Dämpfer bei unangenehmen Ludwigsburgern
Die Veolia Towers Hamburg verlieren gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg mit 89:78. Nach einem verschlafenen Start finden die Hamburger nicht ins Spiel und leisten sich zu viele Turnover. Hamburger Top Scorer wird Jordan Barnett mit 22 Punkten.
Benka Barloschky: “Glückwunsch an Lars Masell und seine Mannschaft. Das war sicherlich ein verdienter Sieg, fast ein bisschen eine Kopie vom ersten Spiel in Hamburg. Also: 30 Wurfversuche mehr als wir und dies aufgrund der Arbeit am offensiven Brett und unseren Ballverlusten. Damit ist es ganz, ganz schwer ein Basketballspiel zu gewinnen. Unsere Wahnsinnstrefferquote, vor allen Dingen in der ersten Halbzeit, hat uns da im Spiel gehalten. Im dritten Viertel haben wir einen ganz guten Run gehabt, sind rangekommen, haben uns leider genau in dieser Phase von der Freiwurflinie nicht belohnt, haben zu viele wichtige Freiwürfe liegen gelassen. Vielleicht hätten wir da schon ausgleichen oder auch mal in Führung gehen können. Mental hätte das vielleicht etwas freigesetzt. Das war heute nicht so. Heute müssen wir anerkennen, dass Ludwigsburg ein besseres Spiel gespielt hat. Sie haben auf jeden Fall ihren Stil durchgesetzt bekommen. Wir haben nicht gegenhalten können und deshalb verdient verloren.“
Jordan Barnett: „Wir haben sehr gut geworfen uns aber unser Spiel durch Ballverluste schwer gemacht. Ludwigsburg hat im heutigen Spiel ca. 30 Würfe mehr als wir genommen. Da ist es schwer zu gewinnen”
Osaro Rich: „Ludwigsburg hat heute mehr investiert als wir und uns am Brett geschlagen. Wir hatten heute einfach nicht das richtige Mindset. Wenn wir da nicht von Anfang an bereit sind zu spielen, dann ist es schwer so ein Spiel zu gewinnen. Wir wollten jetzt zurück zu unserer Kontinuität.“
Nach dem Osterkracher vergangenen Sonntag reisten die Veolia Towers Hamburg nach Ludwigsburg. Im Rahmen des Inklusionsspieltages lockten nicht nur die MHP RIESEN, sondern auch ein buntes Rahmenprogramm zur MHP Arena. Beim Spiel in der Barockstadt musste Head Coach Benka Barloschky auf einen seiner Schützlinge verzichten – Youngster Jared Grey war verletzungsbedingt in der Hansestadt geblieben. Als Gastgeschenk begrüßte Kur Kuath den Ex-Tower Jonas Wohlfahrt-Bottermann auf die etwas härtere Art, in Form eines Blocks. Wenig später ließ es auch Niklas Wimberg sich nicht nehmen, den Ludwigsburger Center am Korb zu hindern, bekam dabei allerdings dessen Hand unglücklich ins Gesicht und musste vorerst das Spielfeld verlassen. In einer von Beginn an schnellen Partie setzte Jordan Barnett mit zwei Dreiern in Folge ein erstes Ausrufezeichen. Gegen ein gewohnt physisch-ungemütliches Ludwigsburg agierten die Hamburger zu verschlafen, erlaubten ihren Gastgebern zu viele einfache Punkte. So sah das auch Cheftrainer Benka Barloschky, reagierte umgehend und versuchte sein Team per Auszeit wachzurütteln. Während die Gastgeber aus dem Schwabenland frei aufspielten, versuchten die Hanseaten ihren Rhythmus zu finden und nutzten dabei immer wieder die bekannte physische Verteidigung der RIESEN zu ihren Gunsten, indem sie mit einem harten Zug zum Brett mehrfach an die Linie gehen konnten. Niklas Wimberg gab den Towers-Fans einen Grund zum Aufatmen und meldete sich nach seiner Wiedereinwechselung mit einem Dreier zurück. Beide Teams lieferten sich einen offenen Schlagabtausch in Form von schnellen Fastbreak-Punkten auf beiden Seiten, zwischendurch erzielte Kenneth Ogbe seinen 150. erfolgreichen Dreier in der BBL. Die Ludwigsburger Offensive konnten die Hamburger aber noch nicht konstant genug ausbremsen, wodurch das erste Viertel mit einem minimalen 27:25-Rückstand verloren ging.
Hamburger verschlafen den Start ins Spiel
Nach der Viertelpause packte Jordan Barnett einen weiteren Dreier auf sein Punktekonto. Die Towers, immer noch nicht voll im Spiel angekommen, leisteten sich jedoch gerade zu Beginn des zweiten Viertels zu viele Flüchtigkeitsfehler. Diese schlugen sich vor allem in Form von Turnover nieder (1/11). Die Ludwigsburger wussten diese konsequent zu bestrafen, kamen so immer wieder ins Laufen und generierten aus der Transition heraus schnelle Punkte. Benka Barloschky versuchte es mit einem weiteren Weckruf und bat um eine zweite Auszeit, woraus Johnathan Stove gestärkt zwei Dreier in Folge verwandelte. Die Gastgeber machten es den Towers gerade unter dem Brett schwer und konnten durch zweite Chancen weiter in Führung gehen. Derweil hielten sich die Hamburger durch ihre starke Trefferquote (75%) im Spiel, konnten den Rückstand jedoch vorerst nicht bedeutend schmälern. So leuchtete zur Halbzeit ein 54:44 auf der Anzeige.






Im Rahmen des Inklusionsspieltags erlebten die Fans in der MHP Arena die ersten zwei Spielminuten nach der Halbzeit mit verbundenen Augen: Dafür beschrieb der Arenasprecher detailgetreu die Spielszenen auf dem Feld. Viel verpassen taten aber zumindest die Ludwigsburger Fans erst einmal nicht. Denn durch eine nun aggressivere Defense ließen die Veolia Towers Hamburg die ersten drei Spielminuten keine RIESEN-Punkte zu. MVP-Kandidat Brae Ivey kam an der Freiwurflinie zu seinen ersten Punkten des Abends und eröffnete einen Hamburger Lauf. Dieser verkürzte den Rückstand zwar bis auf drei Punkte, aber vor allem durch Fehler an der Freiwurflinie konnte man sich nicht mit dem Ausgleich belohnen. Jordan Barnett, der auffälligste Tower, war immer wieder mit wichtigen Zählern für sein Team zur Stelle. Dennoch verfielen die Gäste in alte Marotten zurück, ließen durch Turnover einfache Körbe der Ludwigsburger zu. Zwar bewies Osaro Rich mit zwei Dreiern in Folge nordischen Kampfgeist, doch auf jede gute Hamburger Aktion hatten die Hausherren, in einem zunehmend physischen Spiel, immer eine passende Antwort in Form einer Gegenaktion parat. Zum Ende des dritten Viertels waren die Hanseaten immer noch in Schlagdistanz: 74:67.
Kein Rhythmus für die Veolia Towers Hamburg
Auch im letzten Viertel wollte sich kein Rhythmus bei den Towers einstellen. Die Hamburger suchten immer wieder den Kontakt mit den foulbelasteten Ludwigsburgern, taten sich aber beim Abschluss schwer. Jaizec Lottie beendete die Durststrecke mit zwei erfolgreichen Freiwürfen. Dazu ackerte Niklas Wimberg mit viel Willenskraft unter dem Brett und hielt das Hamburger Spiel per Rebounds am Laufen. Wenig später hob Jordan Barnett seine Dreierquote mit einem weiteren verwandelten Wurf auf 66.7 % an. Die Towers mobilisierten noch einmal letzte Kräfte, doppelten kurzweilig den Ludwigsburger Ballvortrag – doch auch im letzten Viertel bekamen die Towers ihre Ballverluste nicht reguliert (6/20). Jordan Barnetts Dreier kurz vor Schluss setzte den Schlusspunkt des Abends und der Hamburger Erfolgsserie: Nach 5 Siegen in Folge verlieren die Veolia Towers Hamburg am Ende bei den MHP RIESEN mit 89:78.
Stats: Ivey (5, 6 Reb., 4 Ast.), Rich (13), Lottie (8), Möller, Wimberg (7, 7 Reb., 4 Ast.), Barnett (22, 5 Reb.), Stove (17, 4 Ast.), Kuath (3, 7 Reb.), Ogbe (3), Turudić.
