Löwen lassen sich nicht zähmen
Die Veolia Towers Hamburg verlieren gegen die Basketball Löwen Braunschweig mit 91:79. Nach einem starken dritten Viertel fehlt den Hamburgern am Ende die Energie. Jordan Barnett wird mit 22 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Wir haben über 25 Minuten das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben, und sind in der zweiten Halbzeit extrem gut rausgekommen. Ein Problem, das sich durchgezogen hat, war unser defensiver Rebound. Wir haben gut verteidigt, aber die Rebounds nicht holen können. Am Ende konnten wir Braunschweigs Energie nicht mehr mitgehen. Wir haben ihre Transition Offense nicht mehr in den Griff bekommen und dadurch hat Braunschweig zu viele leichte Körbe erhalten. Dann ist es schwer, den Spieß nochmal umzudrehen. Zumal es mental auch nicht leicht ist, nach einer 10-Punkte-Führung mit einem Rückstand aus dem Viertel rauszugehen. Braunschweig hat derzeit einfach mehr Selbstvertrauen und da müssen wir uns wieder hinarbeiten. Nach der Pause werden wir auf jeden Fall zur Arbeit gehen.“
Jordan Barnett: „Wir müssen unsere Spiele besser zu Ende spielen. Es war ein Spiel, welches von vielen Runs geprägt war, aber am Ende hat Braunschweig das Spiel besser beendet. Im dritten Viertel hatten wir die Partie in der Hand, sind dann aber von unserem Gameplan abgewichen und haben den Ball zu oft aus der Hand gegeben. Das schmerzt besonders. Wir werden die Pause jetzt zum Wachsen nutzen und mit neuer Kraft zurückkommen.“
Kenneth Ogbe: „Nach einem schwierigen Start haben wir uns zurückgekämpft. Wir haben es aber nicht geschafft an die Rebounds zu kommen, wodurch Braunschweig ins Laufen und zu einfachen Punkten kommen konnte. Wir haben gesehen, dass das Potenzial da ist. Das macht solche Niederlagen besonders schwierig. Wir werden die Pause jetzt nutzen, um zu trainieren und dann neu angreifen.“
Der Start in die Partie gehörte den Löwen, welche in ihrer eigenen Höhle mit zwei schnellen Dreiern ihr Revier zu markieren wussten. Eine Tatsache, die Kur Kuath nicht davon abhielt, mit einem Dunk gefolgt von einem Block den eigenen Standpunkt deutlich zu machen. Die Veolia Towers Hamburg antworteten auf die selbstbewussten Hauslöwen mit schnellen Attacken in die Zone und konnten die Braunschweiger zwar so etwas aus dem Tritt bringen, aber noch nicht richtig in ihr Spiel finden. Ähnlich wie vergangenen Sonntag im Spiel gegen Berlin, fehlte es den Towers zunächst an Durchsetzungskraft beim Rebound, was die Braunschweiger ausnutzen und in einen 25:17-Vorspung zum Ende der ersten zehn Spielminuten ummünzen konnten.
Zähne zeigen
In das zweite Viertel starteten die Veolia Towers deutlich besser. Jordan Barnett versenkte das Spielgerät von jenseits der Dreierlinie. Im Anschluss legte Kenneth Ogbe erst noch drei Punkte obendrauf, bevor er den Ball mit viel Nachdruck durch den Ring drückte. Die Hamburger, welche durch zwei erfolgreiche Freiwürfe von Kur Kuath erstmals in Führung gehen konnten, zeigten nun ihre Reißzähne und bremsten die Gastgeber mit einer schnellen Rotation und guter Absprache in der Defensive aus. Brae Ivey bat das Löwenrudel einmal mehr in der eigenen Manege zum Tanz und zwang die Braunschweiger in einer still gewordenen Volkswagen Halle so in die Auszeit. Die Towers attackierten die nun eher schläfrigen Löwen konsequent, wobei vor allem Niklas Wimberg seinen Größenunterschied gegenüber den kleineren Gastgeber geschickt auszuspielen wusste. Ganz abschütteln ließen sich die Löwen aber nicht. Braunschweiger Sananda Fru hielt sein Team im Spiel und so durfte beide Teams den Gang in die Kabine mit einem Gleichstand (41:41) antreten.




Jordan Barnett knüpfte per Dunk nach Assist von Brae Ivey an die erste Halbzeit an, und hob die Hamburger Bank mit erhobener Faust aus den Stühlen. Braunschweig antwortete mit einem eigenen Dunk, doch mit zwei Dreiern in Folge rückte Osaro Rich das Kräfteverhältnis wieder gerade. Mit einer weiterhin aggressiven Defense machten die Hanseaten es ihren Gastgebern schwer, zu guten Abschlüssen zu kommen und hielten sie so auf Distanz. Kur Kuath und Kenneth Ogbe reihten ein Highlight an das nächste und brachten die Towers so erstmals zweistellig in Front. Doch die Löwen kämpfen sich angeführt von TJ Crockett Jr. in das Spiel zurück. Jordan Barnett hatte mit fünf Punkten in Folge zwar die richtige Antwort parat, die Führung blieb aber bei den Hausherren. So gingen die Veolia Towers mit einem minimalen 65:64-Rückstand in das letzte Viertel.
Towers können Löwen nicht bändigen
Für die letzten zehn Spielminuten wurde das Spieltempo noch einmal angezogen. Doch die Towers schienen aus dem Rhythmus gekommen zu sein. Die Gastgeber und gleichzeitig zweitjüngster Kader der Liga konterten mit einer schnellen Transition in der Offensive, welche die Hamburger nur zum Teil unter Kontrolle bekamen. Die Towers erarbeiteten sich weiterhin gut Abschlüsse, gaben aber zu viele Rebounds aus der Hand und ermöglichten den Braunschweigern so zweite Chancen. Kur Kuath sorgte per Euro Step plus Freiwurf für wichtige Punkte und hielt die Hanseaten so im Spiel. Doch die Braunschweiger Arnas Velicka und Sananda Fru spielten mit neu gewonnener Energie auf, was vor allem in der Defensive an den Hamburger Kräften zerrte. Zwei Minuten vor Schluss lagen die Towers zum ersten Mal an diesem Abend zweistellig zurück. Und das sollte auch so bleiben. So müssen sich die Veolia Towers am Ende mit 91:79 geschlagen geben.
Stats: Ivey (11, 4 Ast.), Rich (10), Lottie (4, 2 Ast.), Möller, Grey, Wimberg (8, 3 Reb.), Giessmann, Barnett (22, 11 Reb., 3 Ast.), Stove, Kuath (15, 14 Reb.), Ogbe (9)
