Deutliches Ergebnis in Badalona
Die Veolia Towers unterliegen Joventut Badalona 108:76 und verlieren damit auch die fünfte Partie im BKT EuroCup. Insgesamt 21 Ballverluste erschweren die Aufgabe gegen die spanische Talentschmiede zusätzlich. Seth Hinrichs mit 16 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Ich habe viel Vertrauen in das Team, wir sind eine gute Gruppe. Wir müssen verstehen, wo wir stehen. Der EuroCup hat ein sehr hohes Niveau. Und wir brauchen viel Energie, um auf diesem Level zu agieren. Mit Ausnahme vom Spiel gegen London ist es uns noch nicht gelungen, in diesem Wettbewerb 40 Minuten lang guten Basketball zu spielen. Heute hat sich wieder gezeigt, dass weniger nicht reicht. Wenn wir ein Viertel verschlafen, dann ist es vorbei. Das ist uns heute in der ersten Halbzeit vor allem defensiv passiert, damit war ich nicht zufrieden. Wir müssen aggressiver und physischer sein. Die zweite Halbzeit war in meinen Augen in Ordnung. Im letzten Viertel hat Badalona noch einmal sehr stark verteidigt. Ich muss meinen Hut ziehen, auch vor der Leistung von Andrew Andrews. Er hat einfach ein unglaubliches Spiel abgeliefert. Wir sollten heute frustriert sein, richten aber unseren Blick schon wieder in die Zukunft.“
Seth Hinrichs: „Badalona hat nach den letzten Auftritten nur so vor Motivation gestrotzt. Sie haben sehr früh den Ton angegeben, eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. Uns ist es gerade in dieser Phase nicht gelungen, sie defensiv zu stoppen. Wir müssen dennoch versuchen, jetzt so viel Positives wie möglich in die nächsten Aufgaben mitzunehmen.“
Mark Hughes: „Am Anfang haben sie viele Würfe getroffen und sich damit sehr viel Selbstvertrauen geholt. Uns ist es nicht gelungen, ihre Scorer entscheidend zu stoppen. Sie haben dann sehr schnell klargemacht, dass sie sich das Spiel vor ihren eigenen Fans nicht mehr wegnehmen lassen werden. Sie waren unglaublich motiviert heute.“
Nicht nur die Belegung des weiten Runds der Olympiahalle in Badalona, sondern auch das Aufgebot von Joventut offenbarte mit Start der Partie einige Lücken. Gleich vier Leistungsträger standen dem Team aus der Industriestadt nordöstlich von Barcelona nicht zur Verfügung. Bei den Veolia Towers fehlte weiterhin Lukas Meisner, der nach seinem Nasenbruch zeitnah wieder ins Training einsteigen soll. Doch auch ohne den Schlüsselspieler kamen die Hamburger erst einmal gut ins Spiel. Und bewegten sich fast vier Minuten auf Augenhöhe. In der Offensive suchten die Hanseaten konsequent den Weg zum Korb, in der Defensive ging die Mannschaft von Benka Barloschky mit viel Herz und Einsatz zu Werke. Allerdings zeitweilig zu ungestüm und auf Kosten eines Fouls. Energizer Aljami Durham musste nach nur 55 Sekunden Einsatzzeit mit zwei Verwarnungen wieder auf die Bank. Noch mehr Kopfzerbrechen bereitete allerdings Badalonas Andrew Andrews. Der Guard traf aus allen Lagen, erzielte in nicht einmal sieben Minuten auf dem Feld 15 Punkte. Und war damit hauptverantwortlich, dass sich die, trotz der Ausfälle weiterhin klar favorisierten, Hausherren – die hochprozentig aus der Distanz (6/8 3er, 75 %) trafen – absetzen konnten und nach den ersten zehn Minuten mit 32:21 in Front lagen.
Zu viele Ballverluste
Zu Beginn des zweiten Viertels hielt die Druckphase von La Penya an. Während die Veolia Towers sichtlich Mühe hatten, einen aussichtsreichen Abschluss zu finden, kam Joventut Badalona zu einfach zu Punkten. Gerade einmal zwei Minuten waren vergangen, die Hausherren lagen inzwischen mit 19 Punkten vorn, da griff Benka Barloschky zur Auszeit. Und verhalf seinen Schützlingen damit, sich neu zu sortieren. Mit erneuertem Fokus gelang den Hamburgern ein 9:0-Lauf – und damit eine beeindruckende Antwort auf die vorangegangene Hochphase der Gastgeber. Allerdings fiel diese zu kurz aus. So folgte auf den Jubel über die ersten EuroCup-Punkte von Kooperationsspieler Camron Reece direkt die nächste schwierige Etappe. Mit einem 7:0-Spurt verschaffte sich Badalona neue Luft. Um sich dann, angeführt von einem weiter vor Spielfreude strotzenden Andrews, wieder deutlich in Führung zu bringen. Den Towers gelang es bis zur Halbzeit nicht, auch weil sie in diesem Abschnitt neun Mal den Ball verloren hatten, den Run entscheidend zu stoppen. Oder gar ein weiteres Mal zu kontern. So ging es beim Stand von 65:42 in die Kabinen.









Und von dort nach dem Seitenwechsel mit neuer Energie zurück aufs Spielfeld. Zwei Dreier steuerte Kapitän Seth Hinrichs zum guten Wiederbeginn bei. Doch so schnell das Hoch gekommen war, so schnell war es auch wieder weg. Zwei überhastete Angriffe, die in weiteren Ballverlusten endeten, verhalfen Joventut, ebenfalls die ersten Zähler der zweiten Hälfte zu erzählen. Bei weiterhin deutlichem Rückstand standen mit Leif Möller, Niklas Krause und Camron Reece vorübergehend drei Leistungsträger von Kooperationspartner SC Rist Wedel gleichzeitig auf dem Parkett. Viel gemeinsame Zeit blieb dem Trio aber nicht. Denn nach seinem vierten persönlichen Foul ging es für Krause notgedrungen wieder auf die Bank. Möller und Reece dagegen teilten sich weitere Minuten, um wertvolle Erfahrung im zweithöchsten europäischen Wettbewerb zu sammeln. Und beide brachten sich auch offensiv ein. Die fünf Punkte des Duos, sowie weitere Abschlüsse von Aleksander Dziewa und William Christmas, halfen, um das dritte Viertel knapp (21:23) zu eigenen Gunsten zu entscheiden.
Spielausgang bereits vorzeitig entschieden
Zu Beginn des Schlussviertels gelang Möller direkt der nächste Treffer jenseits der 6,75-Meter-Linie. Und damit aber auch die einzigen Zähler in über fünf Minuten. Überhaupt passierte nicht viel. Ein Block von Dziewa gegen Europa-Veteran Deshaun Thomas blieb aus Hamburger Sicht für lange Zeit die einzige nennenswerte Szene. Badalona agierte nunmehr auch bei weitem nicht mehr so effizient wie in den vorangegangenen Abschnitten. Eine Ausnahme blieb allerdings Andrew Andrews, der mit seinem fünften Dreier sein persönliches Punktekonto auf 31 Zähler schraubte. Nach zwei weiteren Treffern von der Freiwurflinie war der Arbeitstag des US-Amerikaners beendet. Beim Gang zur Bank hallten MVP-Rufe von den verstreut sitzenden Anhängern Badalonas durch die Arena. Ebenfalls von der Freiwurflinie beendete Leif Möller die offensive Durststrecke seines Teams, Aljami Durham und Camron Reece legten vom Charity Stripe nach. Der Spielausgang war jedoch längst vorgezeichnet. So nutzten beide Klubs die verbleibende Spielzeit, um sich für die kommenden Aufgaben zu wappnen. Während Badalona mit Youngstern auf dem Feld sein Standing als Talentschmiede untermauerte, war Towers Head Coach Benka Barloschky trotz einer Hypothek von über 30 Punkten entschlossen genug, das Spiel noch einmal per Auszeit zu unterbrechen und den Blick über die 108:76-Niederlage hinaus zu richten.
Stats: Krause, Gomez, Hughes (13, 4 Reb.), Reece (5, 3 Reb.), Brauner (2), Möller (7), Dziewa (8), Christmas (11, 9 Reb., 4 Ass.), Hinrichs (16, 8 Reb.), King (8, 4 Reb.), Wohlfarth-Bottermann, Durham (6, 3 Reb., 6 Ass.)
