Team Huddle Einlauf gegen MBC

Bremspflicht gegen Heidelberg

Die Veolia Towers empfangen zum Abschluss des 27. Spieltages am Montag (08.04.) die MLP Academics Heidelberg in der Inselpark Arena. Die Neckarstädter landeten zuletzt drei Big Points im Abstiegskampf. Spielbeginn ist um 20 Uhr – Tickets gibt es online und an der Abendkasse.

Acht Spieltage vor Hauptrundenschluss gleichen die meisten Prognosen für den Ausgang der regulären Spielzeit noch immer einem Blick in die Glaskugel. Dennoch gehören Rechenspiele jahrein, jahraus zum Saisonendspurt dazu. Die easyCredit BBL treibt seit diesem Jahr alle Spekulationen um das Abschneiden der 18 Teams noch einmal in die Höhe. Ein eigens programmierter Prognoserechner soll aufzeigen, welche Platzierungen im besten und schlechtesten Fall erreicht werden können. Doch auch ohne technisches Hilfswerk wissen die Veolia Towers, dass es ihr Saisonendspurt in sich hat. In den noch neun ausstehenden Spielen – das Heimspiel gegen Berlin ist eine Nachholpartie – geht es gegen zwei Konkurrenten, die noch Richtung Tabellenspitze streben, drei direkte Widersacher im Rennen um die Play-In-Plätze, sowie vier Teams, die noch immer von Abstiegssorgen bedroht sind. So wie die MLP Academics Heidelberg, die zuletzt mit drei Big Points die rote Laterne vorübergehend wieder abgegeben haben und am Montag (08.04.) in Hamburg zu Gast sind.

Im Hinspiel (73:88) erzielte Seth Hinrichs mit 17 Punkten seine bisherige BBL-Saisonbestleistung. | Foto: Lukas Adler

Tipoff in der Inselpark Arena ist um 20 Uhr. Tickets für das Abschlussspiel des 27. Spieltages gibt es hier im Online-Ticketshop und am Spieltag auch an der Abendkasse. Diese öffnet zusammen mit der Arena 60 Minuten vor Spielbeginn.

Benka Barloschky: „Heidelberg braucht jeden Punkt, jeden Sieg gegen den Abstieg. Das ist ein harter Kampf. Das wissen wir aus dem letzten Jahr. Da werden noch einmal ein paar Extraprozente freigesetzt. Sie werden sich am Montag mit allem, was sie haben, zur Wehr setzen. Sie haben unter Ingo Freyer ein etwas anderes Spielsystem, noch immer dreht sich aber sehr viel um die Drei-Punkte-Linie. Ich glaube, dass Heidelberg zudem sehr variabel auf den großen Positionen aufgestellt ist. Das Team spielt mit einer gewissen Grundaggressivität, sie bringen den Ball schnell nach vorn und schließen schnell ab. Es passiert viel aus dem Flow heraus, wenig aus dem Halbfeld. Das ist brandgefährlich, gerade, wenn sie ihre Dreier treffen. Wir müssen das Spiel also langsam machen und unsere Struktur in die Partie bekommen.“

Ein Feuerwehrmann an der Spitze

Kurz nach dem Jahreswechsel, die MLP Academics Heidelberg rangierten mit nur zwei Siegen aus 15 Spielen am Tabellenende, trennten sich die Neckarstädter von Joonas Iisalo. Nur fünf Tage später war der neue Head Coach für die Mission Abstiegskampf gefunden: Ingo Freyer. Der ehemalige Wedeler genießt in der easyCredit BBL mittlerweile den Ruf als Vorzeige-Feuerwehrmann, rettete er doch bisher schon Oldenburg und den MBC erfolgreich vor dem Gang in die zweite Liga. Und auch in Heidelberg scheint sein Plan aufzugehen. Dank drei Siegen aus den letzten vier Spielen stehen die Kurpfälzer derzeit über dem Strich.

Ingo Freyer Ansprache Auszeit Heidelberg
Ingo Freyer ist seit Januar Chef an der Seitenlinie in Heidelberg und coachte sein Team zuletzt zu drei wichtigen Siegen. | Foto: Eibner-Pressefoto

Als Eckpfeiler des Erfolges etablierte der neue Chef an der Seitenlinie den für ihn charakteristischen Spielstil – schnell, offensivgeprägt mit der Vorliebe für Abschlüsse aus der Distanz. So bringt Heidelberg eine der schnellsten Paces aufs Parkett, nimmt hinter Ludwigsburg die zweitmeisten Abschlüsse (68,7). Im Schnitt sind das fast zehn Würfe mehr als bei den Hamburgern (59,6). Fast die Hälfte davon verlassen die Hand des Werfers jenseits der 6,75-Meter-Linie. Kein Team versucht mehr Abschlüsse aus Distanz (32,5) – die Trefferquote (31,4 %) ist im Ligavergleich jedoch die geringste.

Zwei Neuzugänge übernehmen

Die Hauptlast im Angriff verteilt sich größtenteils auf vier Schulterpaare. Wobei ausgerechnet zwei Neuzugänge direkt die Rolle der Go-to-Guys übernommen haben. Nicht nur, dass Forward Elijah Childs (16,3 PpS) und Aufbau Justin Jaworski (19,4) regelmäßig die meisten Zähler auflegen – der athletische Big Men glänzt zudem als bester Rebounder, Jaworski, der noch im Februar mit Napoli den italienischen Pokal gewann, als bester Vorlagengeber des Teams. Dazu kommen auch Jeffrey Carroll (12,7) und Isaiah Whaley (12,1) durchschnittlich auf einen zweistelligen Punkteschnitt.

Auch die variablen Forwards Kesteloot und Coleman galten in der ersten Saisonhälfte als Punktegaranten. Beide mussten verletzungsbedingt die Saison jedoch vorzeitig beenden. Der kanadische Nationalspieler Abu Kigab sollte die Lücke schließen – allerdings fehlt er seit Mitte Februar ebenfalls verletzt. Abgerundet wird die Stammrotation der Heidelberger von einem deutschen Quintett. Bennet Hundt (6,5), der im Hinspiel (73:88-Sieg) 14 Punkte auflegte, Marcel Keßen (6,0), die Lokalmatadoren Niklas Würzner (4,5) und Paul Zipser (4,0) sowie Defensiv-Ass Akeem Vargas (3,4) befeuern das Run-and-Gun der Heidelberger.