Im Eiltempo zur Revanche
Die Veolia Towers sichern sich dank des 90:72-Sieges gegen die VET-CONCEPT Gladiators Trier nicht nur die Revanche und den direkten Vergleich, sondern auch den neunten Saisonerfolg. Ross Williams wird mit neuer persönlicher Bestleistung (27 Pkt.) Topscorer.
Benka Barloschky: „Wir haben heute mehr investiert als der Gegner und das zahlt sich am Ende aus. Wir haben ganz bewusst in der Spielvorbereitung nicht mehr über Trier gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt in der Saison müssen wir uns nur auf uns konzentrieren, um das durchzusetzen, was wir spielen wollen. Wenn wir das auf einem hohen Niveau tun, dann kann das das Ergebnis sein. Es sind die Kleinigkeiten, die, wenn du sie aufeinanderstapelst, große Dinge hervorbringen. Das ist das Schöne an den Details, die wir so gebetsmühlenartig predigen.“
Ross Williams: „Heute haben wir von Beginn an das Spielgeschehen diktiert. In Trier waren wir zu passiv in der Defensive und haben sie ihr Spiel machen lassen. Heute waren wir physisch voll da und haben das Rebounding kontrolliert. Das hat uns erlaubt, den Druck in der Defensive immer hochzuhalten – was uns immer wieder einfache Abschlüsse beschert hat.“
Benedikt Turudic: „Ich bin sehr zufrieden über den Sieg. Das Ausschlaggebende war, dass Roland heute nur 19 Punkte gemacht hat und Trier als Team heute nicht gut von der Dreierlinie getroffen hat. Wir hatten vielleicht einen kleinen Vorteil, dass wir aufgrund der Teilnahme im EuroCup wissen, wie wir trotz Müdigkeit spielen können. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, dass es uns gelungen ist, eine Führung bis zum Schluss zu behaupten und einen deutlichen Sieg einzufahren.“
Wie schon beim ersten Aufeinandertreffen vor fünf Tagen eröffneten beide Teams das Spiel mit viel Tempo. Scheinbar ganz zur Freude von Ross Williams. Der Hamburger Guard erzielte acht der ersten zehn Punkte seines Teams. Und war damit hauptverantwortlich für eine frühe Führung der Veolia Towers. Teilweise agierten die Hausherren vor den Augen von 3220 Fans in der Inselpark Arena aber etwas zu überhastet. Drei Ballverluste, die jeweils in einem Trierer Schnellangriff resultierten, nutzten die VET-CONCEPT Gladiators zum Anschluss. Dank bissiger Defensive und guter Arbeit am offensiven Brett konnten sich die Schützlinge von Benka Barloschky aber behaupten – und eine 26:19-Führung aus dem ersten Viertel mitnehmen.
Mit Beginn des zweiten Spielabschnitts hatten die Veolia Towers gleich mehrfach die Chance, ihren Vorsprung auszubauen. In der Chancenverwertung fehlte allerdings die letzte Konsequenz. Mit einem deutlichen Energieplus, welches sich vor allem in einer Überlegenheit beim Rebound und einem deutlichen Chancenplus widerspiegelte, konnte zumindest die Führung behauptet werden. Weil die Hamburger viel aus der Distanz probierten, streute Trier zwischenzeitlich sogar eine Zonenverteidigung ein. Die Towers dagegen vertrauten, obwohl die Gladiators in Korbnähe bis zur Halbzeit sehr sicher (71 %) abschlossen, weiter auf ihre Mann-Mann-Verteidigung. Und diese Hartnäckigkeit sollte sich auszahlen. Mit einem 8:0-Lauf konnten sich die Hanseaten zum Ende der ersten Spielhälfte wieder ein leichtes Punktepolster aufbauen. Mit einem Block zementierte Niklas Wimberg eine 48:41-Führung zur Pause.



Nach dem Seitenwechsel kehrten die Veolia Towers brandheiß aufs Parkett zurück. Und wieder war Ross Williams überall zur Stelle. Der gerade einmal 1,78 Meter große Aufbau demonstrierte sein riesiges Towers-Herz. Mit elf Punkten war er erneut der Antreiber. Der nahezu perfekte Start in die zweite Halbzeit bescherte den Hamburgern die erste zweistellige Führung an diesem Abend. Mit einem Vier-Punkt-Spiel krönte LJ Thorpe die beeindruckende Drangphase – und erhöhte den Vorsprung auf 21 Punkte. Wieder stellte Trier auf eine Zone um, brachte dadurch fünf schnelle Zähler auf die Anzeigetafel. Benka Barloschky griff zur Auszeit. Das half zwar, um das Momentum nicht direkt vollständig aus der Hand zu geben. Der fast traumwandlerische Spielfluss stockte jedoch in der Folge. Weil die Towers aber weiterhin physisch verteidigten und in den letzten vier Minuten des dritten Viertels nur sechs Punkte zuließen, ging es beim Stand von 72:56 in den Schlussabschnitt.
Den eröffnete, wie sollte es auch anders sein, einmal mehr Ross Williams. Als Zsombor Maronka nur 33 Sekunden später den nächsten Distanztreffer folgen ließ, kochte die Inselpark Arena über. Wieder griffen die Gladiators zur Zone. Und zwangen die Hanseaten damit ein weiteres Mal zu einer Tempoverschleppung. Für knapp vier Minuten suchten die Veolia Towers nach einem Weg, eine Vorentscheidung zu erzielen. Weil Triers Topscorer Jordan Roland allerding einen wilden Wurf aus der Distanz verwandeln konnte, mussten sich die Hamburger weiter in Geduld üben. Nur Benedikt Turudic schien sich damit nicht anfreunden zu können. Einen eigenen Ballverlust machte der Kapitän erst mit einem Monsterblock wett, nur um wenige Sekunden später sein persönliches Highlight-Play mit einem ebenso beeindruckenden Dunk zu krönen. Die Schlussminuten machten deutlich, wie viel beide Teams auch mental in die beiden Duelle der letzten Tage investiert hatten. Mit kühlem Kopf umschifften die Veolia Towers auch die kleinen Hürden der unruhigen Schlussphase und sicherten sich mit dem 90:72 die Revanche, den direkten Vergleich und somit unterm Strich den neunten Saisonsieg.
Stats: Thorpe (6, 3 Reb., 3 Ast., 3 Stl.), Rich, Maronka (12, 6 Reb.), Müller, Grey (4, 3 Reb.), Martin, Wimberg (2, 8 Reb.), Daniels (15, 3 Reb., 3 Ast.), Ogbe (6), Gamble II (9, 3 Reb.), Williams (27, 3 Reb.), Turudic (9, 6 Reb.)
