Ihr Towerlein, kommet, o kommet nach Bonn!
Die letzte Partie vor Weihnachten absolvieren die Veolia Towers am Samstag (23.12.) bei den Telekom Baskets Bonn. Der runderneuerte Vizemeister und Champions League Sieger verlor zuletzt vier Spiele in Serie. Spielbeginn ist um 20 Uhr – DYN überträgt bereits ab 19.45 Uhr live.
Zeit ist bei den Veolia Towers aufgrund des vollen Spielkalenders eh schon immer ein rares Gut. Umso lästiger ist es, wenn der zumeist eng getaktete Reiseplan unverhofft durcheinandergewirbelt wird. Wenn aufgrund eines verspäteten Starts in Paris die Hamburger erst nach 22 Uhr in der Hansestadt landen. Und dann auch noch Tief „Zoltan“ sowie die aufgrund einer Sturmflut-Warnung morgens um 7 Uhr in Wilhelmsburg aufheulenden Warnsirenen die eh schon viele zu kurze Nacht der Sportler zusätzlich verkürzen. Dann sind übermüdete Gesichter die logische Konsequenz. Und so verwunderte es nicht, dass Head Coach Benka Barloschky am Freitag beim Mannschaftsfrühstück im Hotel Wälderhaus viele sehr kleine Augenpaare zu Gesicht bekam. Bis zum Vorweihnachtsspiel am Samstag (23.12.) bei Vizemeister Bonn sollte jedoch auch die letzte Müdigkeit wieder verflogen sein. Denn um gegen die Rheinländer, die vor dem Start des 12. Spieltages auf Play-In-Platz neun weilen, zu bestehen, braucht es einen überaus wachen Auftritt.
Tipoff bei den Telekom Baskets Bonn, die im Anschluss der Partie zum großen Weihnachtssingen geladen haben, ist um 20 Uhr. Für alle, die ihre Stimme vor den Feiertagen noch schonen und die Partie lieber im Fernsehen verfolgen wollen, überträgt DYN ab 19.45 Uhr live – kommentiert wird vom vielerorts als Stimmbandorkan bekannten Chris Schmidt.
Benka Barloschky: „Rein von den Statistiken her ist Bonn ein sehr starkes Angriffsteam. Sie haben eines der besten Offensivratings der Liga. Auf allen Positionen haben sie viel individuelle Qualität. Herausstechend sind wohl die physischen Vierer, Sengfelder und Pape, die auch immer wieder in den Post gehen. Grundsätzlich wird es darum gehen, Bonn zu stoppen, also vor allem in der Verteidigung eine gute Performance abzuliefern. Wenn wir aus der Partie ein defensives Spiel machen können, dann haben wir gute Karten. Wenn es ein Shootout wird, dann hat Bonn unzählige Waffen, um gefährlich zu sein.“
Auf Bonner Donner folgt Hagel
Mit zwei Niederlagen gegen die beiden Aufsteiger Vechta und Tübingen startete der Champions League Sieger nach einem Radikalumbruch in die Saison. Unruhe machte sich am Rhein aber keine breit. Stattdessen brachte ein Buzzerbeater-Sieg gegen Ludwigsburg im Pokal die Bonner richtig ins Rollen. Sieben der nächsten acht BBL-Partien, darunter auch das Heimspiel gegen München, wurden gewonnen – nur an Meister Ulm gab es für den letztjährigen Vize kein Vorbeikommen. In den letzten zwei Wochen fand der Bonner Donner jedoch ein abruptes Ende. Wettbewerbsübergreifend vier Niederlagen verhagelten die Vorweihnachtszeit.

Die letzte gab es unter der Woche, im letzten Champions League Gruppenspiel gegen Breogan. Trotz der Niederlage holten sich die Baskets in einem Vierervergleich zwar den Gruppensieg. Mussten diesen mit einer Verletzung von Anführer Harald Frey (11,8 PpS) jedoch teuer bezahlen. Der Norweger, der letzte Saison unter Roel Moors schon in Göttingen alle Fäden in der Hand hielt, behält nicht nur jederzeit die Übersicht, sondern besitzt auch einen brandgefährlichen Distanzwurf. Das wiederum gilt auch für alle seine Teamkollegen. Hinter Vechta trifft Bonn durchschnittlich die zweitmeisten Dreier (10,5) pro Partie.
Eine der besten Offensiven der Liga
Topscorer der Baskets ist der US-Amerikaner Brian Fobbs. Durchschnittlich 12,9 Zähler verbucht der bullige Guard, der bisher überwiegend von der Bank kommt. Mit fünf Distanztreffern (71,4%) und insgesamt 25 Punkten war Fobbs maßgeblich am Sieg gegen München beteiligt. Gleiches gilt auch für Glynn Watson Jr. (12,0 PpS), Bonns zweitbestem Punktesammler, der 22 Punkte gegen den Euroleague-Teilnehmer auflegte. Neben dem Guard-Trio punkten auch die beiden Forwards Noah Kirkwood (11,6) und Savion Flagg (11,3) im Schnitt zweistellig.

Auf den großen Positionen verleihen Till Pape und Chris Sengfelder den Bonnern viel Variabilität. Denn die beiden deutschen Forwards agieren einerseits äußerst versiert und fintenreich im Low-Post, können anderseits aber auch jederzeit aus der Distanz einnetzen. Deutlich weniger ums Scoring kümmert sich dagegen das Center-Duo um Benedikt Turudic und Thomas Kennedy – nebensächlich sind sie aber keinesfalls. Neben guten Reboundwerten überzeugen beide Big Men auch mit viel Einsatz in der Defensive, im Angriff schaffen sie ihren athletischen Guard-Kollegen immer wieder Freiräume.
