Gastspiel bei Münchner Starensemble
Am dritten easyCredit BBL Spieltag treffen die Veolia Towers Hamburg Sonntag (08.10.) auswärts auf den FC Bayern Basketball. Die Münchner warten unter anderem mit drei Weltmeistern und einem NBA-Champion auf. Spielbeginn ist um 17 Uhr – die Partie wird live bei DYN und kostenfrei auch bei Bild TV übertragen.
Mitte der 90er-Jahre, da pendelte der FC Bayern Basketball irgendwo zwischen Regionalliga und Zweitklassigkeit, prägte das gesteigerte mediale Interesse an den Fußball-Kollegen einen Spitznamen, der dem Verein aus der bayerischen Landeshauptstadt bis heute anheftet: FC Hollywood. Die Zeiten, in denen ausschließlich die Rasensportler die boulevardesken Spalten füllten, sind aber längst vorbei. Denn mittlerweile strahlen auch die Münchner Korbjäger, ob wie zuletzt auf dem Oktoberfest in Lederhose oder in ihren Trikots, Glanz und Gloria aus. Drei aktuelle Weltmeister, ein ehemaliger NBA-Champion, dazu ein Trainer, der bereits zweimal die Euroleague gewonnen hat.
Das Hamburger Gastspiel beim Münchner Starensemble wird am Sonntag ab 16.45 Uhr hier live bei DYN übertragen. Für alle, die noch kein Abo abgeschlossen haben, überträgt Bild TV das Topspiel ebenfalls live und sogar kostenfrei.
Benka Barloschky: „Der Münchner Kader in diesem Jahr ist sicherlich etwas Besonderes für die Liga. In der Tiefe und Qualität haben wir das lange nicht mehr gesehen. In Spielen gegen solche Gegner ist immer wichtig, dass man mehr investiert. Das ist der einzige Weg. Wir müssen aggressiv sein, schauen, dass wir uns Vorteile herausspielen und diese schnell nutzen. Je größer und physischer ein Gegner ist, desto kleiner werden die Vorteile. Wir müssen also sehr effizient mit unseren Chancen umgehen und diese in gute Würfe ummünzen. Klar ist aber auch, dass wir einen ganz besonderen Tag brauchen werden, viel zusammenlaufen muss. Aber das heißt ja nicht, dass es unmöglich ist.“
Das Maß aller Dinge
Schenkt man den deutschen Basketball-Experten Glauben, so gibt es in dieser easyCredit BBL Spielzeit nur einen einzigen Titelanwärter, den FC Bayern Basketball. Grund dafür ist ein imposantes Makeover im Sommer. Nach dem Ende der Trinchieri-Ära wurde mit Pablo Laso ein Coach geholt, der zwischen 2012 und 2022 insgesamt 22 Titel eingeheimst hat. Die deutsche Rotation (Weiler-Babb, Wimberg, Harris, Weidemann) rund um die drei WM-Helden Andi Obst, Isaac Bonga und Niels Giffey sucht ligaweit ihresgleichen. Auch der mittlerweile 32-jährige Rückkehrer Devin Booker gilt wie schon in den beiden Meisterjahren 2018 und 2019 als wichtiger Eckpfeiler.

Und dann wäre da ja noch Serge Ibaka. Der Spanier mit kongolesischen Wurzeln bringt Erfahrung aus über 1000 NBA-Spielen mit an die Isar. Und einen gut gefüllten Trophäenschrank. Im Jahr 2019 krönte er seine Zeit in der besten Basketballliga der Welt im Trikot der Toronto Raptors mit der Meisterschaft. Als Serge „Iblocka“ wurde er dreimal ins All-Defensive-First Team gewählt. Bei den Olympischen Spielen 2012 holte er mit Spanien Silber, bei der EM im Jahr zuvor Gold. Und ebenfalls 2011 lief Ibaka bereits unter Pablo Laso auf – für insgesamt 11 Spiele bei Real Madrid, während der Spielbetrieb in der NBA aufgrund eines Lockouts ruhte.
Auch München ist nicht unschlagbar
Gegen den MBC feierten die Münchner Basketballer am ersten Spieltag den erwartbaren Saisoneinstand (96:87). Auch die erste Euroleague-Partie am Donnerstag gegen Berlin (80:68) entschieden die Bajuwaren für sich. Trotz der Auftaktsiege in beiden Wettbewerben offenbarte die erste Saisonwoche jedoch auch, dass der FCBB keinesfalls unschlagbar ist. Gleich im ersten Auswärtsspiel, in Oldenburg, setzte es die erste Niederlage (77:67).

Mit ausgeglichenem Record rangieren die Münchner, wie auch die Veolia Towers derzeit im Tabellenmittelfeld. Viel Aussagekraft sollte der Tabellenkonstellation in der frühen Saisonphase aber nicht beigemessen werden. Denn wie die Münchner Niederlage und auch der Hamburger Heimauftakt gegen Würzburg verdeutlichte, ist die Entwicklung beider Kontrahenten vor dem Nord-Süd-Gipfel keinesfalls abgeschlossen.
Bei den Towers bleibt, nicht nur sinnbildlich gesprochen, erst einmal der Weg das Ziel. Gegen Prometey dauerte es zehn Minuten, ehe die Mannschaft von Benka Barloschky anschließend auf Augenhöhe mit einem der Titelanwärter im EuroCup agierte. Gegen München soll die Adaption bestmöglich deutlich kürzer ausfallen. Und wer weiß, vielleicht ist ja dann auch gegen den Stern des Südens eine weitere Überraschung möglich. So wie in den letzten drei direkten Aufeinandertreffen.
