Gelingt eine erneute Überraschung?

Nach dem Hinspiel-Erfolg haben die Hamburg Towers am Samstag (12.3.) erneut die Chance, gegen den Tabellenzweiten, die Telekom Baskets Bonn, zu überraschen. Tipoff in der edel-optics.de Arena ist um 18 Uhr. Magenta Sport überträgt ab 17.45 Uhr live.

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WHAT’S UP?! Sowohl die Hamburg Towers als auch die Telekom Baskets Bonn sicherten sich am vergangenen Wochenende einen Sieg – unter der Woche drifteten die Spielausgänge der am Samstag (12.3., 18 Uhr) im direkten Duell aufeinandertreffenden Teams aber deutlich auseinander. Während die Towers im 7DAYS EuroCup ohne vier Leistungsträger eine 85:62-Niederlage beim französischen Tabellenführer Boulogne Metropolitans 92 einstecken mussten, verpassten die Bonner in Bestbesetzung Tabellenführer FC Bayern München mit 96:61 die zweithöchste Niederlage ihrer BBL-Geschichte. Doch nicht erst seit dem Sieg gegen den Euroleague-Teilnehmer schweben die Rheinländer auf einer Erfolgswelle. Nach zwei verpassten Playoff-Teilnahmen in Serie streben die Baskets nach der Postseason – und haben als Zweiter beste Aussichten. Head Coach Iisalo rechnet damit, dass dem Team um MVP-Kandidat Parker Jackson-Cartwright (18,8 PpS, 7,4 ApS) noch drei Siege für das Buchen des Playoff-Tickets reichen. Ähnlich wie Pedro Calles setzt auch der Bonner Übungsleiter auf ein hohes Spieltempo und viele Distanzwürfe – beide Teams nehmen im Schnitt 32,5 Dreier, die Quote ist auf Hamburger Seite (34,2%, Bonn 33,8%) nur marginal höher. Gleichzeitig gehören beide Kontrahenten zu den besten Balldieben (HAM 8,1, BON 7,9) und den besten Teams beim Offensivrebound (HAM 12,5, BON 14,1). Entsprechend verwundert es nicht, dass die Telekom Baskets den höchsten Punkteschnitt (88,7) der BBL aufweisen – Hamburg (85,1) im Vergleich auf Platz fünf rangiert. Das Geheimrezept in Bonn: Die Mischung macht’s. Neben Starspieler „PJC“ hat jeder Akteur ein klares Rollenprofil. Skyler Bowlin (11,5 PpS) kommt als zweiter Ballhandler meist von der Bank, Karsten Tadda hält die defensiven Fäden in der Hand, Jeremy Morgan (13,7 PpS) ist der Allrounder, Javontae Hawkins und Tyson Ward sorgen für Überraschungsmomente. Überraschungen gibt es beim Center-Duo um Leon Kratzer und Michael Kessens nicht, dafür aber eine konstante Arbeit als klassische Center. Während Iisalo alle Mann an Bord hat, muss Pedro Calles wohl auch am Samstag wieder improvisieren. Schwarzmalen will der Hamburger Head Coach aber nicht, immerhin konnten die Towers schon im Hinspiel überraschen – wieso also nicht auch am Samstag?!

Karsten Tadda und Lukas Meisner standen sich in der Saisonvorbereitung im direkten Duell gegenüber. | Foto: Daniel Schäfer

DUELL IM FOKUS Lukas Meisner vs. Karsten Tadda. In den letzten beiden Partien zählten die Akteure zu den stärksten Spielern ihrer Teams – überzeugten dabei auf ganz unterschiedliche Weise. Der 33-jährige Tadda zeichnet sich seit jeher durch seine Verteidigungsarbeit aus und zermürbte zuletzt die starken Guard-Reihen aus Crailsheim und München. Hamburgs Meisner präsentierte sich gegen Oldenburg und in Levallois in der Offensive besonders angriffslustig und beim BBL-Sieg gegen die Niedersachsen auch im Rebounding bärenstark. Wichtigste Kriterien für beide: Einsatz und Leidenschaft. Und während sowohl in Hamburg und Bonn andere Akteure eher im Rampenlicht stehen, halten Lukas Meisner und Karsten Tadda wichtige Schlüssel für den Teamerfolg in ihren Händen. Im Saisonschnitt liegen beide ungefähr gleichauf. Während Lukas Meisner durchschnittlich 6,8 Punkte sowie 3,4 Rebounds und 1,1 Assists verbucht, kommt Karsten Tadda auf 6,4 Punkte, 2,3 Rebounds und 2,4 Assists – allerdings steht der Routinier im Bonner Trikot im Schnitt 10 Minuten länger auf dem Parkett (26:43 Tadda, 16:36 Meisner).

BLICK IN DIE GESCHICHTSBÜCHER Vier Duelle haben die Hamburg Towers gegen die Telekom Baskets Bonn bisher ausgetragen – in drei davon gingen die Hanseaten als Sieger vom Parkett. Doch das ist gar nicht einmal die größte Besonderheit dieser Serie: Denn bisher konnte noch keine Mannschaft vor heimischem Publikum gewinnen. Den letzten Auswärtssieg sicherte sich das Team von Pedro Calles Anfang des Jahres auf dem Bonner Hardtberg (80:92). Neben dem frischgebackenen Pokalsieger ALBA Berlin sind die Towers noch das einzige Team, das in dieser Saison Punkte aus der alten Bundeshauptstadt entführen konnte. Der Erfolg am 09. Januar war überraschend, aber keinesfalls unverdient. Denn die Towers schafften es, die Wirkungskreise von MVP-Kandidat Parker Jackson-Cartwright einzuschränken, gleichzeitig erzielte Caleb Homesley mit 33 Punkten seine persönliche Saisonbestleistung. Gleich 20 Versuche nahm der US-Amerikaner in dieser Partie von jenseits der 6,75-Meter-Linie, sieben Dreier fanden das Ziel – ebenfalls beides Bestleistungen des Guards. Den BBL-Dreierrekord hält indes aber immer noch ein Bonner – Hurl Beechum verwandelte 1998 in einer Partie gegen Trier gleich 12 Distanzwürfe.

OFF THE COURT Der Hamburg Towers e.V. wächst und wächst und wächst. Mittlerweile sind über 500 Mitglieder im Verein aktiv. In der Abteilung Basketball nehmen derzeit 425 Kinder, Jugendliche sowie Frauen und Männer aktiv in über 20 Teams im regionalen und überregionalen Spielbetrieb teil. Das Aushängeschild im Seniorenbereich sind die ersten Damen, die seit dieser Spielzeit in der 2. Regionalliga Nord aktiv sind. Im Jugendbereich vertreten die JBBL (U16) und die NBBL (U19) die Hamburg Towers deutschlandweit – beide Teams starten im März in die Playoffs. Über alle Teams lebt der Verein die Werte Vielfalt, Respekt und Toleranz. Und auch wenn sich im Verein viel um das orange Leder dreht, hat der Hamburg Towers e.V. noch viel mehr zu bieten. Denn neben dem Basketballsport wird auch Kampfsport, Tanzen und Stand-Up Paddling angeboten. Ist das Interesse an einer aktiven Teilnahme oder Fördermitgliedschaft geweckt? Mehr Informationen gibt es unter www.hamburgtowers.de/verein.

KURZER SCHNACK VOR DEM SPIEL

Beim Sieg gegen Oldenburg legte Lukas Meisner 20 Punkte und 13 Rebounds auf. | Foto: Marvin Contessi

PEDRO CALLES: „Bonn spielt eine sehr erfolgreiche Saison. Sie verbessern sich weiter, haben einen tiefen Kader und sind sehr gut gecoacht. Für mich sind sie ein Titelkandidat. Für uns wird es darauf ankommen, dass wir einen klaren Plan haben und diesen fokussiert umsetzen. Da sie in vielen Aspekten des Spiels sehr, sehr gut sind, müssen wir eine Möglichkeit finden, sie zumindest in einigen davon einzuschränken. Die Vorbereitung auf Bonn ist nicht gerade einfach. Sie spielen zwar einen ähnlichen Stil, aber ihre Spieler lesen die Spielsituationen sehr gut. Darum stehen sie auch zurecht auf dem zweiten Platz.“

LUKAS MEISNER: „Trotz der unterschiedlichen Spiele in der vergangenen Woche gab es bei uns keine große Gefühlsachterbahn. Wir wollten in Paris unser Spiel abliefern. Doch das war genau das, was nicht geklappt hat – wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden. Das müssen wir besser machen, ähnlich wie im Hinspiel. Wir haben gekämpft, hatten eine sehr gute Teamleistung und über 40 Minuten mehr Energie als Bonn. Wir haben uns auch von äußeren Umständen – Ausfällen, Corona-Situationen, es war nicht klar, ob wir überhaupt spielen – nicht beeinflussen lassen. Darauf müssen wir uns auch morgen konzentrieren. Es wird eine Willensfrage, jeder muss die Energie aufs Parkett bringen. Ich denke, das physischere Team hat auch die besseren Chancen, den Sieg zu holen.“