Dreierregen kommt gegen Rostock zu spät
Die Veolia Towers unterliegen den ROSTOCK SEAWOLVES im Nordduell mit 84:91. Eine Serie von sechs Dreiern im Schlussviertel reicht nicht, um die Aufholjagd nach zwischenzeitlich 19-Punkten-Rückstand zu vollenden. Kenneth Ogbe wird mit 16 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Ich glaube, wir sind auf beiden Seiten des Feldes unfassbar gut ins Spiel gestartet. Wir hatten die Chance auf eine hohe Führung, haben uns da aber einfach nicht belohnen können. Dann hätten wir das Spiel vielleicht auch mit mehr Sicherheit spielen können. So war es lange knapp. Und dann hat uns die Physis gefehlt – um den Korb herum, bei den Abschlüssen und im defensiven Rebounding. Wenn das nicht passt, dann macht es unser Spiel langsam. Und das ist genau das, was wir nicht wollen. Es ist nicht so, dass wir schlecht verteidigt hätten. Aber wir haben uns in der Offensive zu wenig belohnt, hatten eine schlechte Trefferquote. Das größte Problem war aber das Rebounding.“
Kenneth Ogbe: „Wir wollen natürlich unser Spiel nicht von unserer Dreierquote abhängig machen. Ich glaube, wir haben uns zu sehr in ein Loch gespielt am Anfang und hatten auch echt unsere Probleme beim defensiven Rebound. Das ist für mich ausschlaggebend. Wenn wir den Rebound kontrollieren und die physische Spielweise matchen können, dann kommt es auch nicht so sehr auf unsere Quote von außen an. Aber heute war es nicht genug.“
Sid-Marlon Theis: „Man muss am Ende sagen, dass unsere Dreierserie zu spät kam. Wir haben zu lange gebraucht, um defensiv unsere Stopps und im Angriff einen Rhythmus zu bekommen. Dann ist es sehr zehrend, so einer Mannschaft über 40 Minuten hinterherzulaufen. Natürlich war das Ende noch mal ein ganz schöner kleiner Moment, insgesamt lief aber davor schon zu viel nicht in unsere Richtung – das macht es extrem schwer.“
Als wäre die Einlaufshow, die die Inselpark Arena passend zur gemeinsamen Awareness-Kampagne mit der Allianz in pink erstrahlen ließ, nicht schon eindrucksvoll genug, so waren auch die Veolia Towers vom Start weg unglaublich präsent. Allerdings ließen die Rostocker auf den 5:0-Start, der die 3190 Fans hörbar begeisterte, 12 ebenfalls unbeantwortete Punkte folgen. Mit vollem Fokus auf die Defensivarbeit aber blieben die Hamburger in Schlagdistanz. Ein Distanztreffer von Osaro Rich – zuvor verfehlten beide Teams 15-mal das Ziel – brachte neuen offensiven Schwung. Profitieren konnten die Türme davon aber nicht: fünf umgehende Rostocker Punkte markierten den 13:21-Viertelstand.
Auch zu Beginn des zweiten Spielabschnitts war das Glück im Abschluss nicht aufseiten der Towers. Weder aus der Distanz noch aus dem Zweierbereich wollten die Würfe fallen. Lediglich an der Freiwurflinie kamen die Hamburger verlässlich zu Punkten. Die Seawolves wussten das für sich zu nutzen. Der Rückstand wurde zweistellig. Mit einem Drei-Punkt-Spiel von Martin Breunig sowie anschließendem Kangudia-Dreier gelangen den Hausherren nach vier Minuten dann auch wieder Punkte aus dem laufenden Spiel heraus. Doch auch der kleine Funke wollte noch kein Feuer entfachen. Stattdessen stellten die Rostocker die Towers wieder kalt. Dank deutlicher Reboundüberlegenheit (17:29), die zu einem deutlichen Chancenplus führte, legten die Seawolves bis auf 17 Punkte vor. Doch ein zweiter Dreier von Mathys Kangudia zum Ende der ersten Halbzeit (32:46) hielt die Hamburger Hoffnungen am Leben.



Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Gäste, sodass der Rückstand zwischenzeitlich auf 19 Punkte anwuchs. Die Veolia Towers aber ließ das unbeeindruckt. Die Schützlinge von Head Coach Benka Barloschky hielten an ihrem Spiel fest, verteidigten ihre Team-DNA. Und auch im Duell mit den Seawolves machten die Hamburger ihre Defensivarbeit wieder zur größten Stärke. Für dreieinhalb Minuten ließen die Hausherren nur drei Punkte zu – und erarbeiteten sich so ein spürbares Übergewicht. Auf der Anzeigetafel wollte sich das kleine Momentum aber nicht widerspiegeln – stattdessen sorgten zwei späte Freiwürfe dafür, dass Rostock auch das dritte Viertel (51:67) für sich entscheiden konnte.
Die verbleibenden zehn Minuten starteten die Veolia Towers mit viel Tempo. Nach einem Drei-Punkt-Spiel von Mathys Kangudia hatten die Hamburger die Hypothek bis auf elf Punkte reduziert – und gleichzeitig noch mehr als sechs Minuten auf der Uhr. Rund 90 Sekunden später war der Rückstand wieder einstellig. Auf diesem Hoch schien die anvisierte Aufholjagd aber ihr verfrühtes Ende finden. Die Seawolves trafen in der Folge selbst schwierigste Würfe oder angelten sich den Offensivrebound und wussten diesen dann in Zählbares umzumünzen. Doch noch immer gaben sich die Veolia Towers nicht auf. Sechs Dreier in Serie, darunter zwei von Sid-Marlon Theis, brachten die Hamburger eine Minute vor Schluss noch einmal auf fünf Punkte heran. Die Uhr aber tickte unerbittlich. Und Rostock zeigte an der Freiwurflinie keine Nerven, sodass das Nordduell beim Stand von 84:91 endete.
Stats: Thomasson (3), Rich (9), Zeigler (12, 6 Ast.), Wade (2), Breunig (7, 6 Reb.), Theis (8), Pavrette (5), Ogbe (16, 3 Reb.), Kangudia (14, 4 Ast.), Muenkat (8, 11 Reb.)
