Korberfolg eine neue persönliche Bestleistung.

Abgerundet wird die Zehner-Rotation des fünffachen israelischen Meisters durch Idan Zalmanson, John Holland und Gil Beni. Der 28-jährige Zalmanson zeichnet sich vor allem als weiterer versierter Scorer aus. Sind die Zahlen im internationalen Wettbewerb überschaubar, ist der Isreali in der heimischen Liga viertbester Scorer des Teams, mit Fabelquoten aus allen Lagen. Der sieben Jahre ältere John Holland konnte seine Stärken auf dem EuroCup-Parkett ebenso noch nicht vollends ausspielen. Deutete mit 20 Punkten und 8 Rebounds gegen Venedig jedoch an, wozu er trotz seines Alters noch immer in der Lage ist.
