Basketballspieler in blau-weiß gestreiftem Trikot mit der Nummer 34 in Aktion vor Spielern in orangefarbenen und hellblauen Trikots in einer Halle mit Publikum im Hintergrund

Harte Arbeit zahlt sich (endlich) aus

Die Veolia Towers gewinnen dank eindrucksvoller Verteidigungsarbeit mit 84:82 gegen ratiopharm ulm. Der Erfolg markiert den ersten Sieg gegen die Schwaben überhaupt und den ersten Heimsieg in der Inselpark Arena seit 289 Tagen. Ross Williams wird mit 23 Punkten Topscorer.

Benka Barloschky: „Es ist schon ein großer Brocken, der abgefallen ist. Wir waren ein paar Mal richtig nah dran und haben es am Ende nie geschafft, das Ergebnis zu unseren Gunsten zu gestalten. Und heute hat alles gepasst, die Jungs haben sich für ihre harte Arbeit belohnt. Wir hatten im dritten Viertel eine Phase, in der wir aufgrund der hohen Führung defensiv zu vorsichtig geworden sind. Wir waren zwar immer da, aber nicht mit der Hand am Ball, nicht am Körper, zu brav und schüchtern. Das haben im vierten Viertel wieder viel besser gemacht.“

Ross Williams: „Unsere defensive Intensität heute war unglaublich. Ich würde sagen, man hat heute ein ganz neues Towers-Team gesehen. Wir haben heute den ersten Schlag gesetzt. Basketball ist ein Spiel der Läufe und wir haben heute jedem Ansturm getrotzt, sind zusammengeblieben. Das spiegelt unsere Teamchemie wider und zeigt, wie eng wir sind. Unsere Verteidigung war heute der Schlüssel zum Sieg. Es war unglaublich, wie Jared, Osaro, Kenny, Martin und Zach in der letzten Sequenz alles wegverteidigt haben.“

Kenneth Ogbe: „Wir wollen immer im Moment bleiben und nicht zu weit nach vorn oder nach hinten schauen. Stattdessen geht es darum, im Moment zu bleiben. Das sorgt dafür, dass wir auch in der Crunchtime mit Selbstvertrauen auftreten können. Die Erleichterung nach dem Spiel bei mir ist riesig. Die bisherige Saison ist sehr schwer, wir haben bislang nicht viele Siege eingefahren. Und deswegen bedeutet der Sieg heute richtig viel für mich.“

Von der vermeintlich klaren Rollenverteilung auf dem Papier ließen sich die Veolia Towers nicht beeindrucken. Stattdessen begegneten die Hamburger den Gästen mit unglaublich breiter Brust. Rückkehrer Osaro Rich, direkt in die Startformation gerückt, verhalf seinem Team zu einem erfolgreichen Start, den Zacharie Perrin mit Dunk und selbstbewusster Jubelgeste krönte. Die sichtlich erfreuten 3067 Zuschauer in der Inselpark Arena sahen anschließend zwar einen kurzzeitigen Führungswechsel. Dem die Hanseaten aber mit starker Defensive und Reboundüberlegenheit zu trotzen wussten. Bei einem 22:22-Unentschieden wechselte das Viertel. Die Towers – angetrieben von Ross Williams, der sieben Punkte in Folge auf die Anzeigetafel brachte – hielten den Druck auf beiden Seiten des Feldes hoch. Zwei entschlossenen Drives von Osaro Rich und LJ Thorpe, der angeschlagen ins Spiel gegangen war, ebneten den Hamburgern den Weg zu einem zweistelligen Vorsprung. Dieser fand, nachdem die Hanseaten Ulm 6:53 Minuten bei null Punkten gehalten hatten, dank des vierten Dreiers von Ross Williams in der 42:29-Halbzeitführung seinen vorzeitigen Höhepunkt.

Mit dem Fokus weiter voll auf der Defensivarbeit hielten die Veolia Towers die Gäste auch über weitere zweieinhalb Minuten ohne Punkt. Nach einem weiteren Abschluss von Osaro Rich war die Führung auf 17 Zähler angewachsen. Die Ulmer intensivierten nun spürbar ihrerseits die defensiven Bemühungen. Und sorgten damit für fast drei Minuten, in denen die Hanseaten zwar viel probierten, aber keinen Abschluss ins Ziel bringen konnten. Williams beendete die punktlose Phase, dennoch gelang es ratiopharm ulm, den Vorsprung Punkt für Punkt, bis zum 60:59-Zwischenstand zum Viertelende, abzutragen. Etwa 90 Sekunden waren im Schlussabschnitt gespielt, als die Führung wechselte. Hastig versuchten die Towers, sich wieder in Führung zu bringen – in der Defensive fehlten ein paar Prozente der zuvor eindrucksvoll unter Beweis gestellten Intensität. Mit einem 8:0-Lauf bestraften die Ulmer diese kurze Phase. Eine Auszeit ließ die Hanseaten ihren roten Faden wieder aufnehmen. Mit wiedererstarkter Defensive starteten nun die Hausherren eine Aufholjagd, die in einem Dreier von Kenneth Ogbe, gleichbedeutend mit einem erneuten Führungswechsel, mündete. In den letzten drei Minuten kletterte das Spannungslevel ans Maximum. Ein Vier-Punkte-Plus der Ulmer bekamen die Schützlinge von Benka Barloschky ein weiteres Mal in eine Führung gedreht. Den 15. Führungswechsel verbuchte Ulms Topscorer Ledlum an der Freiwurflinie. Das Grande Finale war damit aber noch nicht erreicht. Denn Hamburgs bester Punktesammler, Ross Williams, traf den Dreier zum 84:82-Endstand, den die Veolia Towers mit einer weiteren, letztlich entscheidenden defensiven Höchstleitung ins Ziel bringen konnten.

Stats: Thorpe (4), Rich (8), Grey, Breunig (8, 7 Reb.), Wimberg (2, 5 Reb.), Daniels (10), Ogbe (11, 4 Reb.), Williams (23), Turudic (5, 5 Reb.), Perrin (13, 9 Reb., 3 Ast.)