Highscoring-Niederlage zum EuroCup-Abschluss
Die Veolia Towers verlieren das finale Spiel der Gruppenphase im BKT EuroCup gegen BAXI Manresa mit 94:116. Die Hamburger bekommen nahezu keinen defensiven Zugriff auf das Spiel. Devon Daniels wird, obwohl frühzeitig ausgefoult, mit 22 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Defensiv war es von uns heute keine gute Vorstellung. Wir haben kaum Wege gefunden, um Manresa im Scoring zu stoppen. Ich bin schon enttäuscht über unseren Auftritt in der Verteidigung. Keiner von uns, nicht einmal die Defensivspezialisten, konnten sich heute auszeichnen und zeigen, wozu wir in der Lage sind. Wir haben uns auf einen Shootout eingelassen und darin ist Manresa einfach sehr gut. Wenn man sie ins Laufen kommen lässt, dann sind sie sehr gut. Sich darauf, dazu noch personell angeschlagen, einzulassen, war keine gute Idee.“
Devon Daniels: „In der ersten Halbzeit haben wir es noch in Teilen geschafft, Manresa das Tempo zu nehmen. In der zweiten Hälfte ist uns das gar nicht mehr gelungen. Selbst im Halbfeldspiel sind sie dank ihrer Ballbewegung extrem schnell. So erklärt sich letztendlich auch die Niederlage und die entsprechende Höhe.“
LJ Thorpe: „Dass Manresa heute 116 Punkte gemacht hat, spricht wohl für sich. Wann immer ein Team so viel punktet, ist es nahezu unmöglich, ein Spiel zu gewinnen. Wir haben selbst 94 Punkte gemacht, das war also nicht das Problem. Wir haben aber nicht gut genug verteidigt, konnten nicht genug Stopps generieren. Zudem haben sie, und das müssen wir auch einfach anerkennen, sehr viele ihrer Würfe getroffen.“
Geburtstagskind Niklas Wimberg eröffnete mit den ersten beiden Punkten des Abends eine durchaus muntere Anfangsphase. Je mehr Tempo das Spiel allerdings aufnahm, desto eher schien das Team von BAXI Manresa ihren Gameplan auf das Parkett zu bekommen. Der erste Distanztreffer der Katalanen brachte die Hamburger mit sieben Punkten in Rückstand. Mit einem 6:0-Lauf stellte die Mannschaft von Benka Barloschky aber schnell wieder Anschluss her. Und blieb den Gästen im weiteren Verlauf des ersten Viertels dicht auf den Fersen. Mehr noch: Devon Daniels krönte einen bislang auf Augenhöhe geführten offensiven Zweikampf mit einem Dunk und anschließendem Buzzerbeater-Dreier zum 33:31 nach zehn Minuten. Die 1336 Zuschauer in der Inselpark Arena sahen auch nach der Viertelpause ein weiterhin temporeiches Hin und Her. Benedikt Turudic, der in die Startformation gerückt war, und Martin Breunig lieferten sich in Vertretung der fehlenden Zacharie Perrin (Mittelhandbruch) und Zsombor Maronka (Infekt) ein sehenswertes Duell mit Manresas langer Garde. Auch Youngster Jared Grey schreckte nicht davor zurück, kompromisslos gegen den 2019er-Weltmeister Pierre Oriola zum Korb zu ziehen. Trotz schmerzhaften Kontakts mit der Bande belohnte sich der 20-Jährige mit zwei erfolgreichen Freiwürfen. In den letzten 90 Sekunden der ersten Hälfte entglitt den Veolia Towers, bei denen alle neun eingesetzten Spieler bereits Punkte auf die Anzeigetafel gebracht hatten, das Spiel jedoch – sodass Manresa dank eines 6:0-Laufs einen Sieben-Punkte-Vorsprung (54:61) mit in die Kabine nehmen konnte.



Nach dem Seitenwechsel brachten sich die Spanier schnell zweistellig in Führung. Denn den Hamburgern gelang es nicht, das hohe Tempo weiterhin mitzugehen. Erst nach rund vier Minuten hatten die Veolia Towers ihren Rhythmus langsam wiedergefunden. Topscorer Devon Daniels zauberte ein Anspiel auf Kenneth Ogbe, der erst mit Foul und anschließend auch den Bonusfreiwurf verwandelte. Doch nicht nur der Rückstand sorgte bei Benka Barloschky für angestrengtes Stirnrunzeln. Nach Benedikt Turudic kassierte auch Martin Breunig früh sein viertes Foul. Daniels erwischte es noch schlimmer: der Punktegarant erhielt seine fünfte und damit finale Verwarnung in Form eines technischen Fouls in der 28. Spielminute – und erlebte das Viertelende (77:93) bereits von der Bank. Wenig später folgte auch LJ Thorpe, der beim Versuch einen Schnellangriff zu unterbinden, in einer Sequenz direkt zwei Fouls beging. So erhielt Janne Müller für etwas mehr als sieben Minuten noch einmal die Chance, EuroCup-Luft zu schnuppern. Mit einem Treffer aus der Mitteldistanz reihte sich der 19-Jährige prompt in die Scorerliste ein. Und auch Nelson Martin erhielt in der Schlussphase noch einmal das Vertrauen von Head Coach Benka Barloschky, um aus der 94:116-Niederlage wichtige Erfahrungswerte und einen Ehrenpunkt nach einem kraftvollen Zug zum Korb von der Freiwurflinie mitzunehmen.
Stats: Thorpe (15, 3 Reb., 6 Ast.), Rich (6, 4 Reb., 3 Stl.), Müller (2), Grey (6), Martin (1), Breunig (18), Wimberg (4), Daniels (22, 5 Reb., 3 Ast.), Ogbe (5), Williams (9, 3 Reb), Turudic (6, 3 Ast.)
