Basketballspieler in schwarzem Trikot mit Ball wird von zwei Spielern in orangefarbenen Trikots verteidigt, Zuschauer im Hintergrund.

Dem ersten Sieg schmerzhaft nah

Die Veolia Towers Hamburg verlieren nach Overtime gegen RASTA Vechta mit 97:95. In einem bis zum Schluss spannenden Nordduell-Epos kämpfen die Hamburger mit Herzblut, müssen sich am Ende aber knapp geschlagen geben. Hamburger Topscorer wird Ross Williams mit 22 Punkten.

Benka Barloschky: Ich denke, dass wir das Spiel für uns entscheiden hätten können. In solchen knappen Spielen geht es dann hin und her. Am Ende hat Vechta das Glück ein bisschen auf deren Seite. Aber Glück ist nicht entscheidend gewesen. Wir haben vor allem in der 1. Halbzeit, aber auch in der zweiten, zu viele Möglichkeiten verstreichen lassen, um einfach mal deutlicher in Führung zu gehen. In der regulären Spielzeit haben wir uns dank des Offensiv-Rebounds noch in die Verlängerung gerettet. Am Ende schlägt das Pendel dann zugunsten von Vechta aus. Wenn du verlierst, dann kommen viele Dinge zusammen und es ist unsere Aufgabe, uns da herauszuarbeiten.“


Ross Williams:
“Wir haben heute bis zum Schluss alles gegeben. Am Ende haben kleine Dinge die Partie entschieden. Jeder von uns hat bis zu Schlusssirene gekämpft und wir haben als Team alles auf dem Feld gelassen. Der Sieg war zum Greifen nahe, darauf müssen wir jetzt aufbauen und von dort aus weiterarbeiten.“

Kaum 48 Stunden nach der Niederlage im spanischen Manresa ging es für die Veolia Towers Hamburg wieder in Vechta ran. Wie es sich für ein Nord-Duell gehört, startete das Spiel mit viel Tempo, bei welchem sich beide Teams aber zunächst schwertaten, erfolgreich abzuschließen. Die Hamburger setzten ihre Gastgeber von Beginn an durch eine aggressive Defense über das ganze Feld unter Druck und brachten die Niedersachen damit einmal mehr um den Ballbesitz (3 Steals). Neuzugang Ross Williams gab sein Debüt im Towers-Trikot. Mit viel Spielfreude ging der Guard zur Arbeit, tanzte immer wieder in Vechtas Zone und legte umgehend neun Punkte in den ersten zehn Spielminuten auf. In einem aufgeheizten RASTA DOME ging es nun Schlag auf Schlag – beide Teams packten abwechselnd Punkte auf die Anzeige, wobei die Hamburger von jenseits der Dreierlinie noch kalt blieben. Nach einem knappen ersten Viertel leuchtete ein minimaler Hamburger Rückstand (20:19) auf der Anzeige.
Die Veolia Towers ackerten weiter eisern, beständig und vor allem geschlossen in der Defense. Das fehlende Wurfglück von außerhalb der Dreierlinie ersetzten die Hamburger umgehend mit einem 0:6-Run, welcher umgehend die Führung brachte (22:25). Die Hamburger sagten ihren Gastgebern auf beiden Seiten des Spielfeldes den Kampf an, erkämpften sich erst die Defensivrebounds und dann, angeführt von Osaro Rich, den Weg zum Brett. In den letzten Minuten der ersten Halbzeit wurde das Spiel bei beiden Teams zunehmend hektisch. Head Coach Benka Barloschky regierte umgehend und brachte mit einer Auszeit wieder Ruhe in das Spiel seines Teams. Als Resultat konnten die Towers mit einer  31:34-Führung in die Halbzeitpause gehen.

Nach der Halbzeitpause schien der Start zunächst RASTA Vechta zu gehören, doch die Veolia Towers hielten die Niedersachen mit einer schnellen Rotation in der Defense weiter unter Kontrolle. In einem umkämpften dritten Viertel wurde die Stimmung innerhalb der Arena nun hitziger, während sich der Dreier nach wie vor nicht einstellen wollte. Bei  RASTA Vechta klappte das hingegen problemlos – zwei schnelle Würfen aus der Distanz brachte die Hamburger wieder in den Rückstand. Benka Barloschky griff erneut zur Auszeit.  Nach dieser wirkte Jared Grey der Dreierflaute mit gleich zwei in Folge entgegen und bremste damit das Momentum der Gastgeber aus. Doch Vechtas Tevin Brown behielt das letzte Wort und sorgte mit fünf Dreier in Folge dafür, dass  die Führung zum Ende des dritten Viertels bei den Hausherren blieb (60:56).
Hamburger Fehler bestrafte RASTA Vechta umgehend und kam ordentlich ins Laufen. Der nun dringend benötigte Hamburger Dreier fiel zwar immer noch nicht konsequent genug, doch die Towers ackerten und kämpften sich über ihre Defense zurück in Spiel. Stück um Stück bauten die Hamburger den Rückstand unermüdlich ab. Zum Ende des letzten Viertels war wieder alles offen (72:71). Die Spannung war in der Arena zum Schneiden, die Zuschauenden hielt es nicht mehr auf ihren Plätzen. Auf jede Hamburger Aktion folgte umgehend eine Antwort der Gastgeber. Topscorer Ross Williams verkürzte in den letzten Sekunden noch einmal auf zwei Zähler. Danach entfaltete sich ein regelrechter Krimi, welcher mit Punkten von Martin Breunig in letzter Sekunde (81:81) sowie einer Overtime gipfelte.

Diese eröffnete Jared Grey umgehend mit einem Dreier. Die Veolia Towers mobilisierten noch einmal letzte Kräfte, machten deutliche, dass sie heute um jeden Preis den ersten Sieg mit nach Hause nehmen wollten. Ross Williams wurde es dabei nicht müde, die Defense der Gastgeber auszutanzen und wurde dabei einmal mehr durch den Gang an die Linie belohnt. Es entfachte sich ein wahres Nordduell-Epos, in welchem die Führung bis zum Schluss immer wieder den Besitz wechselte. Derweil musste Osaro Rich, ähnlich wie Niklas Wimberg und Zacharie Perrin, nach fünf Fouls die Schlusssekunden von der Bank aus beobachten. In diesen behielt RASTA Vechta die Schuhspitze vorne.  Zsombor Maronka verkürzte mit einem Dreier kurz vor Schluss noch einmal (96:95), doch nach Freiwürfen von Vechtas Tevin Brown war die schmerzhafte Niederlage besiegelt. So mussten die Veolia Towers nach großem Kampf erneut die Heimreise ohne den erhofften ersten Saisonsieg antreten.


Stats: Thorpe (16, 5 Reb., 2 Ast.), Rich (12) Maronka (7, 4 Reb., 3 Stl.), Müller, Grey (11), Breunig (12, 5 Reb.), Wimberg (2, 3 Reb., 3 Ast.), Daniels (4, 5 Reb.), Ogbe, Williams (22, 4 Ast.), Turudić (4, 4 Reb.), Perrin (7)