Zwei Basketballspieler auf dem Spielfeld einer Halle, einer dribbelt den Ball, der andere verteidigt mit ausgestrecktem Arm

Karnevals-Krimi endet mit Niederlage

Die Veolia Towers Hamburg verlieren nach einem wahren Karnevals-Krimi mit 92:85 gegen die Telekom Baskets Bonn. Hamburger Topscorer wird Devon Daniels mit 18 Punkten.

Benka Barloschky: „Glückwunsch an Bonn und Coach Marko Stankovic zu einem am Ende verdienten Sieg. Wir waren im vierten Viertel dran, und eigentlich genau da, wo wir sein wollten: Wir wollten das Spiel knapphalten. Am Ende haben wir das Possession Game einfach zu deutlich verloren. Bonn hat uns genau dort wehgetan, wo es zu erwarten war. Sie haben unglaublich gut gereboundet und besser auf den Ball aufgepasst als wir, obwohl es zwischenzeitlich für uns gar nicht so schlecht aussah. Doch am Ende haben wir nicht die Big-Plays gemacht. Vielleicht haben wir es auch am Ende nicht verdient, weil wir einfach hier und da nachlässig waren. Wir sind schlechte Close-Outs gelaufen gegen Heckmann, der ein super Spiel gemacht hat, haben Cuts nicht verteidigt, Grayson Murphy zu seiner linken Hand gelassen. Insgesamt haben wir einfach zu viele Fehler gemacht. Ich habe großen Respekt davor, wie Coach Stankovic seine Mannschaft coacht, einfach sehr diszipliniert, daher ist es schwer, hier zu gewinnen. Ein Sieg wäre möglich gewesen, aber am Ende hat die Qualität nicht ausgereicht“

Zsombor Maronka: „Bonn ist stark in die erste Halbzeit gestartet und hat uns ein paar Mal überrannt. Insgesamt müssen wir vor allem bei den defensiven Rebounds deutlich besser werden. Am Ende war es ein harter, enger Kampf, bei dem Bonn letztlich die Nase vorn hatte. Daraus müssen wir lernen und darauf aufbauen. Die Atmosphäre war außergewöhnlich und wirklich großartig. Es war schön zu sehen, wie engagiert das Publikum war. Insgesamt war es trotz der Niederlage eine besondere Stimmung.“

Mit einem lautstarken „Alaaf!“  und liebevoller Begrüßung von Towers-Kapitän Benedikt Turudić an seiner alten Wirkungsstätte startete der 20. Spieltag der easyCredit-BBL in Bonn. Beim Fest der Superlative musste Benka Barloschky weiterhin auf Zacharie Perrin (Mittelhandbruch) verzichten. Noch nicht ganz in Karnevalsstimmung brauchten die Veolia Towers knappe zwei Minuten, bis Osaro Rich mit einem erfolgreichen Dreier erste Punkte auf das Hamburger Konto packte. Die Gastgeber gaben auf dem Spielfeld wie auf den Rängen gleichermaßen den Takt vor und gingen schnell in Führung. Die Towers hatten währenddessen Schwierigkeiten, in das Spiel zu finden und kamen nur schwer zu etwas Zählbarem. Head Coach Benka Barloschky griff zur ersten Auszeit – und die zeigte Wirkung. Angeführt von Devon Daniels und Zsombor Maronka arbeiteten sich die Hamburger in die Partie. An den Brettern herrschten jedoch eisern die flinken Bonner über die Rebounds (18:7), kamen dadurch immer wieder ins Laufen und konnten sich mit Ende des ersten Viertels erstmals zweistellig absetzen (24:14).
Nach der Viertelpause sorgte Zsombor Maronka mit zwei schnellen Dreiern in Folge für das perfekte Valentinstagsgeschenk und setzte wichtige Towers-Energie frei. Geduldig trugen die Hamburger nun den Rückstand ab, bevor Ross Williams mit einem schnellen Dreier die Towers nicht nur wieder in Schlagdistanz brachte, sondern die Gastgeber auch zur Auszeit zwang. Diese waren mitnichten bereit den Tambourstab über das Spiel abzugeben und bremsten das Hamburger Momentum durch hartnäckige Rebound-Arbeit und schnelle Passstafetten aus. Angetrieben von LJ Thorpe und Zsombor Maronka bissen sich die Towers uneingeschüchtert an den Bonnern fest und erkämpften sich einen minimalen 43:40-Rückstand zur Pause.

Nach einem bunten Rahmenprogramm zur Halbzeitpause drosselten beide Teams ein wenig das Tempo. Die Gastgeber fanden dabei, ähnlich wie im ersten Viertel, schneller in ihren Rhythmus zurück und setzten sich erneut zweistellig ab. Vielleicht der vielen – und für Norddeutschland untypischen Karnevalsmusik geschuldet- leisteten sich die Towers nun vermehrt Unachtsamkeiten, welche die Baskets umgehend bestraften. Nach einem zähen dritten Viertel leuchtete ein 71:62 über dem Telekom Dome. Wieder einmal bewiesen die Veolia Towers ihre hart erarbeitete Resilienz – blieben geschlossen zusammen und kämpften sich erneut bis auf zwei Punkte heran. Devon Daniels brachte schließlich die erste Hamburger Führung des Abends, welche ausgerechnet Ex-Tower Patrick Heckmann mit einer regelrechten Tanzeinlage nicht lange währen ließ. Zsombor Maronka entwickelte sich derweil zum regelrechten Partycrasher, erkämpfte seinem Team unermüdlich wichtige Punkte. Vor den Augen von 6.000 feiernden Zuschauern entfachte ein regelrechter Krimi, bei welchem die Bonner die Oberhand behielten. Als Resultat endete die Siegesserie der Veolia Towers mit einer 92:85-Niederlage.

Stats: Thorpe (11, 6 Ast.), Rich (6), Maronka (17, 4 Reb.), Müller, Grey, Breunig (5), Wimberg (2), Daniels (18, 4 Ast.), Ogbe (12), Williams (9, 6 Reb.), Turudić (5)