Drei Basketballspieler in weißen Trikot stehen mit bedrückter Mine Arm in Arm auf dem Feld

Ein Viertel kopflos gegen Cluj

Die Veolia Towers verlieren gegen U-BT Cluj-Napoca mit 76:95. Ausschlaggebend für die wettbewerbsübergreifend zehnte Niederlage in Folge ist ein rabenschwarzes zweites Viertel. Topscorer wird LJ Thorpe mit 18 Punkten.

Benka Barloschky: „Wenn man auch drei Viertel schaut, gewinnen wir das Spiel mit einem. Schaut man auf ein Viertel, dann verlieren wir mit 20. Und genau das ist dann das Ergebnis. Wir haben gut ins Spiel gefunden. Es war erwartungsgemäß sehr schnell. Im zweiten Viertel hat Cluj dann darauf reagiert, Spieler herausgenommen und mit Taylor, Guzman und Woodbury die Defensive gestärkt. Sie waren sehr physisch, haben acht Ballverluste erzwungen. Und so verlieren wir das Spiel. In solchen Läufen sind wir kopflos, ohne Struktur – es wirkt so, als gäben wir uns auf. Und das ist inakzeptabel.“

LJ Thorpe: „Im zweiten Viertel haben wir uns zu viele Ballverluste geleistet und haben nicht die Würfe bekommen, die wir wollten. Wir sind von unserem Gameplan abgewischen und das hat das Spiel von Cluj ins Laufen gebracht. Wir haben sie dazu eingeladen, das zu tun, was sie am liebsten tun. Und das ist nie gut.“

Zacharie Perrin: „Wir hatten ein wirklich gutes erstes Viertel. Aber dann ist Cluj ins Laufen gekommen, weil wir den Ball zu häufig verloren und uns zu wenige Rebounds geholt haben. Sie konnten uns die ganze zweite Halbzeit auf Abstand halten – es ist uns leider nicht mehr gelungen, sie noch einmal so richtig unter Druck zu setzen. Jetzt haben wir ein ganz schwieriges Spiel in der Liga vor uns.“

Die Anfangsphase war temporeich, was erst einmal den Gästen in die Karten spielte. LJ Thorpe, der die ersten sieben Punkte der Veolia Towers auf die Anzeigetafel brachte, hielt sein Team zunächst quasi im Alleingang in Schlagdistanz. Nach rund fünf Minuten nahmen auch die anderen Hamburger spürbar an Fahrt auf. Was auch dabei half, die bis dato stark aus der Distanz treffenden Rumänen, defensiv besser in Schach zu halten. Mit einem knappen Rückstand (21:23) endeten ebenso kurzweilige wie sehenswerte erste zehn Minuten. Mit der ersten Viertelpause aber riss der bis hierhin leuchtend rote Faden abrupt. Vier Ballverluste luden Cluj-Napoca zu einem 15:0-Lauf ein. Nach über vier nicht enden wollenden Minuten brachte Zacharie Perrin endlich wieder Zählbares für die Towers im Korb unter – es blieb aber die Ausnahme. Das Spiel lief quasi ausschließlich in eine Richtung. Carlos Stewart bescherte den 1940 Fans in der Inselpark Arena mit vier Punkten – darunter ein Fastbreak-Dunk – einen kurzen Lichtblick. Die letzten Punkte der ersten Halbzeit (30:52) verbuchten allerdings wieder die Gäste: der gut aufgelegte Daron Russell versenkte seinen fünften Dreier mit der Sirene.

Nach rund 23 gespielten Minuten erzielte Eric Reed Jr. den ersten Treffer aus der Distanz für die Veolia Towers. Und lieferte damit eine Initialzündung für eine Aufholjagd. Defensiv waren die Hamburger stabiler, erarbeiteten sich damit ein Chancenplus – und konnten den Rückstand auf 14 Punkte verkürzen. Mit einem 11:0-Zwischenspurt stellte Cluj-Napoca den Verlauf des dritten Viertels jedoch kurzerhand auf den Kopf. Vor dem Schlussabschnitt (50:72) war die Halbzeit-Hypothek wiederhergestellt. Wille und Kampfgeist der Hanseaten blieben aber ungebrochen. Mit allen Mitteln stemmte sich das Team von Benka Barloschky gegen den bedrohlich näher rückenden Spielausgang – mit den Fans als sechster Mann im Rücken. Bis ein erneuter Spurt der Mannschaft von U-BT Cluj-Napoca schließlich die Vorentscheidung zur 76:95-Niederlage, der wettbewerbsübergreifend zehnten in Folge, brachte.

Stats: Thorpe (11), Thorpe (18, 3 Reb., 6 Ast.), Maronka (8), Müller, Tokoto, Grey (2), Wimberg (2), Edler-Davis (6, 4 Reb.), Ogbe, Reed (8, 3 Reb., 3 Ast.), Turudic (4, 4 Reb.), Perrin (17, 7 Reb.)