Mehrere Basketballspieler in blauen Trikots mit Aufdrucken wie 'nexperia' und 'VEOLIA' stehen auf dem Spielfeld, einige im Gespräch.

Dem ersten Saisonsieg so (verdammt) nah

Die Veolia Towers ringen den MHP RIESEN Ludwigsburg 40 intensive, umkämpfte Minuten ab und müssen sich in einer hochbrisanten Schlussphase mit 84:88 geschlagen geben. Kenneth Ogbe wird mit neuer Karrierebestleistung (30 Pkt.) Topscorer.

Benka Barloschky: „Es ist wirklich schwer, jetzt irgendwie zufrieden zu sein – dafür sind Ergebnisse einfach zu wichtig. Wir haben heute das Possession-Game gewonnen, das haben wir uns vorgenommen. Und dadurch haben wir uns in die Situation gebracht, das Spiel auch gewinnen zu können. Das ist erstmal alles, worauf wir uns konzentrieren wollen und was ich verlangen kann. Natürlich wollen wir auch gewinnen und den Bock ganz umstoßen. Dass uns das nicht gelungen ist, tut mega weh. Aber wir werden ab morgen sicher auch viel Positives aus dem Spiel mitnehmen. Heute Abend aber noch nicht.“

Kenneth Ogbe: „Nachdem wir jetzt so viele Spiele in Folge verloren haben, ist die Frustration nach so einer Niederlage noch größer. So kurz danach fällt es schwer, auch das Positive zu sehen. Wir haben 40 Minuten gut gespielt und physisch gegengehalten, aber es ist doch eine Niederlage. Ludwigsburg hat sich viele zweite Chancen erspielt, wir hätten besser rebounden müssen am defensiven Ende.“

Martin Breunig: „Der Spielverlauf war nicht einfach. Ich glaube, wir haben insgesamt zu viele Offensivrebounds zugelassen. Da hat sich gezeigt, wieso Ludwigsburg das zweitbeste Offensivreboundingteam der Liga ist. Wir hatten uns vorgenommen, es besser zu machen, haben es aber nicht geschafft. Dennoch hatten wir bis zum Schluss die Chance auf einen Erfolg, der sich aber nicht eingestellt hat.“

Von Beginn an schenkten sich die Veolia Towers und MHP RIESEN Ludwigsburg nichts. Intensitätslevel und Physis waren in den Anfangsminuten bereits nahe dem Anschlag. Insgesamt 13 Fouls und daraus resultierende neun Freiwürfe kennzeichneten, ebenso wie eine hohe Dreierquote auf beiden Seiten (5/7 HAM, 4/8 LUD), das hart umkämpfte Spielgeschehen in den ersten zehn Minuten. Ganz zur Freude der 3322 Zuschauer, die – von den Emotionen der Towers-Profis angestachelt – die Atmosphäre weiter aufheizten. Ein knapper 26:24-Vorsprung spiegelte den hohen Hamburger Einsatz wider. Mit einem Posterdunk über Ex-Tower WoBo setzte Zacharie Perrin den Startschuss in den zweiten Abschnitt. Die Physis auf beiden Seiten blieb hoch, die Foulanfälligkeit nahm etwas ab, sodass sich ein offenes Kopf-an-Kopf-Duell entwickelte. Sieben Punkte von Kenneth Ogbe, darunter ein frecher Dreier und ein Fastbreak-Dunk, sowie ein Ballgewinn von JP Tokoto, den Ludwigsburg versuchte mit einem unsportlichen Foul zu unterbinden, waren ein weiterer Beweis für die nicht nachlassenden Investitionen der Towers – die in einer knappen 45:44-Führung zur Halbzeit zwischengipfelten.

Nach dem Seitenwechsel erweckten beide Teams zunächst den Anschein maximaler Bemühungen darin, keinen möglicherweise vorentscheiden Fehler zu begehen. Während die Foulanzeige beiderseits in die Höhe schnellte, blieb der Punktestand für knapp drei Minuten unverändert. Zählbares gab es anschließend beiderseits vornehmlich von der Freiwurflinie – ehe JP Tokoto per Dunk und Kenneth Ogbe mit einem Dreier wieder am Punkte- und Stimmungsbarometer drehten. Doch gerade, als sich ein Momentum andeutete, setzten die Riesen aus der Distanz zwei schmerzhafte Nadelstiche zum 61:68-Zwischenstand. Zwei schnelle Abschlüsse der Gäste am Korb vollendeten einen viertelübergreifenden 8:0-Lauf, der die Towers zweistellig in Rückstand brachte. Zwar bekamen die Hanseaten die Hypothek wieder unter die 10-Punkte-Marke gedrückt, vier Ballverluste in kurzer Zeit verhinderten aber einen spürbaren Anschluss. Erst die erneute Einwechslung von Topscorer Kenneth Ogbe brachte den Hamburgern wieder neuen Wind. Die Towers selbst trotzten den Gästen nun fünfmal das Spielgerät ab und brachten sich nach einem hart erkämpften Tokoto-Abschluss auf drei Punkte heran. Zum Start der Crunchtime waren es nur noch zwei. Als Devon Daniels 68 Sekunden vor dem Ende auf einen Punkt verkürzen konnte, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen. Die Schlusssekunden waren an Spannung nicht zu überbieten – es war den Veolia Towers jedoch nicht vergönnt, sich für ihre Willensleistung zu belohnen. Von der Freiwurflinie besiegelte Ludwigsburg die 84:88-Niederlage.

Stats: Thorpe (5, 8 Ast.), Maronka (6), Tokoto (12, 8 Reb.), Grey (2, 4 Reb.), Breunig (5), Wimberg (6), Edler-Davis, Daniels (7, 5 Reb.), Ogbe (30, 3 Reb.), Turudic (5), Perrin (6, 4 Reb.)