Deutliche Niederlage trotz starkem Kampf
Trotz einer starken ersten Hälfte kassieren die Veolia Towers bei Paris Basketball eine deutliche 120:91-Niederlage. Insgesamt 17 Hamburger Ballverluste und ein fast unverschämt abgebrühter TJ Shorts machen den Unterschied. Sechs Towers punkten zweistellig – Aleksander Dziewa (17) Topscorer.
Benka Barloschky: „Ich war durchaus zufrieden mit der ersten Halbzeit. Wir haben den Kampf angenommen, wir haben guten Basketball gespielt. In der Pause haben wir uns dann auch gesagt, dass wir durchaus so weiter machen wollen. Gelungen ist uns das aber nicht. Auch, weil wir uns dann im dritten Viertel wieder zu viele Ballverluste geleistet haben. Wenn Paris so deutlich in Führung liegt, dann ist es unglaublich schwer, wieder ins Spiel zurückzufinden. Wir müssen unseren Hut vor der Leistung ziehen. Dennoch bin ich stolz auf das Team, denn sie haben gekämpft. Wir waren aber nicht gut genug.“
Aleksander Dziewa: „Paris spielt unglaublich gut. Das haben sie heute ein weiteres Mal unter Beweis gestellt. Jeden noch so kleinen Fehler haben sie bestraft. Zum Ende der ersten Halbzeit haben sie erst unsere Aufholjagd beendet, sich dann im dritten Viertel sehr deutlich abgesetzt. Letztendlich haben sie unter dem hohen Vorsprung dann noch befreiter aufgespielt. Ich glaube aber, dass wir trotzdem viel aus dem Spiel mitnehmen können.“
Will Christmas: „Wir haben eine gute erste Hälfte gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann Paris zu viele einfache Punkte in der Transition erlaubt. Wir haben keinen Weg mehr gefunden, ihnen das Tempo wegzunehmen. Das war in meinen Augen das größte Problem gewesen. Wir sind dann hier und da auch zu hektisch in unserem Spiel geworden. Wir müssen einen Weg finden, auch in solchen Phasen die nötige Ruhe zu finden. Es ist schwer aus so deutlichen Niederlagen wie heute etwas Positives mitzunehmen. Umso schneller sollten wir den Fokus auf die Aufgabe am Wochenende richten.“
Mit der nur Minuten vor Spielbeginn beendeten Partie zwischen Vilnius und Badalona war klar, dass sich Paris Basketball mit einem Sieg bereits vorzeitig für die Playoffs qualifizieren würde. Und der Auftritt in den Anfangsminuten unterstrich, dass sich die Franzosen dieser Situation durchaus bewusst waren. Doch auch die Veolia Towers starteten nach den vergangenen zwei Erfolgen ebenso selbstbewusst. Und mit viel Treffsicherheit: Gleich drei der ersten vier Versuche von Downtown fanden ins Ziel. In der Defensive, allen voran gegen den antrittsschnellen TJ Shorts, fanden die Hamburger zu Beginn dagegen nur wenig Zugriff. Die Hausherren ihrerseits waren auch defensiv überaus präsent, forcierten unter anderen zwei Offensivfouls von Seth Hinrichs und Aljami Durham, sowie insgesamt sieben Ballverluste im ersten Abschnitt. Und so waren die Hanseaten in den ersten zehn Minuten zwischenzeitlich mit 12 Zählern hinten dran. Doch auch der zweistellige Rückstand nahm den Hanseaten das Selbstbewusstsein nicht. Angeführt vom starken Aleksander Dziewa (8 Pkt.) und mit einem Dreier in letzter Sekunde von Mark Hughes verkürzten die Towers zum Ende des ersten Abschnitts auf 35:27.
Starker Kampf gegen den haushohen Favoriten
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts gab dann wieder Paris Basketball den Ton an. Dank sieben unbeantworteten Punkten erhöhten die Hauptstädter, bei denen sowohl Tyson Ward als auch Shorts mittlerweile zweistellige Punktewerte in der Statistik vorweisen konnten, die Hypothek bis auf 15 Zähler. In Person von Aljami Durham und Aleksander Dziewa, erster Hamburger in double figures, setzten die Veolia Towers aber wieder nach. Doch trotz aufopferungsvollen Einsatzes und viel Energie bekamen die Hamburger den Rückstand zunächst nicht merklich reduziert. Denn defensiv fanden die Hanseaten noch zu selten den Zugriff. Das hatte auch Benka Barloschky erkannt, der mit einer Auszeit neue Reize setzen wollte. Und das gelang: Über drei Minuten beförderte Paris lediglich einen weiteren Abschluss durch die Reuse. Nach einem Dreier von Youngster Leif Möller hatten sich die Hamburger beim haushohen Favoriten wieder auf sechs Punkte herangekämpft. Diesen knappen Rückstand auch in die Pause zu bringen, war den Towers aber nicht vergönnt. Denn die Pariser Führungskräfte Shorts und Ward übernahmen in den letzten 103 Sekunden wieder – und bescherten ihrem Team einen erneut zweistelligen Vorsprung (59:48) beim Gang in die Kabinen.



Der Wiederbeginn nach dem Seitenwechsel verlief, auch wenn Paris Basketball deutlich häufiger zum Abschluss kam, erst einmal ausgeglichen. Denn die Veolia Towers zeigten sich weiterhin physisch präsent und schreckten trotz der großen Namen ihrer Gegenüber vor keinem Duell zurück. Doch so sehr sich die Hamburger auch zur Wehr setzten, so treffsicher blieben die Franzosen. Vor allem aus der Distanz. Mit den Dreiern acht und neun hatte sich die Mannschaft von Tuomas Iisalo, der vor seinem Wechsel an die Seine zweimal als Trainer des Jahres in der easyCredit BBL ausgezeichnet wurde, auf 20 Punkte abgesetzt. Weil sich dann auch wieder die Ballverluste auf Hamburger Seite häuften, konnte der Erste der Vorrundengruppe A seinen Vorsprung sogar bis auf 27 Punkte ausbauen. Abschlüsse der Towers waren nun zwar wieder deutlich seltener. Doch wann immer es der Mannschaft von Benka Barloschky gelang, sich einen Wurf herauszuspielen, so fand dieser auch den Weg in den Korb. Und so konnten Will Christmas, der erst athletisch am Korb und anschließend auch von jenseits der 6,75-Meter-Linie verwandelte, und Aleksander Dziewa mit einem Buzzerbeater aus der Distanz zum Ende des dritten Viertels (88:67) wieder ein wenig verkürzen.
Paris mit spätem Ansturm
Eine wirkliche Aufholjagd sollte sich aber nicht einstellen. Denn schon zu Beginn der letzten zehn Minuten demonstrierten die Pariser einmal mehr, dass sie die Partie unter keinen Umständen mehr aus den Händen geben würden. Ein Ballgewinn von TJ Shorts direkt aus einem Hamburger Einwurf heraus wirkte fast schon unverschämt abgebrüht. Blieb aber keinesfalls die letzte Highlight-Szene des ebenso unbeschreiblich kaltschnäuzigen Guards, der mit 26 Punkten und 7 Assists letztlich wieder einmal seine unnachahmlichen Qualitäten unter Beweis stellte. Als die Franzosen zur Mitte des vierten Viertels dann zum achten Mal in dieser Gruppenphase die 100-Punkte-Marke geknackt hatten, saß der 1,75 Meter große Anführer aber bereits im vorzeitigen Feierabend auf der Bank. Bei den Towers lief in den Schlussminuten dagegen nicht mehr viel zusammen. Head Coach Benka Barloschky appellierte in einer Auszeit, die sich einem Pariser Highlight-Regen anschloss, zwar noch einmal an den eigenen Stolz seiner Schützlinge. Doch diese mussten sich der nun deutlichen Übermacht sichtlich geschlagen geben. Dem letzten Ansturm, der Paris Basketball den überdeutlichen 120:91-Sieg und nicht zuletzt die damit verbundene vorzeitige Playoff-Qualifikation einbrachte, waren die Hamburger nicht mehr gewachsen.
Stats: Krause, Hughes (13, 3 Reb., 3 Stl.), Brauner, Möller (3), Meisner (3), Dziewa (17), Christmas (16, 4 Reb., 5 Ass.), Hinrichs (13, 3 Reb.), King (15, 3 Reb.), Wohlfarth-Bottermann, Durham (11, 4 Reb., 4 Ass.)
