Defensive Tower-Power bringt ersten BBL-Heimsieg gegen Chemnitz
Die Veolia Towers gewinnen 86:69 gegen die NINERS Chemnitz und sichern sich dank einer reifen Leistung den ersten BBL-Heimsieg seit dem Aufstieg gegen die Sachsen. In der zweiten Halbzeit geben die Hamburger ihre Führung zu keiner Zeit aus der Hand. Devon Daniels wird mit 25 Punkten Topscorer.
Benka Barloschky: „Wir werden von Tag zu Tag reifer als Team. Die Performance heute hat das wieder bestätigt. Klar, gegen eine sehr angeschlagene Chemnitzer Mannschaft, das will ich nicht verschweigen. Gleichzeitig, die Spieler, die auf dem Feld standen, haben eine unglaubliche Qualität. Und so gegen Chemnitz zu gewinnen, auch so kontrolliert, das ist wirklich reif. Wir haben es in der Halbzeit angesprochen, dass wir in vielen Spielen eine hohe Führung aus der Hand gegeben haben. Wir wollen auch da den nächsten Schritt machen. Führungen zu behaupten, war ein großes Thema im Training. Ich muss sagen, dass unsere Veteranen Bene, Martin und Niklas vorangegangen sind und da eine Ernsthaftigkeit hereingebracht haben. Das hat extrem geholfen.“
Martin Breunig: „Wir haben viel darüber gesprochen, was wir tun müssen, um eine Führung auch zu verteidigen. Genau das haben wir heute getan. Wir haben als Team in den letzten Wochen Vertrauen entwickelt, arbeiten hart. Es ist nicht einfach. Und wir lehnen uns trotz der Siege nicht zurück. Als ältester Spieler versuche ich ein paar Guidelines zu schaffen, damit die Jungs das Spiel auch ein bisschen anders lesen, eine andere Perspektive zu bieten. Und generell geht es bei mir um Energie und Rebounding.“
LJ Thorpe: „Wir haben es immer wieder geschafft, Chemnitz zu stoppen. Es war entscheidend, dass wir sie nach einem Abschluss vom offensiven Brett weggehalten haben. Es fühlt sich toll an, dass wir nach unserem Spiel jetzt mit den Fans feiern können. Wir wissen, dass das auch mit den Erfolgen zusammenhängt. Wir wollen alles tun, auch hier weiter aufzubauen und die Verbindung zu verstärken.“
In den Anfangsminuten schienen beide Teams erst einmal auszutesten, wie hoch sich das Intensitätslevel schrauben lässt. Dem Fokus auf die Defensive gerichtet, waren Punkte zunächst Mangelware. Bei den Veolia Towers etwas mehr als bei den NINERS Chemnitz. Vor allem aus der Distanz ging auf beiden Seiten wenig. Chemnitz Mushidi verwandelte im insgesamt 13. Anlauf von jenseits der 6,75-Meter-Linie – die Hamburger hielten von der Freiwurflinie den Anschluss. Zum Ende des ersten Viertels feierte Zsombor Maronka vor den Augen von 2921 Fans sein Comeback. Ein unglückliches Foul des Ungarn ermöglichte den Sachsen eine 14:18-Führung zum Ablauf der ersten zehn Minuten. Zum Start des zweiten Spielabschnitts stand der 23-Jährige erneut im Blickpunkt – denn mit zwei Dreiern in Folge brachte er die Veolia Towers zum ersten Mal in Front. Nach einem Highlight-Dunk von Devin Daniels, der den knappen Vorsprung zu festigen schien, rissen die NINERS das Spiel erst einmal an sich. Gegen die ans Legalitätslimit angrenzende Defensive der Sachsen kamen die Hamburger nur noch zu schweren Abschlüssen. Im Gegenzug kamen die Chemnitzer ins Laufen – der Rückstand wurde zweistellig. In einer Auszeit appellierte Head Coach Benka Barloschky an die Widerstandsfähigkeit. Und seine Schützlinge münzten den Appell in einen 12:0-Lauf – gekrönt von einem Daniels-Dreier zur Sirene – zum 40:37-Halbzeitstand um.



Und auch nach dem Seitenwechsel blieben die Veolia Towers im Drivers Seat. Nach einem Dreier von Chemnitz Washington setzten die Veolia Towers zum nächsten Lauf ein. Ein Alley-Oop-Spielzug zwischen Zacharie Perrin und Niklas Wimberg, den der Ex-Chemnitzer vollendete, krönte einen 7:0-Zwischenspurt. Bis zum Viertelende bauten die Hamburger ihren Vorsprung Stück für Stück aus – weil sie vor allem defensiv immer wieder Wege fanden, Chemnitz um einen Erfolg zu bringen. Und auch auf der anderen Seite des Feldes arbeiteten die Hanseaten hart, wofür die Offensivrebounds ein deutlicher Beleg waren. Mit einem weiteren 12:0-Lauf brachten sich die Hanseaten vor dem Schlussviertel auf 66:50 in Führung. Mit Beginn der letzten zehn Minuten stieg der Lärmpegel in der Inselpark Arena nah ans Maximum. Chemnitz drängte erwartungsgemäß auf den Anschluss, allen voran Kevin Yebo. Für rund zweieinhalb Minuten war er Dreh- und Angelpunkt des Geschehens. In Martin Breunig fand der Ex-Tower aber schlussendlich seinen Endgegner – mit knallharter Defensive und kühlem Kopf stellte der Big Men seinen Gegenüber kalt. Während dieser seinen Frust an der Werbebande ausließ, lieferten LJ Thorpe, mit Ballgewinn und direkt anschließendem Korberfolg, und Topscorer Devon Daniels die nächsten Hamburger Punkte. Thorpe war es dann auch, der mit einem eiskalten Treffer aus der Mitteldistanz und anschließender „It’s over“-Geste den 86:69-Sieg, und damit den ersten BBL-Heimsieg gegen die NINERS Chemnitz, krönte.
Stats: Thorpe (13), Rich (2, 4 Reb.), Maronka (6, 4 Reb.), Grey, Breunig (10, 4 Reb.), Wimberg (4, 3 Reb.), Daniels (25, 5 Reb.), Ogbe (5), Williams (9), Turudic (7, 4 Reb.), Perrin (5, 9 Reb., 7 Ast.)
